Oli Brown

WellBad

Duisburg, Parkhaus, 12.05.2012

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Konzertbericht

Reviewdatum: 15.05.2012
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Oli Brown, WellBad,
Duisburg, Parkhaus, 12.05.2012

"Fußball ist unser Leben, der König Fußball regiert die Welt". Dieser Maxime sind wohl am Abend des DFB-Pokalendspiels zwischen Dortmund und Bayern einige Leute zu viel erlegen, denn der Zuschauerzuspruch im Duisburg-Meidericher 'Parkhaus' ließ für einen so qualitativ hoch besetzten Musikabend doch schwer zu wünschen übrig. So mussten sich der junge, britische Gitarrenmeister Oli Brown und seine supporting Band WellBad aus Hamburg mit einem doch eher überschaubaren Publikumsinteresse zurecht finden.

Das unerschrocken und geradezu euphorisch motivierte Trio um den liebenswürdig kauzigen Hamburger Daniel Welbat ließ sich deswegen nicht die Lust am Musizieren nehmen, überzeugte auch ohne Drummer binnen weniger Songs mit einem intensiven und funkensprühenden Gig, der einerseits von Welbats amüsanter Kommunikationsfreude und seiner unverkennbaren, an Tom Waits geschulten Schmirgelpapierstimme lebte, andererseits auch das großartige solistische Können der beiden Kollegen Nazim Kilic (Gitarre) und Simon Ole Andresen (E-Piano) hervorkehrte, ohne die kompakten, blues-inspirierten Titel zerfasern zu lassen. Eine wirklich gute und ansprechende Leistung. Für einen bloßen Support schon fast zu schade.

Nach einer eher angenehm moderaten Lautstärke während des WellBads Auftritts, drückte das Trio um den spindeldürren Oli Brown die Lautstärke mit einem ordentlichen Wumms nach oben und trat vehement aufs Gaspedal. Die Songs des neuen Albums "Here I Am" überzeugten auch ohne den etatmäßigen Keyboarder, der auf den Studioeinspielungen für abwechslungsreiche Facetten sorgt, im Live-Kontext jedoch gar nicht vermisst wurde.

Das exakt aufeinander eingespielte Oli Brown Trio groovte in Person des formidablen Drummers Wayne Proctor und des Bassisten Scott Barnes mit großartiger Qualität und brachte trotz aller arrangementtechnischer Feinheiten alles mit geradezu umwerfender Leichtigkeit über die Bühne. Neben Oli Browns beachtlicher Fingertechnik, seinem melodisch sehr anregenden Spiel, das sich nur selten in überbordendem Gegniedel ergeht, überzeugte vor allem die Staunen machende Kunst des Drummers Wayne Proctor. Ein Genuss, ihm zuzuhören und zuzusehen.

Songs wie Remedy; Thinking about her; Keeping my options open; Manic bloom und vor allen Dingen die mitreissende Version des Al Kooper Songs I love you more than you'll ever know verdeutlichte in dieser an Gary Moore angelehnten Interpretation einerseits, dass wir den verstorbenen Iren schmerzlich vermissen, aber in Oli Brown wohl einen würdigen Anwärter auf die Champions League Plätze der Blues-Rock-Liga gefunden haben.

Mit dem in die Beine schießenden Funk-Groove von No diggity verabschiedete sich ein in Topform aufspielendes Trio, von dem man zukünftig wohl noch einige Großtaten erwarten darf. Mit Sicherheit keine Gimmicks, keine aufgesetzte bzw. aufsehenerregende Bühnenshow, sondern einzig und allein von Seele und Herz geleitetes Musizieren in seiner dynamisch reinsten Form. Hingehen und genießen. Die Tour läuft noch.

Frank Ipach, 12.05.2012

 

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