Divinefire

Farewell

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 13.06.2008
Jahr: 2008

Links:

Divinefire Homepage



Redakteur(e):

Christian Gerecht


Farewell, CMS/Rivel Records, 2008
Christian LiljegrenLead Vocals
Jani StefanovicDrums, Rhythmguitar, Keyboards & Programming
Andreas OlssonBass
Hubertus Liljegren (Gastmusiker)Growls
Mats Leven (Gastmusiker)Backing Vocals
Carl Johan Grimmark (Gastmusiker)Guitar Solos & Acoustic Guitars
Produziert von: Jani Stefanovic und Christian Liljegren Länge: 43 Min 54 Sek Medium: CD
01. Calling The World06. My Roots Are Strong In You
02. Unity07. King Of Kings
03. You'll Never Walk Away08. Heal Me
04. Pass The Flame09. Farewell
05. Grow And Follow

Im finstren Skandinavien schlüpften in den 1980ern und 1990ern eine Menge an fantastischen Metalbands. Egal ob sie sich mehr dem Blackmetal, Trash-, Power- oder Speedmetal verschrieben hatten: Sie punkteten durch Glaubwürdigkeit, tolle Songs, teils richtige Epen und herausragende Kompositionen. Viele dieser Bands haben sich bis heute gehalten, wichen mal hier und mal da von ihrer ursprünglichen Richtung ab, verwoben ihren ursprünglichen Stil mit Prog- oder Symphonic-Ansätzen und schufen dadurch ebenfalls Meisterwerke (man denke nur an OPETHs "Blackwater Park").
Tja, und dann kamen die Absahner, die, die mit wenig Aufwand viel Kohle machen wollten, für die Glaubwürdigkeit ein Fremdwort und durchkomponierte Songs ein Zufall schienen.
Solche Bands, die wir nun in der zweiten, dritten Generation erleben, gehen nach ein paar nichtssagenden Alben unter wie die bleiernen Fische, aber ehe man sich versieht sind die Musiker unter neuem Namen und neuer, natürlich ungemein druckvoll-bewegender Musik zurück.
-Unkraut vergeht nicht, pflegte meine Großmutter gerne zu sagen und ich stimme ihr hier voll und ganz zu. (Wobei sich das nicht nur auf die skandinavische Metalszene bezieht).

Unter den Musikern und Producern dieser "Ackerwinden" hat sich in den vergangenen Jahren Jani Stefanovic hervorgetan. Sein letztes Projekt, REINXEED, ist Konserven-Metal bar jeder Beschreibung.
Aber: War das REINXEED Debüt-Album "The Light" schon ein Reinfall in Sachen Power- und Epicmetal, so setzt Jani Stefanovic, der sich offensichtlich zu einem Ralph Siegel des skandinavischen Metals profiliert, bei der "christlichen Metalband" DIVINEFIRE noch einen obendrauf.
Mit "Farewell" legen uns die Retter des Christentums ein Album vor, das vor Konserve nur so sprüht. Die Mixtur aus Powermetal, Speed-, Melodic- und Symphonicmetal, ergänzt durch Deatmetal-Growls (!böse!), klar-christlichen (!gut!) Cleangesang und seichteste (bspw. Unity) Pop-Refrains a la European Song Contest wirkt lustlos aneinander gefügt und wird durch gesampelte Orchestereinlagen, getriggerte Drums und Synthie-Müll zu einem bewegungsunfähigen Monstrum aufgeblasen.

Nun ist "Farewell", wie den Credits zu entnehmen, DIVINEFIREs letztes Album und die Band damit Geschichte. Da aber sowohl Stefanovic (der ja, neben seiner Produzententätigkeit noch der Deathmetal?-Band RENASCENT angehört sowie bei MISERATION und ESSENCE OF SORROW die Finger im Spiel hat), als auch Sänger Liljegren und Bassist Olsson (die beide auch der Band NARNJA angehören) weiterhin bestens versorgt sind, müssen wir uns um aufgeblähten Power-, Speed-, Symphonic-, White- und was weiß ich für Metal aus Skandinavien keine Sorgen machen.
Ich weiß, dass klingt boshaft und mir tut die Promo-Agentur, die DIVINEFIRE vertritt fast schon leid, aber es nutzt halt echt nix: Das ist Soundmüll!
Soundmüll, der aber seine Abnehmer finden wird. Einen Fankreis für derlei Musik gibt es ja durchaus.
-Aber ob da ambitionierte Metaller darunter sind, wage ich schwerst zu bezweifeln.

Nachdem ich "Farewell" nun ein halbes Dutzend mal durchgehört habe, um wenigstens einen halbwegs verwertbaren Ansatz zu finden, wird mir immer bewusster, dass es auch hier nichts zu finden gibt (gleiches galt es ja schon bei REINXEEDs Album "The Light" zu bemängeln):
Es gibt an dieser, wie dieser Musik nichts was dich berührt, was dich in irgendeiner Form ansprechen oder gar halbwegs in Euphorie versetzen könnte. Dafür kriegst du Konservenmüll ohne Ende um die Ohren geballert. DIVINFIRE ergießen sich großteils in schier endlosem, immer gleichen Gitarrengewichse, die gesampelten Orchesterparts lassen das Hirn welken, Synthie-Gewaber verklebt die Trommelfelle und bedrohliche Death-Growls rauben dir nächtelang den Schlaf! ;-)
Aus meiner Vorliebe für Longtracks heraus möchte ich aber wenigstens das Take Heal Me erwähnen, das als solches wenigsten einen Hauch an Struktur und Kompositionslehre erkennen lässt. Parallelen zum REINXEED Longtrack tun sich hier natürlich zwangsläufig auf, aber ich sag's ganz offen: Selbst ein Album voller Longtracks (a la "Heal Me") hätte aus DIVINFIREs "Farewell" keinen Kieselstein werden lassen. Wenn bei einigen Momenten von Heal Me der Gedanke aufblitzt, jetzt könnte es doch interessant werden, dann findet sich garantiert ein überambitioniertes Riff, dass diesen Ansatz sofort wieder niederbügelt.
So bleibt, als positivste (und letzte) Nummer der Scheibe, der getragene Titeltrack "Farewell". Denn nun isses vorbei. -Und irgendwie bin ich erleichtert, denn das Review ist damit auch im Kasten...

Fazit: Nachdem das Christentum nun gerettet scheint und der skandinavische Power/Symphonic/Epicmetal für seine Anhänger ein neues "Highlight" bereit hält, wende ich mich, für meinen Teil (obgleich auch zu den Christenmenschen zählend - aber man hat halt seine Laster...), wieder den skandinavischen Schwermetallern zu, die sich mehr der anderen Seite verschrieben haben.
Hey Jani, haste schon mal was von DISSECTION gehört? -Oder wie wär's mit OPETH, MAYHEM, AMORPHIS, WINTERSUN oder von mir aus auch HAMMERFALL? -Nein?! Ach so, es muss epischer sein...
...dann hör dich doch mal ins NIGHTWISH Album "Once" rein.
So muss das klingen!
Und dann klappt's auch mit einem positiven Review!

(Übrigens: Tarja hätte ja jetzt genug Zeit! Nur eins, Jani, sach ich dir gleich: Die kost' teuer Geld...:-))

Christian "Grisu" Gerecht, 13.06.2008

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music