The Doobie Brothers

World Gone Crazy

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.11.2010
Jahr: 2010
Stil: Westcoast Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Doobie Brothers
World Gone Crazy, Eagle Records, 2010
Patrick SimmonsLead & Backing Vocals, Electric & Acoustic Guitars
Tom JohnstonLead & Backing Vocals, Electric & Acoustic Guitars
John McFeeAcoustic & Electric Guitars, Resonator Guitar, Violin, Mandolin, Banjo, Backing Vocals
Michael HossackDrums, Percussion
Guests:
Michael McDonaldVocals
Willie NelsonVocals
Norton BuffaloHarmonica
Mark Russo, Mic GiletteHorns
Guy AllisonWurlitzer Piano
Bob Glaub, James 'Hutch' HutchinsonBass
Bill PaynePiano, Organ, Keyboards
etc. etc.
Produziert von: Ted Templeman & Doobie Brothers Länge: 55 Min 34 Sek Medium: CD
01. A Brighter Day08. My Baby
02. Chateau09. Old Juarez
03. Nobody10. I Know We Won
04. World Gone Crazy11. Law Dogs
05. Far From Home12. Little Prayer (Bonustrack)
06. Young Man's Game13. New York Dream (Bonustrack)
07. Don't Say Goodbye

Dass die DOOBIE BROTHERS ihr neues Album "World Gone Crazy" nennen wundert kaum. Denn die älteren Herren (alle um die 60 oder älter) sind noch in einer Welt groß geworden, die nicht so viel Wert auf Globalisierung, gesteigerte Effizienz, scharf ausgerichtetes Zeitmanagement und dergleichen legte. Im Jahre des Herrn 1969 ging es in Kalifornien noch recht locker zu, Flower-Power, Free Love, Pot, Acid und Woodstock waren die Schlagwörter der ausgehenden Dekade. In dieser fröhlichen Zeit stießen die talentierten Musiker der DOOBIES ein paar Türen auf und gelangten eines Tages mit Hilfe ihres damaligen Produzenten Ted Templeman, der zuvor ein Demoband der Truppe für verkaufsträchtig hielt und daraufhin ihren Albumerstling betreute, in die Köpfe und Ohren zig Tausender Amerikaner. Die kiffenden Musiker sollten fortan eine steile Karriere hinlegen und so einige Millionen Platten verkaufen. Der glanzvolle Rest dürfte interessierten Musikliebhabern wohl bekannt sein.

Von der so genannten Kern-Band, also der ziemlich erfolgreichen Frühsiebziger-Ära sind auf dem neuen Longplayer noch Tom Johnston, Patrick Simmons und Drummer Michael Hossack mit dabei. John McFee, der ab dem Millionenseller "Minute By Minute" (1979) mitstritt, darf man unter Umständen auch noch als Stammgitarrist werten. Tja, und als Gastvokalisten verpflichteten die geschäftstüchtigen DOOBIES natürlich noch ihren ex-Sänger Michael McDonald, der damals für viele alte Hardcore-Fans die verhasste seichte Pop-Phase der Kalifornier einleitete. McDonald singt hier allerdings nur bei einem einzigen Track mit: Don't say goodbye.

Was soll man nun dazu sagen? Die DOOBIES klingen auf "World Gone Crazy" größtenteils wie weiland zwischen 1972 und 1975, soundtechnisch allerdings transparenter, satter, fetter und druckvoller als seinerzeit, als die Produktionen aus heutiger Sicht noch ein wenig anämisch klangen. Die Tom Johnston Kompositionen rocken wie ehedem in einem allzu typischen kalifornischen Freudentaumel, auch wenn die Texte manchmal mit einem leicht bissigen oder auch verklärt sentimentalen Unterton daherkommen. Die Patrick Simmons Tracks betonen gerne auch die balladeske und weichgekochte Seite der DOOBIES. Insofern teilt sich das neue Album in mehrere Frühsiebziger- und Spätsiebziger Einzelteile. Je nach Vorliebe kann man sich also seine Lieblingssongs aussuchen. Wer die Michael McDonald-Phase nicht so mag, wird Songs wie Far from home, Don't say goodbye und das mit Willie Nelsons Vocals verzierte I know we won nicht sonderlich prickelnd finden. Rockende Gassenhauer wie Chateau, World gone crazy und das autobiografische Young man's game sollten da schon eher den Geschmack der Frühsiebziger-Phase-Fans treffen. Wer beide DOOBIES-Ausrichtungen mag und diese Sprünge zwischen Rock und Pop zu goutieren versteht, sollte an diesem Konstrukt der alten Herren seinen berechtigten Spaß haben. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man diesem liebevoll von Ted Templeman und den DOOBIES höchstselbst fabrizierten Album kaum absprechen. Ich jedenfalls mag diese Scheibe, sie ist ja sooo schön sentimental...

Die als Bonus-Schmankerl beigefügte DVD zeigt in einer knapp halbstündigen Dokumentation den Werdegang der langmähnigen Kiffer-Bande, präsentiert charmantes altes Filmmaterial und TV-Clips, sowie aktuelle Interviews mit den angegrauten Protagonisten. Alles in gebotener Kürze und nicht arg ins Detail gehend, doch immer noch anspruchsvoll und informativ genug, um nicht als nutzloses Unterfangen zu enden.

Frank Ipach, 15.11.2010

 

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