District 97

In Vaults

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.08.2015
Jahr: 2015
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


District 97
In Vaults, Laser's Edge, 2015
Leslie HuntGesang
Jim TashjianGitarre & Gesang
Rob ClearfieldKeyboards & Gitarre
Patrick MulcahyBass & Gesang
Jonathan SchangSchlagzeug & Percussion
Gastmusiker
Andrew McCannVioline
Dominic JohnsonViola
Kyra SaltmanCello
Produziert von: District 97 & Chris Harden Länge: 60 Min 40 Sek Medium: CD
01. Snow Country06. Takeover
02. Death By A Thousand Cuts07. On Paper
03. Handlebars08. Learn From Danny
04. A Lottery09. Blinding Vision
05. All's Well That Ends Well

Derzeit gehören die Amerikaner DISTRICT 97 wohl zu den denjenigen Bands, denen man am ehesten zutraut, in den Eliten-Zirkel des Progressive-Rock oder –Metal vorzudringen. Dabei wurde die Band gerade erst einmal vor neun Jahren gegründet. In dieser Zeit schafften sie es nun schon ihr drittes Studio-Album sowie zwei offizielle Live-Alben zu veröffentlichen. Dabei war das letzte Konzert-Werk gar kein „eigenes“, vielmehr stellten sich DISTRICT 97 als prominente Backing-Band für John Wetton zur Verfügung. Sie performten zusammen mit dem Sänger etliche Stücke aus seinem Schaffen mit den Prog-Rock-Legenden KING CRIMSON – das Ergebnis wurde unter dem Titel “One More Red Night – Live In Chicago“ veröffentlicht.

Nun also wieder nur eigenes Material. “In Vaults“ heißt das Album, das DISTRICT 97 wohl außerhalb der Progressive-Szene kaum neue Fans einbringen dürfte, dafür ihr Standing innerhalb des Zirkels erheblich aufwerten. Denn die Band um Frontfrau Leslie Hunt liefert hier ein ordentliches Pfund ab. Frei nach dem Motto: alles kann kreieren die Musiker hier einen hochkomplexen aber jederzeit stimmigen Mix aus Prog Rock, Metal, Jazz und leichten Klassik-Anleihen. Da darf man sich schon einmal darauf einstellen, dass man als Hörer schon ein paar mehr Durchläufe brauchen wird, bevor man das Gebotene einigermaßen durchdrungen hat. Kein leichtes Unterfangen, aber so wollen es Prog-Fans ja auch haben.

Bei den insgesamt neuen Stücken steht neben den ausgefeilten Instrumental-Abfahrten aber auch immer die Stimme von Leslie Hunt im Mittelpunkt. Sie liefert wieder eine grandiose Darbietung der ganzen Bandbreite ihres Vokalumfangs ab. Von zart und zerbrechlich bis zu kräftig und exaltiert zeigt die junge Frau was in ihr steckt. Dabei gefällt sie mir persönlich in den ruhigeren und eher fragilen Passagen am besten, aber das andere kann sie eben auch singen, es klingt nur in meinen Ohren eher etwas gequetscht.

DISTRICT 97 legen auf “In Vaults“ auch was die Kompositionen betrifft noch einmal etwas oben drauf – verglichen mit “Trouble With Machines“. Die Stücke sind stellenweise noch komplexer geworden, auf der anderen Seite erreichen sie einen extrem hohen Groove-Faktor trotz aller Breaks und Tempo-Wechsel (zum Beispiel in Death By A Thousand Cuts). Und ein Song wie das herrliche Handlebars dürfte auch bei Jazz-Freunden auf erhöhte Gegenliebe stoßen. Dem gegenüber steht aber ein Stück wie Snow Country, das in den Heavy-Parts fast schon ein wenig an LIVING COLOUR erinnert, während Takeover vom Groove und dem Haupt-Gitarren-Lick ein unterschwelliges LED ZEPPELIN-Feeling mit sich bringt. Und auf diese Art und Weise könnte man jedes der Lieder loben, ohne zwei Mal dieselben Bilder benutzen zu müssen – das ist ein Zeichen großer Qualität.

DISTRICT 97 werden wohl nicht den großen Durchbruch à la DREAM THEATER, YES und Co. erreichen. Dafür ist ihre Musik noch zu fordernd und bietet nicht genügend eingängige Melodien. Aber dafür werden sie sich auch mit diesem Album wieder die Wertschätzung von mehr Musik-Liebhabern erwerben, die den Wert der Kunstform Musik richtig einschätzen können. Aber diese werden eine ganze Zeit lang ihre helle Freude an “In Vaults“ haben, denn das neue Album von DISTRICT 97 ist spannender und abwechslungsreicher als vieles von dem, was die Altvorderen des Genres in den letzten Jahren hervorgebracht haben.

Marc Langels, 06.08.2015

 

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