Dion

Blues With Friends

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.08.2020
Jahr: 2020
Stil: Blues, R&B
Spiellänge: 60:52
Produzent: Wayne Hood & Dion

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Plattenfirma: Keeping The Blues Alive Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Joe Bonamassa

Brian Setzer

Van Morrison

Billy Gibbons

Sonny Landreth

Samantha Fish

Paul Simon

Bruce Springsteen

Jeff Beck

Patti Scialfa

Little Steven

Titel
01. Blues Comin' On
02. Kickin' Child
03. Uptown Number 7
04. Can't Start Over Again
05. My Baby Loves To Boogie
06. I Got Nothin'
07. Stumbling Blues
 
08. Bam Bang Boom
09. I Got The Cure
10. Song For Sam Cooke
11. What If I Told You
12. Told You Once In August
13. Way Down (I Won't Cry Anymore)
14. Hymn To Him
Musiker Instrument
Dion Vocals, Guitar
Wayne Hood Guitars, Bass, Wurlitzer Elecric Piano, Hammond Organ & Drums
Joe Bonamassa Slide Guitar on Blues Comin' On
Joe Menza Guitar on Kickin' Child
Brian Setzer Guitar on Uptown Number 7
Jeff Beck Guitar on Can't Start Over Again
John Hammond Harmonica on My Baby Loves To Boogie, Slide Guitar on Told You Once In August
Van Morrison Vocals on I Got Nothin'
Joe Louis Walker Guitar on Got Nothin'
Jimmy Vivino Guitar on Stumblin' Blues
Jerry Vivino Saxophone on Stumblin' Blues
Billy Gibbons Guitar on Bam Bang Boom
Sonny Landreth Guitar on I Got The Cure
Paul Simon Vocals on Song For Sam Cooke (Here In America)
Samantha Fish Guitar on What If I Told You
Rory Block Slide Guitar, Vocals, Bass on Told You Once In August
Stevie Van Zandt Guitar on Way Down (I Won't Cry No More)
Patti Scialfa Vocals on Hymn To Him
Bruce Springsteen Guitar on Hymn To Him

Little Steven, soviel ist sicher, ist 'ne ehrliche Haut. Und wenn der diese Scheibe auf seinem Twitter-Account zum Album des Jahres erklärt – obwohl wir erst kurz nach der Halbzeit sind - , dann tut er dies nicht, weil er darauf auch einen Beitrag geleistet hat, sondern aus ehrlicher Überzeugung.

Anhand der Ansammlung von Berühmtheiten hätte man auch selbst und bereits bevor man den ersten Ton gehört hat, zu diesem Fazit gelangen können. Jedoch ist man in dieser Hinsicht auch schon oft genug enttäuscht worden. Wir kennen das: “Viele Köche...“, und so weiter.

Nun, allein die Tatsache, dass Dion DiMucci sich selbst und uns davor bewahrte, Aufgüsse seiner unzähligen Hits aus den 50er und 60er Jahren (A Teenager In Love, I Wonder Why, The Wanderer Runaround Sue...) mit ein paar Kumpels einzuspielen und stattdessen lauter neue Songs schrieb, spricht dafür, dass er durchaus die Komfortzone meiden wollte. Was im Allgemeinen für das spannendere Resultat spricht.

Der von mir oft und gern geschmähte Joe Bonamassa will sich bei mir – ja, ja, ich merk's schon – einschmeicheln, indem er für den Eröffnungs-Boogie parat steht und einen Korb voller Slide-Licks in die Nummer kippt. Zudem ist er mit seinem “Keeping The Blues Alive“-Label sozusagen Mitinitiator dieser Scheibe. Ich sag's mal so: Er macht da nichts kaputt. Neben Dions Gesang spricht mich aber Wayne Hoods Orgel im Hintergrund am meisten an. Es ist anzunehmen, dass selbst ein Gitarrensammler wie Bonamassa von Joe Menzas Kollektion beeindruckt sein dürfte, und der hat wahrscheinlich auch eines seiner Schätzchen bei Kickin' Child im Einsatz. Es groovt wunderbar in der Swamp-Manier, die Menza infizierte, seit er einst die ALLMAN BROTHERS BAND mit Duane Album gesehen hat.

Gut, Brian Setzer macht kein großes Federlesen und drückt Uptown Numer 7 (war auch eine Vorab-Single) seinen unverwechselbaren Rockabilly-Stempel auf. Die alte, streunende Katzehat nichts verlernt und weiß spätestens beim Solo zu begeistern, auch wenn er das Tempo wahrscheinlich gern etwas erhöht hätte.

In den ausführlichen Liner-Notes im Booklet beschließt Dion den Kommentar zu Can't Start Over Again mit: “What can I say, it's Jeff Beck“. Damit ist schon alles gesagt. Eine wirkliche schöne Ballade, auf die JB ein paar seiner unvergleichlichen Sahnehäubchen verteilt. My Baby Love To Boogie ist ein.. ja, was sonst? Sicher hätte das rauer kommen können, aber auch dieser “Späte CANNED HEAT-Stil“ kommt ansprechend und John Hammonds Blues-Harp ist allein das Eintrittsgeld zu diesem Song werd.

I Got Nothin' war das, was Dion einfiel, als er versuchte, sich etwas einfallen zu lassen. Gut, manchmal muss es nicht der große Geistesblitz sein, sondern der Glücksgriff. Und der lautet in diesem Fall, Van Morrison als Sänger für diesen Song gewonnen zu haben. Cooler R&B, der endlos weiter gehen könnte.

Wie überhaupt das Album, denn jeder Song hat seinen Reiz. Da fällt selbst ein Billy Gibbons gar nicht so großartig auf. Für mich natürlich ein Highlight, wenn Sonny Landreth, mit seiner unverkennbaren Slide in den New Orleans-Flair von I Got The Cure einsteigt. Zusätzlich von ein paar Bläsern gepusht, kommt hier echtes Cajun-Feeling auf.

Jetzt denkt man eigentlich, der Höhepunkt muss erreicht oder bereits überschritten sein, aber es berührt mich wahrlich enorm, wenn sich zu Song For Sam Cooke (Here In America) der große Paul Simon zum Duett mit Dion einfindet. Ja, irgendwie denkt man: Wow, tolles Guitar-Album! Und dann verweisen diese beiden Songwriter alle Gitarristen auf die Plätze.

Aber sie wehren sich! Und mit der famosen Samantha Fish geht es in What If I Told You zum Gegenangriff über. Die hätte ich auch gern singen gehört, aber es macht auch ungeheuer Spaß ihren Fills und Soli in dieser Good-Time-Nummer zu lauschen. Und wir sind noch nicht am Ende! John Hammond und Rory Block sind die Gäste für den Akustik-Ur-Blues Told You Once In August, der uns auf den Mississippi-Trail mitnimmt.

Am Schluss drei E STREET BAND-Mitglieder, damit können nicht viele aufwarten. Stevie Van Zandt (Little Steven) sorgt für die Funken in dem pulsierenden Way Down (I Won't Cry No More) und Patti Scialfa liefert die Background Vocals für das akustisch-melancholische Hymn To Him, welches Gatte Bruce Springsteen mit seiner Gitarre zu einem kleinen Tarantino-Touch verhilft.

“Album des Jahres“ ist immer ein subjektive Angelegenheit, weil jeder anders empfindet und andere Vorstellungen hat. Ein Highlight in diesem, gerade für Künstler so schwierigem, Jahr, hat Dion zweifellos gesetzt.

 

 

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