Rosedale

Dortmund, Blue Notez Club, 23.02.2019

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 26.02.2019
Stil: Blues-Rock

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Venue: Blue Notez Club


Redakteur(e):

Frank Ipach


Es hat sich offenbar herumgesprochen, dass eine der vielen Zweigstellen des 7. Bluesrock-Himmels im Dortmunder "Blue Notez Club" liegt. So erscheint es kaum verwunderlich, dass eine mehr oder weniger unbekannte Bluesrock-Truppe aus Frankreich namens ROSEDALE eine recht ansehnliche Anzahl neugieriger Blues-Freunde in das etablierte Ruhrgebiets-Venue lockt, um erleichtert und voller Genugtuung festzustellen, dass sich das ambitionierte französische Quintett ganz energisch ins Zeug legt, die zahlreich verteilten Vorschusslorbeeren nicht verwelken zu lassen. Nicht umsonst hat sich die im Konzert-Business sehr umtriebige und wachsame Florence Miller Agency ihrer angenommen, um neben Henrik Freischlader und Ben Poole einen weiteren Edelstein in seine Krone zu setzen.

Die 2016 ins Leben gerufene Band, die sich im vergangenen Herbst mit ihrem zweiten, bei Dixiefrog Records erschienenen Album "Wide Awake" aufmachte, die europäische Bluesrock-Gemeinde zu beeindrucken, verfügt über den eindrucksvollen Vorteil gleich zwei echte Galionsfiguren ins Rennen zu schicken.

Zum einen verfügt das gut eingespielte Quintett mit Amandyn Roses über eine stimmgewaltige und aparte Frontrau, die ihre stimmliche Variabilität im Laufe des kurzweiligen Konzertabends eindrucksvoll zur Schau stellt. Auch wenn die langmähnige Amandyn in manchen Punkten des Abends offenbar noch an ihrer Rolle des unnahbaren Vamp arbeitet und ihr unbestrittenes vokales Charisma nicht durchweg mit ihrer etwas unterkühlt wirkenden Bühnenpräsenz korrespondiert, setzt sie dennoch genügend Glanzpunkte, um sich in die Herzen der Zuhörer zu singen.

Zum anderen staunen die versammelten Bluesrock-Jünger und Gitarren-Afficionados über den hageren 30-jährigen Charlie Fabert, der sich als Komponist bzw. Co-Autor fast aller ROSEDALE Songs mit fulminanter spielerischer Raffinesse und einem wohltuend cremigen Gitarrenton in das reich bestückte Buch der Gitarrenhelden einschreibt. Was der junge Mann, der in Frankreich schon mit Blues-Größen wie Fred Chapellier musizierte, an geschmackvoller Gitarrenarbeit zu bieten hat, katapultiert ihn ohne Umschweife in die erste Reihe der außerordentlich bemerkenswerten Saitenhexer. Ziemlich großartig auch sein ausschweifendes Solo am Ende des Gigs, das von Gefühl und Lebhaftigkeit kaum zu übertreffen ist und viele seiner Vorbilder wie Peter Green, Jimmy Page, Ritchie Blackmore, Gary Moore und Roy Buchanan Revue passieren lässt.


(Foto: Peter Schepers)

Das facettenreiche und dynamisch gut ausgeklügelte Programm der jungen Wilden speist sich selbstredend aus dem Fundus der beiden bisher erschienenen Alben "Wide Awake" und ihrer 2016er Debütscheibe "Long Way To Go" und wird zwischenzeitlich mit einigen verrockten Klassikern wie Nutbush City Limits (Ike & Tina Turner) und I Saw Her Standing There (The Beatles) aufgefrischt. Dass auch den mitgereisten Band-Kollegen Denis Palatin (Drums), Pili Tempo (Bass) und Keyboarder Séraphin Palmeri reichlich Raum zur solistischen Entfaltung zugestanden wird, spricht für eine intakte Bandchemie und versetzt das staunende Publikum gerade auch im Zuge des imposanten Schlagzeugsolos von Monsieur Palatin in hellste Aufregung.

Nimmt man das Dortmunder Konzert als Maßstab, muss man davon ausgehen, dass ROSEDALE gewiss noch von sich reden machen werden. Denn wer auf der wackeligen Leiter zum 7. Bluesrock-Himmel nicht strauchelt und imstande ist, magische Momente zu kreieren und sie großzügig mit dem Publikum zu teilen, wird eines Tages mehr sein als einer unter vielen.

 

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