DeWolff

Wolffpack

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.01.2021
Jahr: 2021
Stil: Pschedelic Blues Rock
Spiellänge: 47:43
Produzent: DeWolff

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Plattenfirma: Mascot Label Group

Promotion: Netinfect


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Deep Purple

Ritchie Blackmore

Bo Diddley

Titel
01. Yes You Do
02. Treasure City Moonchild
03. Do Me
04. Sweet Loretta
05. Half Of Your Love
 
06. Lady J
07. Roll Up The Rise
08. Bona Fide
09. R U My Savior?
10. Hope Train
Musiker Instrument
Pablo van den Poel Gesang & Gitarre
Luka van den Poel Schlagzeug
Schlagzeug Keyboards & Bass
Gastmusiker:
Judy Blank Gesang

Die Niederländer DEWOLFF waren in den vergangenen drei Jahren veröffentlichungstechnisch wirklich nahezu dauerpräsent. 2018 erschien “Thrust“, ein Jahr darauf “Live And Outta Sight II“, im vergangenen Jahr stand das Trio dann mit den “Tascam Tapes“ in den Regalen und das neue Jahr geht gerade mal in den zweite Monat, da werden die Brüder Pablo (Gesang & Gitarre) und Luka (Schlagzeug) van den Poel zusammen mit Robin Piso (Keyboards & Bass) schon wieder vorstellig, dieses Mal mit ihrem neuesten Studio-Streich “Wolffpack“.

Darauf klingen DEWOLFF so beseelt und inspiriert wie schon lange nicht mehr. Ihr von psychedelischen Sounds beeinflusster Blues kommt so begeisternd und frisch daher wie man es vielleicht von einer Newcomer-Band erwarten würde, aber eben nicht unbedingt von einer Gruppe, die bereits ihr achtes Werk vorlegt. Schon der Opener Yes You Do erinnert vom Sound und Groove an einen rockenden Space Cowboy namens JAMIROQUAI. Zumal die Band wieder die Jam-basierte Seite ihrer Musik deutlich stärker durchscheinen lässt als auf dem doch sehr strukturierten Vorgänger.

Demgegenüber erscheint das folgende Treasure City Moonchild wirklich so, als wäre es Ende der 1960er oder Anfang der 1970er Jahre aufgenommen worden. Ein wenig die Einflüsse von ruhigeren DEEP PURPLE kann man hier ob des groovigen Schlagzeug-Intros und den in den Keyboards vorherrschenden Hammond-Sounds nicht verhehlen, nur dass eben Pablo von den Poel nur die feinen Blackmore-Licks und nicht dessen Riff-Power darbietet. Mitten drin darf es dann auch noch ein feiner Jam-Part sein, so dass man hier von einem weiteren Highlight der Scheibe sprechen muss.

Danach braucht die Band offenbar erst mal eine Verschnaufpause und liefert mit Do Me eine verträumt-spacige Ballade, die tempomäßig mal so richtig auf die Bremse tritt und den Hörer in andere Klang-Sphären entführt. Sweet Loretta beginnt dann mit einem Bo Diddley-mäßigen Up-Tempo-Gitarren-Riff, das dann aber etwas überraschend gedrosselt wird, was etwas „verstolpert“ wirkt und so gar nicht zu dem eher im Midtempo gehaltenen Stück passt. Dafür glänzt das Stück mit einem feinen Gesangs-Gast-Beitrag von Judy Blank veredelt wird. Das folgende Half Of Your Love tänzelt zwar auch recht lässig im Midtempo-Bereich, erinnert vom Gesang ein wenig an Prince hat aber auch wieder den für DEWOLFF so typischen Überraschungsmoment parat, bevor es zu entspannt wird.

Mt Lady J nimmt das Trio und die Scheibe musikalisch dann aber wieder nachdrücklicher und begeisternder Fahrt auf. So gefällt mir das Trio am besten, denn da sprühen die Funken und man kann die Leidenschaft aus jeder Rille hervordringen hören. Mit Roll Up The Rise und Bona Fide gibt es anschließend eine gehörige Portion 70er Jahre Soul, der DEWOLFF ganz hervorragend zu Gesicht steht und denen Pablo van den Poel mit knackigen aber feurigen Soli (mit einem Sound, der an Edwyn Collins Smash Hit Girl Like You erinnert) jeweils einen wirklich schönen Höhepunkt verpasst.

R U My Savior? hat hingegen dann mehr Funk-Anteile und wird herrlich garniert von Bläser-Arrangements. Da werden die Niederländer bei den künftigen Konzerten Schwierigkeiten haben, diese Nummer entsprechend würdig zu präsentieren. Aber de Nummer gehört definitiv auch zu den Highlights der Scheibe. Das abschließende Hope Train beginnt mit einem Delta Blues-Teil und geht dann in den DEWOLFF-typischen furiosen psychedelischen Jam-Stil über, der das Album perfekt abrundet. Die Band hat definitiv das Beste aus der Situation gemacht, als im vergangenen Frühjahr die Tournee abgesagt werden musste. Auf “Wolffpack“ präsentiert sich die Band inspiriert und voller Spielwitz, mit wunderbaren 70er Jahre Sounds und jeder Menge Soul und Funk sowie vielen tollen Songs. Die perfekte Scheibe, um die schlechte (Lockdown-)Laune ganz schnell wegzupusten. Aber Vorsicht ist geboten: hier besteht erhöhte musikalische Suchtgefahr!

 

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