Dreamtide

Dream And Deliver

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 23.09.2008
Jahr: 2008

Links:

Dreamtide Homepage



Redakteur(e):

Christian Gerecht


Dream And Deliver, AOR Heaven, 2008
CC. BehrensDrums
Francis BuchholzBass
Helge EngelkeGuitar
Thorsten LüderwaldtKeyboards
Olaf SenkbeilVocals
Produziert von: Länge: 70 Min 00 Sek Medium: CD
01. A Fools Crusade08. Tell Me How It Feels
02. I Don't Wanna Wait09. Stronger
03. Same Star10. To Everybody
04. Your Beat11. Keep From Falling
05. Dancing When The Nights Fallls12. The Vow
06. Kings Of Scum13. Help Me
07. Download A Dream14. Download A Dream (reprise)

Über DREAMTIDE muss man innerhalb der AOR-Sparte keine großen Worte mehr verlieren. Genauso wenig über die besondere Affinität, die der Rezensent zu AOR im Allgemeinen hegt.
Auch wenn der eine oder andere, dem AOR zugeneigte, Leser mit dem Kopf schüttelt und "...der schon wieder..." denkt, ist es innerhalb des HoM üblich, dass man sich nicht nur um die Perlen reißt, sondern auch ein ganz gewöhnliches Pflichtprogramm abarbeitet.
Nun ist es für den Schreiber keineswegs eine Katastrophe, eine AOR-Scheibe zu rezensieren. Ganz so schlimm sind die überwiegenden Ergüsse dieser Sparte nun auch wieder nicht. Zudem sind gerade DREAMTIDE zu einer festen Größe innerhalb der deutschen AOR-Szene heran gereift und punkten hier erstmal mit einem proppenvollen Album.

"Dream And Deliver" beginnt mit dem recht opulenten A Fools Crusade. Eine Nummer die bemerkenswert startet, aber über eine recht einfach gestrickte Hookline verfügt. Gute Riffs und Soli machen glücklicher Weise wieder einiges wett.
Mit I Don't Wanna Wait und Same Star wird es mir aber schon mal zu beliebig. Solche Nummern finden sich auf beinahe jedem halbwegs ambitionierten AOR-Album. Riffig aufgebretzelte Popsongs mit sehr eingängigen Mitsinge-Hooks und teils aufdringlich-süßen Keyboards.
Das folgende Your Beat ist dagegen eine sehr gelungene, wenngleich ebenso kommerzielle Nummer. Könnte durchaus ein Chart-Feger werden! Klasse zu hören, mit guter Hook und feinem Gitarrensolo. Erinnert so ein bisschen an die bessere Zeit der SCORPIONS.
Die rührselige Ballade "Dancing When The Night Falls" ist für meine Begriffe zu schmalzig geraten. Fast schon mit souligem Touch und dickem Keyboard-Zuckerguss. Das ist genau das Negativ-Image, das mir die meisten AOR Produktionen vergällt. Zu kommerziell, zu seicht, zu schmalzig.
Mit einem extravaganten Keyboard-Intro startet King Of Scum. Der Song entwickelt sich recht interessant und hat durchaus das Potential, ziemlich viele Radiostationen zu erreichen. Durchweg gute Hausmannskost, würde ich sagen (kann aber auch daran liegen, dass sich grad der kleine Hunger meldet...).
Eine weitere Ballade startet mit Download A Dream. Sehr eingängig und, durch den etwas (zu) glatten Refrain, eher ein gefühlvoller Pop-Song. Immerhin mit wirklich guten Riffs und Soli!
Für Tell Me How It Feels, einer Up-Tempo Nummer, gilt das Gleiche. Dass ist Musik für's Autoradio an einem diesigen Sonntagmorgen. Technisch sehr gut, aber halt ohne eine Ecke und schon gar keine Kante!
Ganz anders Stronger! Der Song hat eine klasse Hookline, wartet ebenfalls mit tollen Soli auf und steigert sich zum Ende hin wie in einen Rausch. Gefällt mir sehr gut!
Bei To Everybody sinkt das Level zwar wieder ein klein wenig. Insgesamt ist das aber einer der Songs auf diesem Album, die noch am ehesten zünden. Liegt wohl daran, dass hier doch mal die eine Ecke oder Kante auftaucht. Zudem erinnert mich die Nummer schwer an die späteren QUEEN.
Auch Keep From Falling ist eine nicht uninteressante Nummer. Der Refrain ist zwar auch ziemlich platt, aber immerhin lässt er die Finger nicht über der Skip-Taste zucken...
Das nachfolgende The Vow startet mit (für AOR-Verhältnisse) gebotener Härte, scheint aber innerhalb der Nummer irgendwie den Faden zu verlieren. Auch hier, trotz der eher schmalzigen Hook, erstklassige Gitarren!
Den zweiten Longtrack auf diesem Album, Help Me, kann man als ein Highlight von "Dream And Deliver" werten. Unaufdringlich, ohne große Schnörkel und mit klasse Vocals.
Mit Download A Dream (reprise) klingt das Album aus. Hier etwas (hard-)rockiger wiedergegeben und deshalb ein wenig ansprechender als der O-Track. Vom Hocker haut's mich aber trotzdem nicht.

Insgesamt hinterlässt "Dream And Deliver" in Teilen ein ähnlich ratloses Fragezeichen im Gesicht des Rezensenten, wie die meisten anderen AOR-Scheiben auch. Obwohl die CD wie für einen Fast-Fünfziger zugeschnitten sein sollte, obwohl die Jungens von DREAMTIDE alle einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen, kann ich mit derlei Musik nicht wirklich warm werden. Immerhin gewinnt die Scheibe, je mehr sie nach hinten rückt, an Profil. Ein Spannungsbogen lässt sich zum Ende hin erahnen aber nicht wirklich finden.
Gut: 70 Minuten auf eine Scheibe zu packen ehrt die Protagonisten, hilft aber nicht darüber hinweg, das einige der Takes nicht mehr sind als gehobeneres Füllmaterial. Technisch ist die Band brillant; keine Frage. Vor allem die Gitarrenarbeit weiß gelungene Akzente zu setzen! In diesen Augenblicken macht das Album dann auch wirklich Spaß. Aber rein dafür hätte mir auch eine EP gereicht.

Wer sich für klassischen AOR interessiert, wird mit der Scheibe, die ja innerhalb der Szene gute und sehr gute Kritiken einheimst, sicherlich einen guten Fang machen. Die Freunde gepflegter Unterhaltung seien ebenfalls angehalten "Dream And Deliver" anzutesten.
Wer (Hard-)Rock lieber hart und schnörkellos mag, wem Zuckerguss ein Übel und poppig-eingängige Refrains ein Dorn im Fleische sind, der macht ohnehin einen Bogen um AOR. Dass soll aber nun keineswegs abwertend gemeint sein. Die Geschmäcker sind nun mal verschieden.
Keep On Rockin'

Christian "Grisu" Gerecht, 23.09.2008

 

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