Del Amitri

Change Everything

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.05.2010
Jahr: 1992
Stil: Rock

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Del Amitri Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Del Amitri
Change Everything, A & M Records, 1992
Iain HarvieGuitars, Backing Vocals
Justin CurrieVocals, Bass, Acoustic Guitar
David CummingsGuitars
Brian McDermottDrums
Andy AlstonKeyboards
Nick ClarkeBass
Produziert von: Gil Norton Länge: 50 Min 53 Sek Medium: CD
01. Be My Downfall07. The Ones That You Love Lead You Nowhere
02. Just Like A Man08. Always The Last To Know
03. When You Were Young09. To Last A Lifetime
04. Surface Of The Moon10. As Soon As The Tide Comes In
05. I Won't Take The Blame11. Behind The Fool
06. The First Rule Of Love12. Sometimes I Just Have To Say Your Name

Juni 1992: DEL AMITRI veröffentlichen mit "Change Everything" ihr drittes Album und erreichen in ihrer Heimat damit den 2. Platz in den Verkaufscharts, nur gestoppt vom damaligen Spitzenreiter Lionel Richie und seinem "Best-Of"-Album. Mit diesem Rundling festigten die Schotten nun endgültig ihren Starstatus und erreichten selbst mit den vier ausgekoppelten Singles kleine bis mittelgroße Hits auf der Insel. Der wunderbare Ohrwurm Always the last to know landete immerhin auf Platz 13 und markierte für die DELS nach Nothing ever happens (vom Vorgängeralbum "Waking Hours") die zweitbeste Chartnotierung ihrer Karriere.

Doch trotz ordentlicher Verkaufs- und Airplayerfolge sahen sich DEL AMITRI nie als Hit-Band und wurden von ihren Fans auch nie so verstanden. Wer so ein rundes und reifes Album wie "Change Everything" auf die Beine stellt, mit zwölf mehr oder weniger hochkarätigen Songs, die fast ausschließlich aus Justin Curries Feder stammten (es gibt nur zwei Co-Autorenschaften mit Partner Iain Harvie), darf sich wohl ohne rot zu werden in die Reihe etablierter Künstler und begnadeter Songwriter eingliedern.

Außerhalb der Britischen Inseln sorgten die DELS zwar nicht für die ganz große Furore, blieben eher ein hochgeschätzter Insidertipp, doch ein loyaler Fan-Kreis innerhalb Europas und auch innerhalb der U.S.A. bewog die Schotten immer wieder auf Reisen zu gehen und gelegentliche Club-Tourneen auch in Deutschland zu arrangieren. Seinerzeit, im Frühling 1993, sah ich die Jungs um Currie und Harvie im ausverkauften Kölner 'Luxor' und kann letztlich nur Gutes über die famosen Live-Qualitäten der Band berichten.

"Change Everything" änderte trotz seines irreführenden Titels nichts wesentliches am Konzept der Schotten: Sowohl musikalisch als auch inhaltlich fokussierten sich DEL AMITRI weiterhin auf gut abgehangenen und süffigen Rock/Pop mit gelegentlich Ausflügen in die Welt des Folk bzw. vorsichtigen Country-Annäherungen.
Stets versehen mit unwiderstehlichen Hooklines, die trotz ihres angenehmen Wiedererkennungswertes nie zu platt oder banal daherkamen. Currie hatte als gewitzter und wortgewandter Songwriter seinen ureigenen Stil gefunden und schließlich zur Meisterschaft gebracht, die gut eingespielte Band, allen voran Gitarrist Iain Harvie, glänzte mit abwechslungsreichen Arrangements, die immer auch mit einem Auge auf die stilprägenden späten Sechsziger und frühen Siebziger Bezug nahmen. Nicht umsonst wurde dem Sound der DELS gelegentlich eine gewisse Affinität zu den großen BEATLES attestiert. Wobei die jungen Schotten es auch immer wieder verstanden, relativ deftige und kernige Gitarrenlicks und geschmackvolle Soli in ihre Songs zu integrieren (man höre: The ones that you love lead you nowhere und Always the last to know).

Justin Currie thematisierte derweil sein Lieblingssujet: das andauernde Streben nach Geborgenheit, erfüllter Liebe und perfekter Harmonie, sowie den fortwährenden und letztlich fast immer zum Scheitern verurteilten Kampf um eben jenes eine große Gefühl, den absoluten Triumph der Liebe im perfekten und vertrauensvollen Zusammenleben zweier Menschen. Im Grunde taumeln und stolpern alle Tracks des "Change Everything"-Albums auf diesem unergründlichen Pfad, dessen Erforschung eines der größten Abenteuer der Menschheit darstellt. Für Justin Currie ganz gewiss. Zusammenfassend könnte man The first rule of love als eine Art Wegweiser durch Curries Ideenwelt heranziehen.

Das Album lebt von seiner großen Geschlossenheit, seinen betörenden Melodien, seiner bittersüßen Melanancholie, seinem zarten Zynismus und seinem großherzigen Streben nach dem einen perfekten romantischen Moment. Eine bewundernswerte Arbeit, der der Zahn der Zeit bis heute nichts anhaben kann. Perfekt.

Frank Ipach, 01.05.2010

 

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