Eklipse

A Night In Strings


CD-Review

Reviewdatum: 27.06.2012
Jahr: 2012
Stil: Classic Pop

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Eklipse
A Night In Strings, Mrs Green Records/Sooulfood, 2012
Miss E.Violine
ScarlettVioline
ViolaBratsche
HelenaCello
Produziert von: ??? Länge: 39 Min 25 Sek Medium: CD
01. Wonderful Life06. Cloudbusting
02. In The End07. Paparazzi
03. New Moon Theme08. Run
04. Home09. Mumbai Theme
05. Cry Me A River10. Clocks

Mir kann man ja eine Menge erzählen, wenn der Tag lang ist, aber bitte versuche mir niemand weiß zu machen, dass es bei EKLIPSE auch nur um ein winziges Fünkchen kreative Selbstverwirklichung geht. Bei aller Liebe, mir ist selten ein dermaßen konstruiertes Kunstobjekt unter die Augen und Ohren gekommen.

Das beginnt schon bei der auf gestandene Rockfans befremdlich wirkenden Tatsache, dass die visuelle Komponente mindestens genauso hohen Stellenwert genießt wie die Musik. Zugegeben, das Outfit der vier Mädels ist fast schon beängstigend genial. Unübersehbar von der US-Gothik-Ikone EMILY AUTUMN inspiriert präsentieren sich EKLIPSE als stylische Anbetungsobjekte für Twilight- und Buffy-Girlies. Die zurückhaltende Erotik ist züchtig genug für jüngere Semester, versprüht zeitlose Eleganz um in der modebewussten schwarzen Szene Anklang zu finden und hat genügend Sexappeal, um das starke Geschlecht gierig sabbern zu lassen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, dass die Protagonistinnen, die vier unterschiedliche Frauentypen repräsentieren, sich hinter wenig originellen Pseudonymen verstecken.

Der Albumtitel "A Night In Strings“ besticht durch seine herrlich eindeutige Zweideutigkeit, ist aber neben dem Artwork auch schon das Aufregendste an der Scheibe. Musikalisch beschränken sich die vier Schnuckies auf die Interpretation überwiegend belangloser, für ein Streicherquartett arrangierter Pophits, zwischen die sich erstaunlicherweise Kate Bushs Cloudbusting gemogelt hat. Damit zielt man auf Hörerkreise, die sich mit David Garrett und RONDO VENEZIANO gleichermaßen wohl fühlen. Den Vergleich mit APOCALYPTICA verbietet nicht nur die abweichende Instrumentierung sondern vor allem der Mangel an Experimentierfreude und Mut zum Risiko.

So bietet das Debüt vierzig Minuten unverfänglich harmlose Hintergrundmusik, die weder weh tut noch besonders aufhorchen lässt. Das ist ganz nett, aber mehr auch nicht.

Martin Schneider, 21.06.2012

 

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