Der W

III

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.11.2012
Jahr: 2012
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Der W.
III, 3R Entertainment, 2012
Stephan WeidnerGesang & Gitarre
Dirk CayusGitarre & Gesang
Henning MenkeBass
JC DwyerSchlagzeug & Gesang
Produziert von: Stephan Weidner Länge: 49 Min 23 Sek Medium: CD
01. Operation Transformation07. Kafkas Träume
02. Mordballaden08. Judas
03. Herz Voll Stolz09. Gespräche Mit Dem Mond
04. Kampf Den Kopien10. Lektion In Wermut
05. Vergiss Mein Doch11. Lachen Steckt An
06. Pack Schlägt Sich, Pack Verträgt Sich12. Stirb In Schönheit

Wird sie gelingen die Operation Transformation des Stephan Weidner, alias DER W.? Er ist immer noch eine der kontroversesten Figuren der deutschen Musiklandschaft und schafft es immer noch in der Wahrnehmung zahlreicher Menschen nicht, die BÖHSE ONKELZ-Zeit und die damit verbundene Debatte hinter sich zu lassen. Und auch wenn ich mit den Erklärungen und Distanzierungen der ONKELZ nicht zufrieden war, so haben auch die Herren Weidner, Roehr, Russell & Co. ebenso wie andere „Aussteiger“ auch in der öffentlichen Wahrnehmung eine zweite Chance verdient.

Schon alleine rein musikalisch hätte es DER W. durchaus verdient, legt er doch mit dem simpel “III“ betitelten dritten Solo-Album (nach “Höher, Schneller, Weidner“ und “Autonomie“) wieder ein starkes Stück Musik vor. Schon ab dem Opener Operation Transformation brettert die Band in bester Weidner-Manier los und zeigt vom ersten Riff an, wo die Reise in den nächsten knapp 50 Minuten hingeht. Die 12 sind stellenweise etwas rauer und härter ausgefallen, auf der anderem Seite gibt es auch düsterere und melancholischere Momente, als man sie bisher von DER W. gewohnt war. Die Qualitäten des Songwriters Stephan Weidner hatte er ja sowohl bei den ONKELZ als auch Solo zuvor schon häufig unter Beweis gestellt.

Dabei erinnert das Gebotene in den schnellen Liedern schon allein rein soundtechnisch an MOTÖRHEAD, im Midtempo an SOUNDGARDEN und bei den ruhigen Momenten an SELIG. Dabei brauchen die Lieder aber den direkten Vergleich nicht zu scheuen. In den Texten zeigt sich Weidner zwar nicht gerade als Poet Schillerscher Prägung, sondern geht wieder eher spielerisch mit der deutschen Sprache um. Da werden Erwartungen an Floskeln umgekehrt ("Lass alles fallen und stehen"), aber auch immer wieder ganz offen Tacheles geredet. Da bekommen dann Kopisten, mal ordentlich den Marsch geblasen (Kampf Den Kopien), aber am besten gefallen mir rein lyrisch die eher nachdenklichen Momente des Albums wie Vergiss Mein Doch, Kafkas Träume, Judas und Gespräche Mit Dem Mond. Dass diese zudem zu den gelungenen Stücken dieses Albums gehören, schadet in der Wertschätzung aber auch nicht.

"III" ist mit weitem Abstand Weidners bisher reifestes und vielschichtigstes Album geworden, sowohl was die Musik als auch die Texte betrifft. Dabei zeigt DER W. zahlreiche verschiedene Gesichter, vom wütenden nicht mehr ganz so jungen Mann bis hin zum nachdenklichen Kritiker. Und auch wenn Weidner eine Reunion der BÖHSEN ONKELZ zuletzt nicht von vorneherein ausgeschlossen hat, so sollte er sich überlegen, ob er dafür seine sehr erfolgreiche Solo-Karriere unterbrechen will. "III" hat ihn dabei zwar nicht wie eingangs erwähnt „transformiert“, aber seine musikalische Persönlichkeit oder Entwicklung um Facetten erweitert, von denen man nicht wusste oder ahnte, dass DER W. sie überhaupt hat. Das Album dürfte Stephan Weidner einen weiteren Schritt nach vorne gebracht haben – vielleicht gelingt das ja auch in der öffentlichen Wahrnehmung.

Marc Langels, 14.11.2012

 

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