Dr. John

Live At Montreux 1995

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 08.04.2011
Jahr: 2011
Stil: Blues, Jazz, Rock′n′Roll

Links:

Dr. John Homepage



Redakteur(e):

Michael Koenig


Dr. John
Live At Montreux 1995, Eagle Vision, 2011
Dr. JohnLead Vocals, Piano, Guitar
Hermann V Ernest IIIDrums
Smiley RicksPercussion, Backing Vocals
Robert Broom Jr.Guitar, Backing Vocals
David BarardBass, Backing Vocals
Charlie MillerTrumpet
Alvin Red TylerTenor Saxophone
Ronald CuberBaritone Saxophone
Produziert von: Claude Nobs, Terry Shand & Geoff Kempin Länge: 93 Min 52 Sek Medium: DVD
01. Iko Iko08. Makin' Whoopee
02. Renegade09. Goin' Back To New Orleans
03. Come On (Let The Good Times Roll)10. The Big Bass Drum (On A Mardi Gras Day)
04. Tell Me You'll Wait For Me11. I Shall Not Be Moved
05. Blue Skies12. Mess Around
06. Gee Baby Ain't I Good To You13. Iko Iko (Instrumental/Reprise)
07. Right Place, Wrong Time
Bonus Tracks 1986:
01. Mac's Boogie03. Junko Partner
02. Tipitina

In Zusammenarbeit mit Montreux Sounds und dem renommierten Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL brachten Eagle Vision vor kurzer Zeit den ersten, zweiundzwanzig Einzeltitel umfassenden, Teil der DVD-Reihe “…Live At Montreux…“ als “KulturSPIEGEL Edition“ heraus. Sie widmen sich dabei den Auftritten vieler namhafter Musiker/innen bei dem immerhin schon seit 1967 alljährlich in der schweizerischen Stadt am Genfer See stattfindenden, weltberühmten Jazzfestival quer durch die 1970er, 1980er, 1990er und 2000er Jahre.

Hier wollen wir uns mit zwei der sechs Montreuxkonzerte des aus New Orleans stammenden Malcolm John “Mac“ Rebennack Jr., besser bekannt als Dr. John beschäftigen. Den Hauptteil macht der Gig, den er mit seiner Band am 19. Juli 1995 spielte, aus. Als Zugabe werden dem/r Zuschauer/in bewegte Bilder vom Gastspiel am 05. Juli 1986 spendiert. Tatort war jeweils das Auditorium Stravinski.
“Dr. John Live At Montreux 1995“ heißt die Veröffentlichung. Es gibt bereits mindestens eine frühere Ausgabe genau dieser DVD, mit identischem Titel und übereinstimmender Trackauflistung. Der Mitschnitt von 1995 ist auf jeden Fall auch schon wenigstens einmal im Audioformat, mit etwas verkürzter Setlist, erschienen. Durchaus möglich, dass noch weitere Versionen existieren.

Diesen Auftritt kann man mit Fug und Recht als mitreißend und intensiv bezeichnen. Jeder, der da auf der Bühne agiert, ist mit vollem Einsatz bei der Sache und bringt sein gesamtes Können ein. Die hier praktizierte, hochkomplexe Verbindung von Althergebrachtem und Modernem erfordert dies aber auch. Blues, Jazz, Boogie-Woogie, Rock’n’Roll, Pop, Funk und Dixie verschmelzen zu einem eigenständigen, ungewöhnlichen, aufregenden und brodelnden musikalischen Gebilde.
Die Begleitmusiker dürfen ausgiebig solieren. Sie können in beeindruckender Manier beweisen, wie virtuos sie ihre Arbeitsgeräte beherrschen. Der Hintergrundgesang wird ebenso kompetent umgesetzt. Davon abgesehen, präsentiert das Septett sich außerdem sehr wohl als perfekt aufeinander eingespieltes Team. Der Star des Abends entpuppt sich nicht nur als Meisterpianist und gefühlvoller Sänger, sondern überzeugt auch als Gitarrist und nicht zuletzt als souveräner Bandleader.
Das Programm beinhaltet, unter anderem, so bekannte Stücke wie Iko Iko, Right Place, Wrong Time, Makin' Whoopee und Goin' Back To New Orleans.
Das zunächst etwas spröde und zurückhaltende Publikum im vollbesetzten Saal kann sich dem überwältigenden Charisma von Dr. John jedoch nicht auf Dauer entziehen und geht dann doch immer mehr aus sich heraus, bis hin zu Standing Ovations.

Im Verlauf der drei Bonus Tracks, darunter Tipitina und Junko Partner, beweist uns Mr. Rebennack Jr., dass er auch ohne Unterstützung in der Lage ist, eine ganze Menge Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Hier brilliert er am Flügel und singt bei zwei Liedern dazu. In diesen Momenten vermisst man seine Band faszinierenderweise überhaupt nicht, sondern ist vollkommen auf diesen Mann fixiert.

Die DVD befindet sich in einer buchähnlichen Hülle, in die ein paar Seiten, welche Konzertfotos, eine Abbildung des offiziellen, von David Bowie entworfenen, Festivalplakates für 1995 und einen kurzen, aber recht interessanten Informationstext über das Leben und zu der betreffenden Show Dr. Johns in diesem Jahr beinhalten, fest eingebunden sind.

Das Bild weist ein Bildseitenformat von 4:3 auf. An Klangsystemen stehen DTS Digital Surround Sound, Dolby Surround 5.1 und PCM Stereo zur Auswahl. Sprache ist Englisch. Untertitel gibt es nicht. Das ist jedoch kein Beinbruch, da im Verhältnis zur Spielzeit ohnehin nicht übermäßig viel geredet wird. Darüber hinaus lässt sich das Meiste, trotz des eigenwilligen New Orleans-Akzentes von Dr. John doch einigermaßen verstehen. Bild und Ton sind insgesamt von guter Qualität. Das gilt sowohl für die Aufnahmen von 1995, als auch für die Ausschnitte von 1986. Die DVD ist ohne Altersbeschränkung freigegeben.

“Dr. John Live At Montreux 1995“ ist eine überaus empfehlens- und lohnenswerte Anschaffung für Fans handgemachter, vielseitiger und stimmungsvoller Klangkunst im Allgemeinen und die Anhänger des Doktors im Speziellen. Das hat gute Gründe: Erstens erlebt man hier diesen Vollblutmusiker mitsamt Band und solo in Bestform, zweitens ist die Preisgestaltung sehr fair ausgefallen. Wer schon eine ältere Ausgabe dieses Bildtonträgers hat, braucht diese Neuausgabe sicher nicht. Es sei denn, es handelt sich um eine Ersatzbeschaffung oder jemand ist Komplettsammler und will wirklich alles haben, was von Dr. John auf dem Markt kursiert.

Michael Koenig, 25.03.2011

 

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