DeWolff

Strange Fruits And Undiscovered Plants


CD-Review

Reviewdatum: 19.12.2009
Jahr: 2009
Stil: Blues Rock, Psychedelic Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


DeWolff
Strange Fruits And Undiscovered Plants, REMusic Records, 2009
Pablo van de PoelVocals, Guitars
Luka van de PoelDrums, Percussion, Siren, Backing Vocals
Robin PisoHammond, Rhodes, Piano, Bass, Backing Vocals
Produziert von: DeWolff & Rob van Spauwen Länge: 51 Min 13 Sek Medium: CD
01. Mountain07. Parloscope
02. Medicine08. Fire Fills The Sky
03. Don't You Go Up The Sky09. Red Sparks Of The Morning Dusk
04. Desert Night10. Silver Lovemachine
05. Wicked Moon11. Leather God
06. Birth Of The Ninth Sun

Ich weiß, es mag klischeebeladen klingen, aber dieser erste Eindruck, die Jungens der holländischen Band DE WOLFF müssen wohl eine Menge Shit (oder ähnlich berauschende Substanzen) weggezogen haben, lässt sich einfach nicht von der Hand weisen. Der neue Longplayer unserer westlichen Nachbarn aus der Region Limburg, der mit "Strange Fruits And Undiscovered Plants" quasi richtungsweisend betitelt daherkommt, bietet uns eine derart massive Orientierung Richtung Psychedelic-Rock der ausgehenden Sechziger bzw. beginnenden Siebziger Jahre an, dass man nicht umhin kann, den beiden blutjungen Brüdern Pablo van de Poel (17) und Luka van de Poel (14), sowie ihrem 18-jährigen Mitstreiter Robin Piso eine gewisse Affinität zu bewusstseinserweiternden Drogen zu unterstellen. Oder aber die Eltern oder womöglich die werten Großeltern haben hier einfach nur eine absolut hochqualifizierte musikalische Erziehungsarbeit geleistet, die nun im Teenageralter reife Früchte trägt.

Die Jungens haben jedenfalls ihre Lektionen total verinnerlicht, spielen quasi wie alte Hasen, klingen mal stärker vom simplen aber effektiven Blues-Rock inspiriert, mal heftiger von waberndem Psychedelic Rock angetrieben. Retro as retro can be. Lediglich den Lead Vocals hört man eine marginale Unreife an, die letztlich aber so nachvollziehbar wie chamant rüberkommt. Der Sound der Platte bzw. das Instrumentarium klingt so authentisch rückwärtsgewandt sprich analog, dass man als in den Sechziger Jahren geborener unweigerlich ins Schwelgen gerät, sofern man in seinen Teenagertagen auf Bands wie ATOMIC ROOSTER, DEEP PURPLE, DOORS, CREAM, HAWKWIND oder PINK FLOYD abfuhr. Glücklicherweise finden inzwischen auch einige konsumorientierte Teenager aus der Spaßfraktion und somit potentielle Käufer wieder Spaß an diesen alten, aber nach wie vor sehr lebendigen Sounds.

Das Album lebt von seiner abgerundeteten Kompaktheit, es gibt im Grunde keinen Überfliegersong, aber dankenswerterweise auch keinen Komplettausfall. Ein echtes Album im wahrsten Sinne des Wortes also. Auch dies ein Fingerzeig in Richtung Jahrzehntwechsel 1969/1970, als die sogenannten Album-Bands für Spannung sorgten und erfolgreiche Chart-Singles eher geringschätzig betrachtet wurden, wenn auch damals schon von den Plattenfirmen und Managements als Impulsgeber für höhere Albumverkaufszahlen gern genommen. Erinnere nur die alte Knallersingle der niederländischen Ahnen von FOCUS: Hocus Pocus oder GOLDEN EARRINGs Buddy Joe oder Back home.

Doch wir leben heute innerhalb einer total veränderten Musiklandschaft, kaum etwas hat längeren Bestand, sei es noch so wertvoll und substanziell, die Konkurrenz scheint zudem riesengroß, insofern wird es für diese hochtalentierten jungen Musiker aus Holland ungleich schwerer als vor knapp vierzig Jahren und wenn es nicht gar so glücklich läuft, bleiben diese liebenswürdigen Frischlinge für immer eine Randnotiz in einem kaum zu überschauenden Business. Ich persönlich wünsche den Dreien von DE WOLFF genau das Gegenteil. Unsere Freunde aus den Niederlanden können aber zunächst einmal sehr stolz auf diesen fantastischen Nachwuchs sein und sich mit dem Rest der europäischen Nachbarn über ein sehr gelungenes Album freuen.

Frank Ipach, 19.12.2009

 

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