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Sons Of Thunder

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 28.09.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Christian Gerecht


Sons Of Thunder, Metal Heaven, 2008
Rob RockVocals
Roy ZGuitars
Reynold CarlsonDrums
Ed RothKeyboards
Aaron SamsonBass
Produziert von: Roy Z Länge: 43 Min 48 Sek Medium: CD
01. Titans Of Speed07. Change Of Heart
02. I'm A Warrior08. Dark World
03. Fly Away09. Winds Of March
04. Heart's On Fire10. Only Love Can Save Me Now
05. Sons Of Thunder11. Tears That I Cry
06. Never Give Up12. I Believe In Love

Ach nee! -Rob Rock...!
Der olle Schwerenöter, der schon IMPELLITTERI, AXEL RUDI PELL, AVANTASIA, ect. ect. verstärkte und zwischendurch solo unterwegs ist, lässt wohl auch keine Gelegenheit aus um im Gedächtnis seiner "Kundschaft" zu bleiben. Diesmal ist er mit der wiederauferstandenen, einst aus einem Albumtitel (M.A.R.S. "Driver") kreierten, Band DRIVER unterwegs. Klar kommt da sofort der Gedanke auf, als wäre DRIVER nicht mehr (und nicht weniger) als eines von vielen Projekten, die der stimmgewaltige Sänger in den letzten Jahren haupt- und nebenamtlich in Angriff nahm. Mit Gitarrist und Produzent Roy Z sowie Ed Roth an den Tasten ist der neue DRIVER zumindest nicht unprominent besetzt und könnte (wenn da nicht ein kleiner Makel wäre - dazu aber später) technisch der gehobenen Mittelklasse angehören.
Da Rob Rock aber bei unzähligen, manchmal erstklassigen, manchmal zweitklassigen Projekten seine Stimme im Spiel hat (was ihn als Top-Sänger eigentlich auszeichnet), war die Vorfreude auf dieses Album jetzt nicht sooo groß. Neues war ja nicht zu erwarten. Umso verwunderter darf man feststellen, dass Metal/AORHeaven "Sons Of Thunder" als "Top Priority Product" anpreist! Natürlich gehört Klappern zum Handwerk, dass man aber soweit geht, auf der Promo-CD überwiegend gekürzte Songs zur Verfügung zu stellen um möglicher Produktpiraterie vorzubeugen, kann man fast schon als überzogen werten.
Sollen die Reviews nun auch gekürzt ausfallen, oder darf da das volle Programm abgespult werden...?!
Allerdings hat mich "Sons Of Thunder" weder als gekürzte Promo, noch jetzt als vollwertiger Tonträger richtig überzeugt. Rob und Roy haben wohl doch einige Teile von "Sons Of Thunder" aus der Restekiste gezaubert (wobei die Anspielung jetzt nicht auf das nie erschienene zweite M.A.R.S. Album zielt, dessen damalige Demo-Tracks ebenfalls auf "Sons Of Thunder" verwurstet wurden).

Nach einem interessanten (neuen) Intro Namens Titans Of Speed folgt sogleich eine (damalige), etwas plüschige, typische 80er Jahre Nummer (I'm A Warrior), wie man sie zu dutzenden kennt. Trotzdem zündet der Track irgendwie, obwohl er letztendlich zu keiner Zeit dem 1980er Rock Café Ambiente entfliehen kann. Soll heißen: Etwas altbacken.
Ins gleiche Klischee passt auch Fly Away, wobei das Take seine recht nahe Verwandtschaft zum Vorgänger nicht verbergen kann. Die Hookline ist etwas simpler und das Gitarrensolo wirkt irgendwie mechanisch.
Auf diesem Niveau bleibt die Scheibe auch bei Heart's On Fire und dem Titeltrack. Die späteren 80er lassen schwerstens grüßen! Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das ist mäkeln auf eher höherem Niveau. Die Band ist nicht ohne und Rob singt sich um Kopf und Kragen. Es fehlt einfach etwas Eigenständiges, der große Haken, an dem man sich berauscht durch ein ganzes Album hangeln kann, der rote Faden, an dem ein Riff und Lick nach dem anderen aufgezogen ist, wie Perlen auf eine Kette.
So bleibt denn auch beim schmissigen Never Give Up und dem zuckersüß-balladesken Change Of Heart der fade Nachgeschmack manch unsäglicher 80er Heavy Mucke. Vor allem die Ballade lässt einen verzweifelt nach der Skip-Taste suchen; mit solcher Musik lockt man heute keinen Hund mehr ins Freie. Selbst wenn ihr drei Schnitzel an den Song bindet!
Ein wenig knackiger kommt Dark World daher. Allerdings ist dessen Hook einfach zu brav. Bei einem solchen Titel erwartet man musikalische Weltuntergangsstimmung, doch der Song bleibt auf dem gleichen, klassisch-melodiösen Heavy Rock Niveau, das jeder zur Genüge kennt. Wo ist die Innovation, das bissige, giftige, aggressive (oder einfach nur das epische, wie es PELL oder SAMET bieten)?
Mit Winds Of March bleibt die Band weiter bei ihren altvertrauten Strukturen. Vielleicht wollten sie einfach nichts verkehrt machen...?!
Ein ganzes Stück besser ist dann die Up-Tempo Nummer Only Love Can Save Me Now. Hier kommt so ein kleines bisschen das Epische raus. Rob Rock's Vocals kommen fantastisch zur Geltung, während Hook und Riffs wieder (diesmal auf sympathische Art) die 80er bemühen.
Tears That I Cry kommt ebenfalls recht gut rüber, wirkt innovativ und glaubwürdig, hat einen klasse Break und ein ebenso klasse Gitarrensolo. Leider ist auch diese Nummer gekürzt, so dass es nicht mehr viel dazu zu schreiben gibt...
Mit einem positiv überraschenden Schluss (I Believe In Love) klingt die Scheibe aus. Eine feine Ballade, der es gelingt, den Hörer (bis zum frühen Ausblenden) an die Boxen zu bannen.

Tja, dass war's dann schon mit dem "Top Priority Act"!
Was bleibt unter dem Strich zu vermelden?
Rob Rock's Vocals, exzellent (wie fast immer).
Der Sound? Naja, heute gibt es andere Möglichkeiten (klingt alles ein bisschen dünn. Wie Butter auf zu viel Brot verstrichen - wenn ich mal eine berühmte Fantasyfigur bemühen darf).
Die Band? Wie ein lange eingespieltes Team.
-Und zuletzt bleiben natürlich jede Menge direkte Verknüpfungen in die (aus meiner Sicht) eher faden End-80er!
Natürlich wird es tausende Kinder dieser Dekade geben, die DRIVERs Sound geradezu aufsaugen werden. Sollen sie auch! Für sie ist "Sons Of Thunder" wie gemacht und damit durchaus als solide zu werten.
Die Scheibe erinnert an luftige Vokuhila-Frisuren und seidene Haarbänder, an Stretch-Minis und fransige Wildlederstiefel, an anschmiegsam-willige Hühner, an Ford Capri's, Opel Manta's und an drittklassige Quickies auf den Liegesitzen derselben. (Bevor jetzt jemand in die falsche Richtung denkt: Des Rezensenten damaliger Commodore hatte mit seiner unvergleichbar hohen Motorhaube ganz andere Vorzüge als die oben genannten Schüsseln und der hie und da zum Ausleben der fruchtbaren Tage aufgesuchte Standort zwischen Schlossmauer und Rangierbahnhof war so sicher wie die Bank von England...) ;-)

Doch so schön manche Erinnerungen an diese Zeit sind: Musikmäßig hat diese Dekade (von ein paar exzellenten Metal-Bands abgesehen) nicht viel gebracht, hat sich zu sehr auf den 70ern ausgeruht und dachte, dass es mit opulenten Synthie Geflirre, Glitter, Flitter, Falsett-Gesang und Allerwelts-Riffs abgetan ist.
All das darf man Rob Rock und seiner Band aber nicht zum Vorwurf machen. Erstens sind das noch echte Kerle weitab von Glam und Flitter und zweitens haben sie das gegeben, was sie können. Wirklich zu bekriteln gibt es bei "Sons Of Thunder", wenn man sich in den 80ern wohlfühlt, so gut wie gar nichts. Des Schreibers subjektive Meinung über die faden und (außerhalb der Musikszene) doch ganz witzigen 1980er ist dabei sicherlich nicht Gesetz.
Auffallend ist, dass sich momentan sehr viele Bands auf dieses (musikalisch; ich muss es vorsichtshalber immer dazu sagen) eher dröge Jahrzehnt besinnen, anstatt halbwegs Neues zu schaffen. Dabei zeigen Samet, Pell und einige viel versprechende (Prog-)Metal- und Gothic-Acts überdeutlich wie es gehen könnte...

Christian "Grisu" Gerecht, 28.09.2008

 

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