Doug Seegers

Walking On The Edge Of The World

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 28.08.2016
Jahr: 2016
Stil: Americana

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Doug Seegers
Walking On The Edge Of The World, Capitol Records, 2016
Doug SeegersVocals, Acoustic Guitar
Will KimbroughGuitars, Backing Vocals
Chris DonahueBass
Phil MadeiraOrgan, Piano, Guitar
Bobby WilliamsGuitar
Al PerkinsLap Steel, Pedal Steel
Bryan OwingsDrums, Percussion
Matt CombsFiddle
Jim HokeSaxophones
Elisabeth CookVocals
Emmylou HarrisVocals
Buddy MillerVocals
Produziert von: Will Kinbrough Länge: 44 Min 12 Sek Medium: CD
01. Walking On The Edge Of The World07. Before The Crash
02. From Here To The Blues08. Give It Away
03. Zombie09. Far Side Banks Of Jordan
04. Will You Take The Hand Of Jesus10. If I Were You
05. She's My baby11. Mr. Weavil
06. How Long Must I Roll12. Don't Laugh At Me

Ganz gleich wie rasant der ungewöhnlich anmutende Ein- und Aufstieg des neuen Country-Stars Doug Seegers seine Karriere befeuerte, fest steht jedenfalls, dass bei diesem Künstler jede Menge Qualität und Authentizität aufgerufen wird. Wenn jemand innerhalb weniger Monate vom Obdachlosen zum Plattenstar samt Goldstatus avanciert, hat dies nicht nur mit geballtem Medienhype und einer Portion Glück zu tun, sondern auch mit dem persönlichen Geschick und Gespür für gelungenes und gereiftes Songwriting und der entsprechenden kompetenten Umsetzung durch fabelhafte Musiker aus der einschlägigen Szene.

Country-Größen wie Emmylou Harris und Buddy Miller stehen nicht aus Jux im Aufnahmestudio und vertonen die spürbar lebensnahen Geschichten eines 64-jährigen Troubadours, der die Höhen und Tiefen des Lebens am eigenen Leib erfahren hat und nun über den zufälligen Umweg Schweden die Country-und Americana Welt für sich einnimmt.

Nachdem die schwedische Fernsehjournalistin Jill Johnson ihr Findelkind Doug Seegers zu unerwartetem Erfolg im Land der Fjorde verhalf, die amerikanischen Spürhunde gierig der ausgelegten Fährte folgten und ein ausgesprochen niveauvolles Debutalbum ("Going Down To The River") als saftige Beute einfuhren, reiben wir uns nun an einem weiteren Meilenstein in Doug Seegers holprigen Leben.

"Walking On The Edge Of The World" beginnt laut und roots-rockig markant mit dem an John Hiatt und Buddy Miller geschulten Titelsong und fließt geschmeidig in ein schunkelndes und wehmütiges Country-Duett zwischen Doug und seiner schon vom Debutalbum erprobten Partnerin Elisabeth Cook (From Here To The Blues). Das Säuferdrama Zombie reüssiert als bluesiger Western-Swing samt Bläserunterstützung und hätte auch einem drogengebeutelten Ray Charles gut zu Gesichte gestanden.
Die von schwermütigen Streichern getragene Ballade She's My Baby fliegt mit einem altehrwürdigen Glen Campbell Feeling in den wolkenverhangen Abendhimmel und würde sicher auch dem croonenden Elvis Costello zur Ehre gereichen. How Long Must I Roll macht als zünftiger Rockabilly-Kracher eine prima Figur, bevor das roots-rockige Before The Crash eine deftige John Mellencamp Note ins Spiel bringt und die angezerrten E-Gitarren in den Vordergrund schiebt.

Die Country-Ballade vor dem Herrn reicht uns Seegers mit Give It Away, einem schmerzvollen Tränenzieher mit wehmütiger Pedal Steel von Nashville Ikone Al Perkins. Mit gospeligem Bluegrass Gespür vertonen Seegers und Emmylou Harris das einst von Johnny und June Carter Cash aus dem Paradies entliehene Far Side Banks Of Jordan. Ein weiteres zünftiges Country-Duett zwischen Seegers und Mr. Buddy Miller läutet die vorletzte Runde des Albums ein und macht dem Hörer mit einem muskulösem Rhythm & Blues Stampfer namens Mr. Weavil ausgesprochene Lust, dieses reichhaltige und abwechslungsreiche Album gleich noch einmal aufzulegen. Das volle Dutzend präsentiert uns Seegers schlussendlich mit dem akustischen Solostück Don't Laugh At Me, das den ehemals Glücklosen noch einmal so zeigt wie er vor knapp zweieinhalb Jahren noch durch die Straßen von Nashville tingelte und seinen verpassten Chancen hinterhersang. Bis plötzlich Jill Johnson vor ihm stand, seine verzweifelte Stimme hörte und die Erfolgsgeschichte ihr erstes Kapitel schrieb.

Frank Ipach, 27.08.2016

 

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