Der Rote Milan

Moritat

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.07.2019
Jahr: 2019
Stil: Black Metal
Spiellänge: 40:38
Produzent: Markus Stock

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Plattenfirma: Unholy Conspiracy Deathwork

Promotion: Sure Shot Worx


Redakteur(e):

Michael Koenig

Titel
01. Die Habsucht
02. Drohende Schatten
03. Gnosis der Vergänglichkeit
 
04. Der letzte Galgen
05. Der Findling
06. Moritat
Musiker Instrument
I Guitar
II Guitar
III Vocals
IV Drums
V Bass

DER ROTE MILAN aus Trier erblickte das Licht der metallischen Welt anno 2015. Im Jahr darauf veröffentlichten die  Rheinland-Pfälzer ein erstes Demo, gefolgt von Studioalbum  Nummer eins "Aus der Asche" (ebenfalls 2016). Heuer erschien mit "Moritat" (so  bezeichnet man den eintönigen Lied- oder Gedichtvortrag eines Bänkelsängers mit abschreckendem oder berührendem Inhalt, aus dem der Zuhörer eine moralische Lehre ziehen soll) endlich der zweite  vollwertige Tonträger. Welchen Grund also sollte es geben, sich nicht näher mit der Scheibe zu befassen? Da uns keiner einfallen wollte, hörten wir mal aufmerksam hin.

Dem insgesamt bisher recht stabilen Quintett (2019 am Bass umbesetzt) fühlt sich den nicht unbedingt schönen Seiten des Lebens verpflichtet (kein Wunder bei der stilistischen Ausrichtung). Zudem scheint dem Fünfer das Schicksal des sagenumwobenen (Ende achtzehntes/Anfang neunzehntes Jahrhundert in Hunsrück und Taunus seine Untaten verübenden) Verbrechers Johannes Bückler, besser bekannt als Schinderhannes, immerhin so wichtig zu sein, dass er von ihm zur Hauptperson einer überlangen Komposition erwählt wurde.

Die Band handelt (unter anderem) die Themen Gier, Vergänglichkeit, Lynchjustiz, Angst und natürlich die Geschichte des Schinderhannes in sechs Songkapiteln auf der Basis einer aggressiven und angriffslustigen Mixtur aus Black Metal und Thrash Metal, unterbrochen von melodischen und melancholischen Ruhephasen, ab. Es geht ständig hin und her. Mal so richtig hart, dann wieder wesentlich softer. Man bekommt beides geboten: Immer ziemlich gleich klingende Krachelemente und dann wieder einfallsreicher (dafür weniger laut und schnell) gestaltete Passagen. Die Tracks dauern von über drei, mehr als vier, länger als sechs, zwischen sieben und acht sowie immerhin nahezu zwölf Minuten. Mag der Sound auch nicht immer wirklich transparent sein, so vertreibt DER ROTE MILAN seinen Fans mit "Moritat", dessen ungeachtet, die Zeit auf das kurzweiligste und beste. Außerdem hält er seinen Zuhörern noch dazu den Spiegel vor das Antlitz. Vielleicht zeiht ja wenigstens der eine oder andere seine Lehren aus den im Booklet abgedruckten Worten. 

 

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