Element Of Crime

Fremde Federn


CD-Review

Reviewdatum: 18.11.2010
Jahr: 2010
Stil: Indie Pop

Links:

Element Of Crime Homepage



Redakteur(e):

Tim C. Werner


Element Of Crime
Fremde Federn, Vertigo/Universal Music, 2010
Sven RegenerVocals, Guitar, Trumpet, Flugelhorn, Orang, Keyboards & Harmonica
Jakob IljaGuitar
David YoungBass
Richard PappikDrums, Percussion & Harmonica
Christian HartjeBass
Paul LukasBass
Gäste:
Andreas DorauVocals (on Track 8)
Ekki BuschAccordeon (on Track 17)
Lilith NossolChoir
Alexandra RegenerChoir
Produziert von: Element Of Crime Länge: 71 Min 04 Sek Medium: CD
01. Heimweh11. You Only Tell Me You Love Me When You're Drunk
02. My Bonnie Is Over The Ocean12. Last Christmas
03. It's All Over Now, Baby Blue13. Ruf aus der Gruft
04. Spooky14. Das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens
05. Leider nur ein Vakuum15. Zwei Gitarren
06. Auf der Espressomaschine16. Akkordeon
07. Motorcycle Song17. Le Vent Nous Portera
08. Hamburg 7518. She Brings The Rain
09. Blaumeise Yvonne19. Leise rieselt der Schnee
10. I Started A Joke20. Across The Universe

Eigentlich schade, dass diese Zusammenstellung nun erschienen ist, habe ich doch die letzten Jahre nicht wenig Zeit damit verbracht, mich auf die Suche nach seltenen Titeln von ELEMENT OF CRIME zu machen. Mal wurde ich im Bereich der Filmmusik fündig (“NVA“, 2005; “Die fetten Jahre sind vorbei, 2004“), mal musste ich mich durch diverse Tribute Alben oder Sampler durcharbeiten (“Hut Ab! Hommage an UDO LINDENBERG“, 1994; “15 Jahre Rolling Stone Magazine Deutschland“, 2010), und natürlich gab es auch Rückschläge, weil die Sachen einfach nicht zu bekommen waren (“The Perc Presents The Furious Swampriders“, 1990; “The Return Of The Furious Swampriders“, 1993).

Auch und gerade deshalb ergibt das am 19. November 2010 erscheinende Doppelvinyl Sinn: Sven Regener und seine Kollegen entlasten ihre Anhänger von der mühsamen Suche und legen eine Kompilation mit sämtlichen, in den letzten 25 Jahren aufgenommenen Coverversionen vor. Ausgenommen wurden nur jene, die bereits im Rahmen eines ELEMENT OF CRIME-Studioalbums veröffentlicht wurden, also Take Me To The River (“Basically Sad“, 1986), Surabaya Johnny (“Crime Pays“, 1990), Tumbling Tumbleweed (“Die schönen Rosen“, 1996), und schließlich Storms Are On The Ocean (“Immer da wo du bist bin ich nie“, 2009).

Entsprechend breit gefächert ist auch das Spektrum: Da wird von Freddie Quinn und Alexandra über BEE GEES, WHAM! und den PET SHOP BOYS bis hin zu CAN und NOIR DESIR etlichen Stücken neues Leben eingehaucht. Sogar dem bevorstehenden Weihnachtsfest wird mit zwei Stücken Tribut gezollt (Last Christmas, Leise rieselt der Schnee). Mein Favorit: Le Vent Nous Portera.

Das ganze Album ist deshalb – allerdings im positiven Sinne – sehr heterogen, mal melancholisch, mal rockig, mal völlig abgedreht.
Ob ursprünglich in Folk, Country, Krautrock, Schlager, Soul, Deutschrock, Blues oder wo auch immer beheimatet – bei ELEMENT OF CRIME werden die Stücke neu eingekleidet in das herbe, grobgestrickte Indierock-Kleid einer Band, die einen unverwechselbaren Sound ihr eigen nennt und deshalb vor nichts Angst hat.

Die Herkunft der Stücke: Heimweh – Freddie Quinn (eigentlich: Memories Are Made Of This); My Bonnie Is Over The Ocean – Traditional; It's All Over Now, Baby Blue – Bob Dylan; Spooky – Dusty Springfield/Lydia Lunch; Leider nur ein Vakuum – Udo Lindenberg; Auf der Espressomaschine – Franz-Josef Degenhardt; Motorcyle Song – Arlo Guthrie; Hamburg 75 – Gottfried und Lonzo; Blaumeise Yvonne – Andreas Dorau; I Started a Joke – Bee Gees; You Only Tell Me You Love Me When You're Drunk - PSB; Last Christmas – Wham!; Ruf aus der Gruft (instr.) – Brecht/Weill; Das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens – Brecht/Weill; Zwei Gitarren – Alexandra (eigentlich: „Golden Earrings“); Akkordeon – S. Gainsbourg, dt. Version: Alexandra; Le Vent Nous Portera – Noir Désir; She Brings The Rain – Can; Leise rieselt der Schnee – Trad. (E. Ebel); Across The Universe – Beatles

Tim C. Werner, 17.11.2010

 

(C) 2008 - 2019 by Hooked on Music