Dwight Yoakam

Blame The Vain

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.06.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Dwight Yoakam
Blame The Vain, Blue Rose Records/New West Records, 2005
Dwight Yoakam Vocals, Acoustic Guitars
Keith Gattis Electric Guitars
Taras Prodaniuk Bass
Mitch Marine Drums
Skip Edwards Piano, Organ
Bill Maresh Pedal Steel
Jonathan Clark, Timothy B. Schmitt, Dave Roe, Tommy Funderburke Harmony Vocals
Produziert von: Dwight Yoakam Länge: 44 Min 20 Sek Medium: CD
1. Blame The Vain7. I'll Pretend
2. Lucky That Way8. She'll Remember
3. Intentional Heartache9. I Wanna Love Again
4. Does It Show10. When I First Came Here
5. Three Good Reasons11. Watch Out
6. Just Passin' Time12. The Last Heart In Line

Dwight is back! Interessiert das in Deutschland jemanden? Einen besonders grossen Stellenwert besass der alte Haudegen aus Kentucky nie in unserer Republik. Da er aber nun beim Blue Rose U.S.-Partner New West Records unter Vertrag steht, veröffentlichen die Goldsucher aus Abstatt natürlich ebenfalls das aktuelle Yoakam-Album und könnten ihm möglicherweise eine neue Hörerschaft erschliessen.
Denn all die, die Dwight Yoakam bislang nie richtig wahrgenommen haben, sollten endlich die Ohren spitzen, denn der Mann war schliesslich immer gut und präsentiert uns in diesen Tagen nach einer reinigenden Frischzellenkur ein Album, das sich gewaschen hat.

Gut zwei Jahrzehnte sind vergangen, seit unser Hillbilly-Cowboy in den Vereinigten Staaten mit seinem Debutalbum mächtig Staub aufwirbelte und in der Folgezeit mit seinem an Buck Owens geschulten Bakersfield-Country-Sound Millionen von Platten verkaufte.
Nach langen Jahren beim Major-Label Warner landete Yoakam erstaunlicherweise mit seinem 18. Album "Blame The Vain" bei dem umtriebigen Independent-Label New West und schickt sich nun an, völlig unverstellt seiner musikalischen Leidenschaft neues Leben einzuhauchen.
Und tatsächlich, nach endlosem Tourstress zwischen 1998 und 2002 fand Yoakam während der Regenerationsphase in seiner Wahlheimat Los Angeles neue, hungrige Mitstreiter in den einschlägigen Country-Clubs der kalifornischen Metropole. In einer Combo namens SWEETHEARTS OF THE RODEO entdeckte er den fabelhaften Gitarristen Keith Gattis und hing mit ihm einige Wochen ab. Inspiriert durch den frischen Elan Gattis' und seiner beiden Bandkumpanen Mitch Marine (Drums) und David Roe (Bass), bestritten Yoakam und seine neuen Impulsgeber einige umjubelte Konzerte und beschlossen, das neue Albumprojekt gemeinsam anzugehen.

Um die Runderneuerung zu komplettieren, trennte sich Dwight naturgemäss von seinem Langzeitgefährten, Produzenten und Gitarristen Pete Anderson und ölte, Kontrollfreak der er ist, die Produktionsmaschinerie in absoluter Eigenverantwortung.
Heraus kam mit "Blame The Vain" ein superbes, von Ohrwürmern nur so strotzendes Werk, welches die Spielfreude der neuen Band auf's Eindrücklichste portraitiert.
"Blame The Vain" lebt genau von den Tugenden, die Yoakam einst in den Fokus der Öffentlichkeit stellten: gute und ehrliche Handarbeit, catchy Songs, eine wohldosierte Mischung aus Country-Twang, Honky-Tonk und feurigem Rockabilly-Dynamit, einer gelungenen Gratwanderung zwischen tränenersticktem Pathos und nüchterner Selbsterkenntnis und dieser enorm variablen Stimme, die es versteht, den Hörer in all ihren Nuancen zu fesseln. An der einen oder anderen Ballade hätte selbst Elvis selig seinen Spass gehabt.

Der raketenbetriebene Knaller Intentional heartache mit seinem trotzig energischen Text, der den persönlichen Rachefeldzug einer betrogenen Ehefrau skizziert, sei hier nur stellvertretend für so manch anderen Country-Rock-Kracher genannt. Mit When I first came here beweist Dwight Yoakam sogar seine Affinität zu krachendem Roots-Rock mit angezerrten Gitarren und einem windzersausten SILVER BULLET BAND (Bob Seger)-Appeal.
Selbstredend glänzt das Album auch durch zahlreiche kongeniale Gesangsleistungen der eingeladenen Background-Vocalisten (Tim Schmitt, David Roe, Jonathan Clark, Tommy Funderburke), die dem Meister ganz uneigennützig ein paar glänzende Harmony-Vocals anbieten. Und immer wieder bestätigt auch Keith Gattis mit messerscharfen Saiten-Licks Yoakams Partnerwahl und lässt Pete Anderson vergessen.

"Blame The Vain" überzeugt auf der ganzen Linie. Eine reine Freude, dem neuinspirierten Dwight Yoakam zuzuhören, denn es rockt und twangt ganz kompromisslos in die richtige Richtung. Selbst der anfänglich etwas überladen wirkenden finalen Ballade (The last heart in line) mit Orchesterschmus samt Oboe und Horn, kann man sich bei näherer Betrachtung nicht mehr entziehen.
Eine reife Leistung.

Frank Ipach, 20.06.2005

 

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