Various Artists

Dio

Magic - A Tribute To Ronnie James Dio

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.07.2010
Jahr: 2010
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Various Artists
Magic - A Tribute To Ronnie James Dio, Magic Circle Music, 2010
MANOWAR
Eric AdamsGesang
Donnie HamzikSchlagzeug
Karl LoganGitarre
Joey DeMaioBass
HOLY HELL
Maria BreonGesang
Joe StumpGitarre
Francisco PalomoKeyboards
Jay RigneyBass
RhinoSchlagzeug
METAL FORCE
Tarek MagharyGesang
Tristan VisserGitarre
Jan RaddatzSchlagzeug
MAGIC CIRCLE ALL STAR BAND
Sammy "Shmoulik" AvigalGesang
Joe StumpGitarre
Jack StarrGitarre
AWAKEN
Glenn DaGrossaGesang
Artie DillonGitarre & Gesang
Joe TodaroGitarre
Freddy VillanoBass
Nick D'AlessandroSchlagzeug
CROSSWIND
Kyriakos VasdokasGesang
Leon TsorbatzoglouGitarre
Vasilis KyrkosBass
Kyriakos GazouleasKeyboards
Vasilis MitsarisSchlagzeug
Yiannis PapadopoulosGesang
DEAN CASCIONEGitarre
FEINSTEIN
David "Rock" FeinsteinGitarre
John WestGesang
Jeff HowellBass
Bob TwiningKeyboards
Nate HortonSchlagzeug
HARLET
Todd Michael HallGesang
Tod WalravenGitarre
Jon HallBass
Doug JulianSchlagzeug
JACK STARR'S BURNING STARR
Jack StarrGitarre
Ned Michael MeloniBass
Todd Michael HallGesang
RhinoSchlagzeug
Produziert von: Joey DeMaio Länge: 48 Min 18 Sek Medium: CD
01. Heaven And Hell (MANOWAR)06. A Light In the Black (CROSSWIND)
02. Holy Diver (HOLY HELL)07. Never More (DEAN CASCIONE)
03. The Last In Line (METAL FORCE)08. Far Beyond (FEINSTEIN)
04. Long Live Rock'n'Roll (MAGIC CIRCLE ALL STAR BAND)09. Straight Through The Heart (HARLET)
05. I Speed At Night (AWAKEN)10. Catch The Rainbow (JACK STARR'S BURNING STARR)

Was wurde über diese Scheibe schon gestritten, bevor sie überhaupt vorlag. Wendy Dio, die Witwe von Ronnie James Dio, hatte sich über die Tribute-Alben beschwert, die nicht im Sinne ihres Mannes seien, beziehungsweise nur Geld aus seinem guten Namen schlagen wollten. Dieser Zwist wurde weitestgehend über ein „Plappermaul“ im Internet ausgetragen und gipfelte in gegenseitigen Anfeindungen, Schuldzuweisungen und Forderungen, die dem Andenken an den einzig wahren „Metal-God“ nicht gerecht wurden und ein etwas bitteren Nachgeschmack hinterlassen.

Nun liegt “Magic – A Tribute To Ronnie James Dio“ vor und schon das Cover besitzt einen gewissen Charme, denn der Illustrator des legendären RAINBOW-Albums “Rising“, Ken Kelly, hat sich der Sache angenommen. Er vermischt die legendäre Hand, die den Regenbogen auf dem Cover festhält mit der Mano Cornuta – der gehörnten Hand -, die DIO in der Metal-Szene etabliert und zu „seinem“ Zeichen gemacht hatte. Alleine dafür gebührt den Jungs von MAGIC CIRCLE MUSIC schon mal ein dickes Lob, rein optisch geht der Punkt im Vergleich zum bereits vorher veröffentlichten JORN-Werk “Dio“ (dort ist wieder eine Krähe zu sehen) an “Magic – A Tribute To Ronnie James Dio“.

Aber entscheidend ist auf der CD und da gibt es schon gravierende Unterschiede zwischen den beiden Tribute-CDs. Denn während sich der Norweger mit der großen Stimme vor allem persönliche Favoriten von Ronnie James Dio vorgenommen hat, setzen die Mitglieder des MANOWAR Labels stärker auf die großen Hits des Sanges-Gottes. Hier werden Heaven And Hell, Holy Diver, The Last In Line, Long Live Rock’n’Roll, I Speed At Night und Catch The Rainbow geboten, aber auch Raritäten wie der ELF-Song Never More (etwas überraschenderweise als Instrumental!!) und der David Feinstein-Song Far Beyond (immerhin steht dahinter ein Cousin von Ronnie James Dio).

Den größten Brocken haben sich dabei MANOWAR selbst vorgenommen. Sie versuchen sich an Heaven And Hell, vielleicht einem der unwiderstehlichsten Metal-Songs aller Zeiten, aber eben nur in der Besetzung Ronnie James Dio, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward oder Vinny Appice. Denn ein gutes Cover macht eben mehr aus, als nur die Noten möglichst exakt nachzuspielen. Diese Lektion haben JoeyDeMaio und Co. aber anscheinend noch nicht gelernt. Denn über ein besseres Kopieren kommen MANOWAR hier leider nicht hinaus. Sänger Eric Adams kann zwar was die technischen Fähigkeiten anbelangt sicherlich mit Dio mithalten, aber was ihm fehlt ist die nötige Intensität, das einzigartige Charisma, das Dio zum Sanges-Gott machte. Das mag Adams bei den MANOWAR-Songs gelingen, aber an Heaven And Hell scheitert er. Aber auch Karl Logan (Gitarre und Keyboards) sowie Joey DeMaio (Bass) wirken eher blass und können die Dynamik des Songs nicht entsprechend reproduzieren. Insofern beginnt das Album mit einer Enttäuschung.

Maria Breon, die Sängerin von HOLY HELL, wurde schon häufiger als weiblicher Dio bezeichnet. Und die Band hat schon immer den DIO-Klassiker Holy Diver im erweiterten Programm gehabt. Also verwundert es nicht, dass sich hier eine Live-Version des Klassikers auf dieser CD befindet. Und man merkt, dass die Band den Song in- und auswendig kennt. Das Stück wird sehr solide gerockt und Breon macht eine durchaus respektable Figur, aber dieser Song verlangt einfach nach dieser tieferen männlichen Stimme, um sein volles Flair zu entfalten. Aber HOLYHELL liefern sicherlich eine der besseren Performances auf “Magic – A Tribute To Ronnie James Dio“.

Anschließend covern METAL FORCE The Last In Line. Man merkt, dass die Band mit Feuer dabei ist. Leider trübt hier der etwas undifferenzierte Sound den Genuss ein wenig. Denn eigentlich machen METALFORCE ihre Sache gut, inklusive des Solos. Sänger Tarek Maghary singt mit viel Hingabe, auch wenn er eine ganz andere Stimmfarbe als Dio hat. Hier passen Band und Song hervorragend zusammen, aber eine bessere Produktion hätte das Stück noch besser werden lassen.

Wer hat eigentlich Long Live Rock’n’Roll noch nicht gecovert? Hier gibt sich die MAGIC CIRCLE ALL STAR BAND die Ehre, die mit Ausnahme von Gitarrist Jack Starr wenig bekannte Namen zu bieten hat. Aber das beeinflusst das Endprodukt nicht wirklich. Sammy “Shmoulik“ Avigal (Gesang) und Joe Stump (Gitarre) geben wirklich alles und schlagen sich sehr achtsam. Aber irgendwie würde man denn doch lieber das Original hören. Einen solchen Klassiker kann man nicht wirklich besser machen als RAINBOW es damals gemacht haben. Aber schlecht ist diese Version hier nicht.

I Speed At Night wird von AWAKEN nachgespielt, aber hier ist der Sänger wirklich etwas überfordert. Glenn DaGrossa ist ja kein schlechter, aber es ist schon ein himmelweiter Unterschied zum Gott der Metal-Sänger. Zudem hilft die wieder einmal nicht besonders gute Aufnahme dem Stück nicht, sondern zieht es weiter herunter. Manche Version auf diesem Album klingt wie ein Demo. Das wird dem Ansinnen, Ronnie James Dio seinen Tribut zu zollen, nicht gerecht, sondern lässt “Magic – A Tribute To Ronnie James Dio“ eher nach einem schnellen Geschäft mit dem Namen Dio ausschauen.

CROSSWIND haben sich einen Song aus der zweiten Reihe ausgesucht, aber eine superbe Wahl gefällt. A Light In The Black passt perfekt zu ihnen und könnte auch von den Griechen selbst stammen. Ok, Sänger Kyriakos Vasdokas klingt eher nach Joe Lynn Turner, aber die Band spielt mit so viele Feuer und Leidenschaft, dass es einen einfach mitreißen muss. Sicherlich das gelungenste Cover auf diesem Album. Dafür gebührt CROSSWIND ein dickes Lob.

Eigentlich sollte man die Dean Cascione-Version von Never More übergehen, denn welchen Sinn macht es, einen ELF-Song ohne den Gesang und stattdessen nur mit Gitarren-Solo aufzunehmen? Und das zudem noch auf einem Tribut-Album für einen Sänger? Aus meiner Sicht hat dieses Stück hier gar nichts verloren.

Kontroversen gab es auch um die Entscheidung von Magic Circle, Far Beyond von David Feinstein (dem Cousin von Ronnie James Dio) auf “Magic – A Tribute To Ronnie James Dio“ zu verwenden, denn zuerst wurde unterschwellig der Eindruck erweckt, es handele sich um einen Song im Gedenken an Dio. Dies wies Feinstein in einer Reaktion zurück, zumal der Song bereits 2004 veröffentlicht wurde. Außerdem wollte Feinstein an keinem Sampler beteiligt sein, der nicht von Wendy Dio und Dios Label Niji abgesegnet sei. Dennoch befindet sich das Stück auf dem Rezensionsexemplar und es ist davon auszugehen, dass der Track mitveröffentlicht wird. Vielleicht ist das auch gut so, denn Far Beyond ist ein sehr starker Metal-Track, der ein typisches DIO-Flair versprüht und wie ein Zwitter aus Heaven And Hell und Holy Diver wirkt. Vielleicht der stärkste Track des gesamten Albums.

HARLET gehören auch wieder zu den Bands, die hier offensichtlich ein Demo eingereicht haben. Denn leider klingt Straight Through The Heart für meinen Geschmack etwas zu trocken produziert. Die Band selbst spielt das Stück so, wie man es von einem guten Cover erwarten kann. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Dass es der Sänger wesentlich besser kann zeigt das nächste Stück.

Zum Abschluss von “Magic – A Tribute To Ronnie James Dio“ gibt es dann aber noch einmal einen kleinen Höhepunkt, denn JACK STARR’S BURNING STARR spielen die RAINBOW-Ballade Catch The Rainbow wirklich ganz wundervoll. Das liegt zum einen an Gitarrist Jack Starr, der die Gitarrenspuren von Blackmore auf eigene Art interpretiert und sich dennoch an das Original hält. Auch Sänger Todd Michael Hall bietet eine sehr gute Leistung und profitiert sicherlich davon, dass bereits Dio im Original sehr „luftig“ und eher hoch gesungen hat. Ein sehr gelungener Abschluss für diese CD.

Insgesamt gesehen liefert “Magic – A Tribute To Ronnie James Dio“ ein eher maues Bild ab. Sicher einige Version sind ordentlich, andere eher durchschnittlich und manches eher überflüssig. Stellenweise wirkt das Ganze aber doch sehr wie ein Schnellschuss. Gerade im Vergleich zu JORN und “Dio“. Denn im direkten Vergleich merkt man deutlich, dass JORN sich mehr Zeit genommen hat und mehr Herzblut in die ausgewählten Cover-Versionen legt als die meisten Vertreter von MAGIC CIRCLE MUSIC. Zudem gibt es bei “Dio“ keine Songs, die wie Demos klingen, denn auch die Produktion ist dort absolute Spitze.

Beim Hören von “Magic – A Tribute To Ronnie James Dio“ musste ich manchmal an die Eröffnungs-Szene aus dem Film “Rock Star“ denken, als die Cover-Band BLOOD POLLUTION von Chris Cole (gespielt von Mark Wahlberg) den RAINBOW-Klassiker Long Live Rock’n’Roll übt und sich Wahlberg beim Gitarristen beschwert, dass er den Zwischenton im Riff nicht aggressiv genug spielt. Diese Einstellung hätte man sich hier auch manchmal gewünscht: so lange daran arbeiten, bis das Endresultat perfekt ist und nicht weniger.

Ein wesentlich schönerer Tribut kommt da meiner Ansicht nach von Rob Flynn, dem Sänger und Gitarristen von MACHINE HEAD. Er hat Die Young in einer wunderbaren Akustik-Version auf die Webseite seiner Band gestellt. Eigentlich ist der Song Debbie Abonno gewidmet, der „Mutter der Bay Area Thrash-Szene“, aber natürlich auch im Gedenken an Ronnie James Dio gespielt. Das Resultat ist ein wunderbar gefühlvoller Song, dem Flynn darüber hinaus sogar noch eine persönliche Note verleiht. So sollte es sein, leider gelingt das den Künstlern von MAGIC CIRCLE MUSIC meist nicht in dieser Art und Weise.

Aber im Endeffekt wäre der höchste Tribut an Ronnie James Dio, wenn die Metal-Fans losgehen und seine Musik kaufen und hören. Denn so wird die Erinnerung an einen der größten kleinen Männer und eine der unglaublichsten Stimmen im Heavy Metal am Leben erhalten und das viel besser, als es Cover-Versionen jemals könnten. Dann gäbe es auch keinen unschönen Streit darüber, ob das Geld auch wirklich beim „Stand Up And Shout“ Cancer Fund ankommt. Denn im Endeffekt geht es um die Erinnerung an den einzig wahren „Metal-God“ Ronnie James Dio.

Marc Langels, 18.07.2010

 

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