Donnie Vie

DVieD/EP

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


DVieD/EP, Livewire Records, 2006
Länge: 23 Min 48 Sek (CD) Medium: EP & DVD
Disc One: DvieP
1. Code Red4. I Love The Way
2. Country Roads5. Lucy In The Sky With Diamonds
3. If You Could Read My Mind Love6. Somewhere
Disc Two: DvieD-Baby Pictures
1. Hello5. Going Solo
2. Debut6. Goodbye
3. Strength7. Bonus
4. Japan

Zu meinem letzten ENUFF Z'NUFF Review standen die Kerle kurz vor einer Europatour mit den Gleichgesinnten von WHITE LION, BANG TANGO und PRETTY BOY FLOYD. Ja, da macht euch mal keine Hoffnungen: Die gibt's alle noch, oder wieder, oder demnächst....
Aktuell ist eine Tour mit FASTER PUSSYCAT, BULLET BOYS und den GYPSY PISTOLEROS angekündigt. Na, sag ich's nicht?
Jedenfalls sind mittlerweile - seit "?" - schon wieder ein paar CDs erschienen, die sich allerdings auf "Greatest Hits", Reunion-Live-Scheiben oder sonstige Compilations beschränken. Es ist aber wieder mal die Rede von einem neuen Studioalbum.
Inzwischen beglückt uns Sänger Donnie Vie mit einem Solo-Scheibchen - kaum mehr als Maxi-Länge (schön, ist auch nur als EP ausgewiesen) - dem aber eine umfangreiche DVD beigepackt ist. Zunächst zur CD: Sechs Songs, drei davon Coverversionen, wer den Kram eingespielt hat steht nicht drauf, anscheinend Donnie im Alleingang.
Es regt mich, wie üblich, gleich schon auf, wenn die Songreihenfolge nicht der auf dem Cover angegebenen entspricht. Los geht's mit der Selbstkomposition I Love The Way - und begeistert einen kaum. Der Donnie kann ja eigentlich schon singen, den Hang zu BEATLES-artigen Melodien kennen wir auch von ihm, aber so banal dahinträllernd..., und das gleich zu Beginn, nee. Da mag er die Bachtrompete aus Penny Lane wunderschön integrieren, aber bei seiner Hausband hätte mit dem Titel wohl kaum Erfolg gehabt. Bei mir auch nicht.
Oh, liebe Güte, wenn ich dieses reingestolperte Sample-Drum-Intro schon höre, langt's mir für gewöhnlich schon für den Rest des Songs. John Denvers Country Roads muss hier herhalten. Wäre vielleicht keine schlechte Idee, aber dann, bitte, mit Schmackes und nicht so gelangweilt dahergeleiert. Wisst ihr, wie sich so was anhören kann und soll? Schmeißt das JASON & THE SCORCHERS Album "A Blazing Grace" in den Player und wählt den 3. Song - das bläst den Staub von der Country-Straße, von Virginia bis runter nach Texas!
Als drittes folgt dann der Code Red und bringt wenigstens etwas Schwung in diese Veranstaltung. Wäre das Ganze jetzt noch vernünftig produziert, wäre das sogar ein feiner Party-Kracher, der zumindest zu den besseren auf den letzten AEROSMITH-Alben gehört hätte. Womöglich gewöhnt man sich nach mehrfachem Hören...., aber ich glaub's nicht recht.
Gordon Lightfoots If You Could Read My Mind Love ist eigentlich eine wunderbare, gezupfte Akustikgitarren-Nummer, die die SPOTNICKS 1972 so bearbeiteten, dass sie zur Erkennungsmelodie der Olympia-Übertragungen der ARD wurden und in diesem Zuge bis auf Platz 2 der Single-Charts kletterte. Diese Single war mein erster Kontakt mit diesem Song, den man aber natürlich erst im Original richtig lieben lernt. Man kann ihn natürlich auch so daherschrammeln wie Donnie Vie und dazu Keyboards und Streicherimitationen plätschern lassen und kriegt den Song auch nicht kaputt, aber: Wer braucht das?
Geduld, bald ist's überstanden. Das selbst verfasste Somewhere hat durchaus Ohrwurmpotenzial und ich könnte mir vorstellen, dass OASIS damit einen mittelgroßen Hit landen würden. Wenn Liam singen könnte wie Donnie. Leider krankt es auch hier wieder an der amateurhaften Produktion, die diese Halb-Ballade am Höhenflug hindert.
Er kann hat nicht anders und erweist den Fab Four mit Lucy In The Sky With Diamonds Reminiszenz. So quäkig hat John Lennon den Song allerdings weder gesungen noch gemeint. Für großartige Experimente fehlt offensichtlich der Mut, ist die Ehrfurcht zu groß..., dann hätte man es aber auch gleich ganz sein lassen können. Was eigentlich auf die ganze CD zutrifft. Für Fans ganz witzig, ansonsten, nun, zu etwas völlig anderem:

Die DVD bringt einen Überblick über Donnie Vies Karriere und zeigt gleich zu Beginn, dass er weiß, wie man eine Haschpfeife - oder was immer darin ist - zum qualmen bringt. Natürlich gibt's hier überwiegend Material von ENUFF Z'NUFF und, ebenso natürlich, findet sich etliches an "Homevideo" oder sonstigen "Handkamera" Aufnahmen mit jeder Menge Geplapper unter diesen Mitschnitten. Das schaut man sich ungefähr so oft an wie die alten Super-8 Filme von der Hochzeit eurer Eltern.
Interessanter sind da schon die ersten Auftritte der Band. Witzig, wie die Jungs aussahen und auch wie sie spielten. Richtig Spaß machen allerdings die MTV-Videos der Band. Das sieht heute hoffnungslos antiquiert aus und trotzdem find ich's klasse. Quietschbunt von Kopf bis Fuß hüpfte die Band durch diese Videos und demonstriert, welche perfekteste Verbindung von Hard Rock (kein Metal, wie Donnie betont) und Pop sie in den 80ern war. Das zeigen u.a. Fly High Michelle, Baby Loves You und New Thing.
Dass man den 2004 verstorbenen Original-Gitarristen Derek Frigo hier noch mal erleben darf, freut wohl nicht nur Anhänger der Band. Der war wirklich kein Schlechter.
Nicht erst seit THUNDERs "Go Mad In Japan" DVD wissen wir, dass es immer eine besondere Gaudi ist, wenn Rockbands in das Land der aufgehenden Sonne reisen. So auch hier. Interview-Gekasper wechselt mit TV-Performances von Right By Your Side, Mary Ann Lost Her Baby und Innocence. Erstaunlich, was da noch alles erhalten ist.
Auch die Soloaktivitäten von Donnie Vie werden ins Bild gerückt, allerdings sind, für mich, die Aufnahmen mit seiner Band deutlich hochwertiger und hochkarätiger, auch wenn es schön ist, wenn Donnie John Lennons Version von Stand By Me recht überzeugend bringt und auch Don't Let Me Down - ja, genau, der BEATLES-Song - zusammen mit MÖTLEY CRÜEs John Corabi Laune macht. Trotz der verstimmten Gitarren. Oder sind's die mangelnden Akkord-Kenntnisse?
Die "Homevideos" mit Songs von Donnie, na ja, zwischen recht nett und unnötig. Anhand der ENUFF Z'NUFF-Dokumente ist die DVD aber doch sehr interessant und eigentlich hätte die eine Veröffentlichung unter dem Namen der Band verdient. Na ja, die Fans werden es auch so mitkriegen und die Audio-CD als kleine Dreingabe von Donald Vandevelde betrachten.

Epi Schmidt, 15.03.2007

 

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