Eddie 9V

Capricorn

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.01.2023
Jahr: 2023
Stil: Blues
Spiellänge: 35:53
Produzent: Lane Kelly

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Plattenfirma: Ruf Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt

Titel
01. Beg Borrow And Steal
02. Yella Alligator
03. Bout To Make Me Leave Home
04. Are We Through?
05. How Long
06. It's Going Down
 
07. Tryin' To Get By
08. Down Along The Cove
09. Mary Don't You Weep
10. Missouri
11. I'm Lonely
Musiker Instrument
Eddie 9V Vocals, Guitars, Bass, Drums
Lane Kelly Bass
Chad Mason Piano, Wurlitzer, Fender Rhodes, Organ
Noah Sills Alto Sax
Aaron Hambrick Drums
Cody Matloch Rhythm Guitar
Dusty McCook Lead and Rhythm Guitars
Leah Bell Fraser, Chelsea Shag Backing Vocals
Tony Erice Conga and Percussion
Spencer Pope Organ
Daniel Wytanis Trombone
Justin Golding Baritone

Weit ist er nicht gekommen, der Südstaatler Eddie 9V (bürgerlich Brooks Mason). Mit seinem Erstlings-Album hatte es ihn zwar ein paar Meilen westlich, nach Memphis, verschlagen, aber bereits für “Little Black Flies“ war er ins heimische Atlanta zurückgekehrt. Von dort aus, kann man die legendären Capricorn Studios in Macon praktisch schon spüren und wer in dieser Gegend aufgewachsen ist, der lechzt mit Sicherheit danach, den Ort zu besuchen, der so untrennbar mit Namen wie THE ALLMAN BROTHER'S BAND, Delbert McClinton, THE MARSHALL TUCKER BAND oder der CHARLIE DANIELS BAND verbunden ist.

Der Magie jenes sagenumwobenen Ortes wollte Eddie 9V dann persönlich auf den Grund gehen und rückte im Dezember 2021 dort ein. Dabei hatte er einen Großteil der Musiker, die sich schon bei “Little Black Flies“ bewährt hatten und der Ansatz war, eine Platte zu machen “wie sie es 1969 gemacht hätten“. Dieses Album konnte also gar nicht anders, als “Capricorn“ heißen.

Ansatz und Ort brachten es natürlich mit sich, dass man, im Vergleich zum blueslastigen Vorläufer, deutlich Soul-haltiger wurde. Dass man mehr auf Feeling als auf Perfektion setzte, das behielt man bei und so knarzt auch mal ein Schlagzeugpedal oder Studiogeplauder/-gelächter wurde auf Band gelassen.

Wie routiniert der noch vergleichsweise junge Eddie da agiert, verweist auf seinen enormen Background und so geht’s auch gleich mit einem ordentlichen R&B-Schub los. Die Orgel in Beg Borrow And Steal klingt, als stünde sie seit Ende der 60er an diesem Platz und der ganze Soul-geschwängerte Sound versetzt einen umgehend in eine (vermeintlich) bessere Zeit. Die Bläser pushen, die Gitarren riffen und Eddies aufgekratzter Gesang klingt nach einer ganz langen Nacht.

Die womöglichen in den Sümpfen Louisianas geendet ist, denn genau danach klingt das anschließende Yella Alligator, mit seiner Slide-Gitarre, sehnsüchtigem Gesang und den herrlichen Bläsersätzen. Rau, roh und gut.

Einer der Höhepunkte ist sicher das funkige Bout To Make Me Leave Home, voller Black-Soul und einem richtig geilen Groove, der wohl irgendwie noch in den Wänden der Capricorn-Studios gesteckt hat. Der Geist von Größen wie James Brown durchströmt die Nummer. Und das melancholische Are We Through? steht dem lediglich an Tempo nach, nicht an Klasse. Wenn man den Typen sieht, fällt es einem wahrlich schwer so ein Stimme in ihm zu vermuten. Und die zieht eine dreiminütige Good-Time-Nummer, wie How Long ebenso mit sich, wie einen Down-Home-Blues, wie It's Going Down, mit seinen funky Sprenkeln. Laut Eddie geht’s hier um den Kampf mit dem Alkohol und anderen Drogen.

Tryin' To Get By ist ebenfalls eine feine Soul-Nummer mit echtem Memphis-Groove. Down Along The Cove ist natürlich der Bob Dylan-Song, aber klingen tut es in der Tat nach Macon-R&B und die Slide wäre auf keiner ALLMAN-Scheibe deplatziert. Macht richtig Spaß!

Bei Mary Don't You Weep handelt es sich zwar nicht um die alte Gospel-Nummer, die Bruce Springsteen für seine “Seeger-Sessions“ aufbereitet hat, aber Eddies Song orientiert sich doch sehr an der historischen Vorlage. Zumal hier die beiden Sängerinnen das Heft in die Hand nehmen.

Und auch die beiden restlichen Songs fügen sich nahtlos in die Klasse dieser Scheibe ein, die so spontan und locker endet, wie sie begonnen hat. Ich bin wahrlich gespannt, ob Eddie dies auf seinen nächsten Alben beibehalten kann. Zu hoffen ist es.

 

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