Diamond Dawn

Overdrive

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.03.2013
Jahr: 2013
Stil: Melodic Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Diamond Dawn
Overdrive, Frontiers Records, 2013
Olle LindahlGitarre & Gesang
Alexander StrandellGesang
Efraim LarssonSchlagzeug & Gesang
Jhonny GöranssonGitarre
Mikael PlanefeldtBass
Niklas ArkbroKeyboards
Produziert von: Diamond Dawn Länge: 51 Min 39 Sek Medium: CD
01. Into Overdrive07. Turn It Up
02. Take Me Higher08. The Hunter
03. Cryin'09. Give It All
04. Standing As One10. Don't Walk Away
05. California Rush11. Powergames
06. Indestructible

Lange Jahre führte der Melodic Rock ein relatives Nischendasein. Für Metal-Fans zu soft, für Grunge-Anhänger nicht "ehrlich" und nah genug am Leben. So wurde aus ehemaligen Millionen-Sellern wie JOURNEY, SURVIVOR oder ASIA eine Art Dinosaurier - vom Aussterben bedroht und nur noch mäßig gefragt - so dass aus Arena-Tourneen immer häufiger kleine Hallen oder gar Clubs wurden und das "Ausverkauft"-Schild immer häufiger im Schrank bleiben musste.

In den letzten Jahren erlebt die Szene aber eine regelrechte Renaissance. Nicht nur erfreuen sich die Überlebenden der großen Depression wieder steigender Absatz- und Besucherzahlen, während sich semi-große Bands wiedervereinen, um an alte Glanztaten zu erinnern beziehungsweise anzuknüpfen. Auf der anderen Seite aber formieren sich immer mehr junge, hungrige Bands, um den Alten den Platz streitig zu machen und ihnen zu zeigen, was eine Harke ist. Dabei hat sich insbesondere der skandinavische Markt als schier unerschöpflicher Quell solcher Nachwuchshoffnungen erwiesen. Von dort kamen in den letzten Jahren solch vielversprechende und auch viel haltende Bands wie etwa WORK OF ART, ECLIPSE, H.E.A.T. oder aber W.E.T. um nur mal einige zu nennen.

Dazu wollen sich nun auch noch DIAMOND DAWN gesellen, die mit "Overdrive" gerade ihr Debüt vorlegen. Darauf widmen sich die Schweden dem klassischsten aller AOR-Sounds. Es fällt nicht schwer, sich diese Songs bei JOURNEY oder aber insbesondere SURVIVOR auf einer CD vorzustellen. Das Songwriting erweist sich denn auch als in höchstem Maße "klassisch". Große Neuerungen oder Überraschungen haben die Sechs denn dann auch nicht im Angebot. Vielleicht schleicht sich mal die ein oder andere Nuance TOTO (vor allen Dingen aus deren Phase mit Joseph Williams am Mikrofon, sprich "Fahrenheit" oder aber "The Seventh One") in die Songs ein. Das ist aber eher die Ausnahme. Auch die Soli sind eher sparsam bis zurückhaltend dosiert und orientieren sich zum Glück daran, was der Song braucht und nicht am Ego des Instrumentalisten.

Ein glückliches Händchen haben DIAMOND DAWN auch mit der Wahl ihres Sängers bewiesen. Alexander Strandell verfügt nicht nur über einen beachtlichen Stimmumfang, sondern auch über das nötige Feeling in den Stimmbändern sowie das feine Gespür für eingängige Gesangsmelodien. Kein einziger Song klingt eintönig und das liegt zu einem großen Anteil an Strandell. Die Kompositionen sind durchweg solide und der Hörer muss beileibe keine Ausfälle befürchten. Leider wirken die Grundideen, wie etwa die Riffs und Akkordfolgen aber auch was Melodiefürungen betrifft, sowie das Songwriting teilweise etwas formelhaft, was zu einer gewissen Berechenbarkeit und Vorhersehbarkeit bei den Liedern führt. Ein wenig mehr Wagemut würde DIAMOND DAWN - ebenso wie einigen weiteren Nachwuchs- und Newcomer Bands in diesem Bereich - sicher gut tun und das Gebotene spannender gestalten.

DIAMOND DAWN können noch nicht am Thron der Größen der AOR-Szene rütteln, aber sie haben einen Fuss in der Tür und müssen sich nun eine eigene Identität und einen Sound erarbeiten. "Overdrive" wird Genrefreunden sicherlich gefallen, auch wenn es nicht gleich ein Klassiker geworden ist. Vielmehr handelt es sich um ein solides Album mit einigen starken Liedern.

Marc Langels, 07.03.2013

 

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