Emerge

Perception One


CD-Review

Reviewdatum: 06.02.2012
Jahr: 2012
Stil: Alternative, Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Emerge
Perception One, Artist Station Records, 2012
Thomas "Magnus" DarscheidGesang
Björn KrupatzGitarre & Gesang
Uwe LickertGitarre
Jens HeusererBass
Moritz GoldbachSchlagzeug
Produziert von: Timo Soist Länge: 46 Min 44 Sek Medium: CD
01. Falling Down06. Don't Tell Me
02. Bad Day07. Save Back Home
03. Why Don't You08. Broken World
04. Have You Ever09. Thursday II
05. Mirror's Past10. Physical Addiction

„To emerge“ steht im Englischen für so unterschiedliche Dinge wie „erscheinen“, „sich herausstellen“ oder „hervorkommen“ – um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. EMERGE in Kapitalen steht im Deutschen für eine Band aus der Region Freiburg, die sich an der Schnittstelle zwischen Alternative und Metal etablieren wollen.

“Perception One“ – übersetzt “Wahrnehmung Eins“ ist das erste Lebenszeichen dieser Band. Dabei setzen die Musiker sich hohe Ziele. Genregrößen wie etwa ALTER BRIDGE, CREED und NICKELBACK werden beschworen und so klingen die Lieder dann auch. Ein Part erinnert an NICKELBACK, ein anderer an CREED, ein weiterer an ALTER BIDGE, aber kaum etwas ist dabei, was auch annähernd an die Qualität dieser Bands herankommt.

Denn es reicht eben nicht, sich von den anderen Bands beeinflussen zu lassen, dann müssten EMERGE schon mit unwiderstehlichen Riffs und Hooklines oder Radio- und Ohren-schmeichelnden Melodien oder Arenen-füllenden Balladen ankommen. Aber es fehlt eben entweder das absolut Zwingende in der Komposition oder aber auf der anderen Seite das Individuelle, Unverwechselbare.

Sicher sind einige der Songs gar nicht schlecht geraten. So zum Beispiel die absolute CREED-Hommage Mirror’s Past, die auch auf deren Debüt “My Own Prison“ hätte stehen können. Dabei erinnert die Stimme von Sänger Thomas Darscheid allerdings eher an Kay Wingenfelder von FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE als an die intensive Urgewalt von Scott Stapp. Da kann die Stimme noch so sehr von den Regensburger Domspatzen ausgebildet sein (da frag ich mich: ist das nun schon ein Qualitätskriterium für einen Rock-Sänger?), aber sie mag mich nicht erreichen und begeistern.

Nun gut, nicht jede Band kann mit ihrem Debüt so durchstarten, wie es CREED getan haben (alleine in den USA verkaufte sich "My Own Prison" über sechs Millionen mal). Und vielleicht ist das ja auch gar nicht so wünschenswert, denn schließlich war es ja zum Teil auch der Erfolg, der Stapp später ein wenig abdrehen ließ. Aber bis dahin hatten CREED eben schon drei immer zumindest sehr gute Alben aufgenommen. Aber dafür müssen EMERGE noch lange und hart an ihrem Songwriting arbeiten um aus dem Schatten der genannten Bands hervorzutreten.

Marc Langels, 04.02.2012

 

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