Donovan

Beat Cafe

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.11.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Donovan
Beat Cafe, Appleseed Recordings/Fenn Music, 2004
Donovan Leitch Vocals, Guitars
Jim Keltner Drums & Percussion
Danny Thompson Double Bass
John Chelew Keyboards
Produziert von: John Chelew Länge: 51 Min 11 Sek Medium: CD
1. Love Floats7. Question
2. Poorman's Sunshine8. Lord Of The Universe
3. Beat Cafe9. Lover O Lover
4. Yin My Yang10. Cuckoo
5. Whirlwind11. Do Not Go Gentle
6. Two Lovers12. Shambala

Da hat sich Donovan aber einiges vorgenommen. Mit seinem aktuellen Album "Beat Cafe" möchte er den Spirit der Beatnik-Generation der 1950er und 1960er Jahre wiederbeleben. Seine heere Zielsetzung liebäugelt damit, den jüngeren Generationen die damalige Aufbruchsstimmung, die sich u.a. in den literarischen Ergüssen eines Jack Kerouac, William S. Burroughs und Allen Ginsberg manifestierte, näherzubringen. Donovans "Beat Cafe" steht quasi als Synonym für das Bohemian Cafe, der grenzenlosen Gedankenbörse der damaligen Zeit, in welchem sich Künstler jeglicher Couleur trafen, um mit den Tabus von Sex, Religion und Musik zu brechen.

In Donovans Musik spiegelt sich das jedenfalls in einem mehr oder weniger losen Gefüge aus Jazz- und Blues-Mustern wider; unter der von ihm selbst ausgegebenen Losung: "No fixed arrangements". Die Songs klingen trotz dieser Maxime doch noch recht geordnet, was nicht zuletzt an der kompetenten und ideenreichen Unterstützung erfahrener Kumpels wie Danny Thompson (Nick Drake, Elvis Costello, Eric Clapton, Paul Weller) am Contra-Bass und Jim Keltner (Bob Dylan, Ry Cooder, Ray Charles, Warren Zevon, James Taylor, John Hiatt) an den Drums liegt. Produzent und Keyboarder John Chelew, der mit den BLIND BOYS OF ALABAMA schon zu Grammy Ehren kam, unterstützt das jazzig-bluesige Konzept mittels einiger halbgarer Orgel- bzw. Synthiesounds oder generierter Vibraphon-Ideen.
Das Ganze hat also mit dem wolkenweichen Folk der Donovan-Frühphase nicht mehr viel zu tun, sondern setzt ganz auf den ursprünglich ins Auge gefassten Gedanken, sich anders oder neu zu orientieren.

Betrachtet man Donovans musikalische Vergangenheit, mag diese sogenannte Experimentierfreudigkeit als gelungene Fingerübung Anerkennung finden. Vieles wird durch die versierten Fähigkeiten von Thompson und Keltner vor dem Absturz ins Seltsame bewahrt. Wobei 'seltsam' gar nicht mal als passendes Wort funktioniert. Vielmehr ist es die wenig zwingende Klasse der einzelnen Songs. Alles läuft im Grunde mässig aufregend am Hörer vorbei. Hier fesselt nichts wirklich. Musikalische Tabus werden hier zumindest nicht gebrochen.
In seinen Texten propagiert Donovan hier die mystische Kraft der Liebe, dort die verruchten Vorzüge des cannabisgeschwängerten Beat Cafes. Den vordergründig glitzernden Wahnwitz eines Bohème vertritt Donovan auch in dem zentralen Stück dieses Werkes The question: "Holla ma gollo aholla - Holla ma gollo aholla - the question that you should not answer - an answer that you should not ask - and the answer is the question - and the question is the task - as I stroll down through my madness - without worry or warning".

Okay, dann erziehe ich meine Kinder doch lieber im Geiste eines Bourgeois. Der Zutritt ins Beat Cafe erscheint mir unter diesen Umständen doch recht fragwürdig. Free your mind...

Frank Ipach, 22.11.2004

 

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