Enchant

The Great Divide


CD-Review

Reviewdatum: 04.10.2014
Jahr: 2014
Stil: Progressive Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Enchant
The Great Divide, Inside Out, 2014
Ted LeonardGesang & Gitarre
Douglas A. OttGitarre, Gesang, Mellotron & Bass Pedale
Ed PlattBass
Bill JenkinsKeyboards, Orgel & Piano
Sean FlaneganSchlagzeug & Percussion
Produziert von: Douglas A. Ott Länge: 55 Min 42 Sek Medium: CD
01. Circles05. Transparent Man
02. Within An Inch06. Life In A Shadow
03. The Great Divide07. Deserve To Feel
04. All Mixed Up08. Here And Now

Als Ted Leonard im Jahr 2011 als Nachfolger von Nick D’Virgilio zum neuen Sänger bei den US-Prog-Urgesteinen SPOCK’S BEARD ernannt wurde, schien das Ende seiner Stammband ENCHANT nahezu besiegelt. Denn schon zu diesem Zeitpunkt lag das letzte Werk der Untergrund-Heroen, “Live At Last“, bereits sieben Jahre zurück. Nun da es bereits zehn Jahre auf dem Buckel hat erscheint, ziemlich überraschend, ein neues Studio-Werk, das mittlerweile achte der Band, und es hört auf den Namen “The Great Divide“.

Darauf zeigt sich die Band so, als ob es die zehnjährige Pause nicht gegeben hätte. Voller Spielfreude und Enthusiasmus zocken sich Ted Leonard und seine Mitstreiter durch die acht Kompositionen, die allesamt zum einen durch ihre Melodien bestechen, aber wie bei ENCHANT nicht anders gewöhnt eben auch durch ihre Musikalität das Interesse des Hörers selbst bei wiederholten Durchläufen fesseln. ENCHANT sind wohl eine der wenigen Bands, die im Bereich der progressiven Rock-Musik diesen Spagat so spielerisch leicht hinbekommen. Das mag dem ein oder anderen Proggie zu wenig anspruchsvoll sein und im Gegenzug Fans des Melodic Rock zu verspielt vorkommen, aber das ist das Spannungsfeld, in dem sich ENCHANT seit ihrer Gründung schon bewegen und somit ein großer Teil ihrer musikalischen Identität.

Zudem wirkt "The Great Divide" in all seinen Facetten noch etwas ausgereifter als die Vorgänger. Die Produktion von Gitarrist Douglas Ott lässt den Instrumenten genügend Freiraum um gleichberechtigt nebeneinander zu stehen und zusammen einen wunderbaren Klang-Kosmos zu bilden, in dem sich der Hörer auch bei mehrmaligen Hören immer wieder neue Instrumente als Fixsterne heraussuchen kann, denen er dann folgt. Gerade im Vergleich zum bislang letzten Studio-Album "Tug Of War" ist die Produktion deutlich verbessert und klingt voluminöser und zugleich wärmer.

"The Great Divide" ist das vielleicht bislang kompletteste Album in der Band-Historie geworden. Hier fügen ENCHANT alle Facetten ihrer Kunst zusammen. Die Kompositionen sind spannend, die Instrumental-Parts auch aber nie zu lange ausgefallen, Ted Leonard singt wie immer hervorragend (und macht dabei noch mal deutlich, warum sich SPOCK'S BEARD für ihn als neuen Sänger entschieden haben) und der Klang lässt keine Wünsche offen (so kann man wirklich kontinuierlich genau hören, was Bass oder Schlagzeug da so alles spielen). Rundum also eine gelungene Sache. Hoffentlich findet die Band dafür endlich die verdiente Anerkennung.

Marc Langels, 30.09.2014

 

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