Enochian Theory

Life...And All It Entails


CD-Review

Reviewdatum: 22.02.2013
Jahr: 2012
Stil: Progressive Metal

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Enochian Theory Homepage



Redakteur(e):

Marc Langels


Enochian Theory
Life...And All It Entails, Mascot Label Group, 2012
Benedict Harris-HayesGesang, Gitarre & Piano
Sam StreetSchlagzeug & Percussion
Shaun RaymentBass
Produziert von: Enochian Theory Länge: 65 Min 24 Sek Medium: CD
01. Zero Is Also A Number08. In Times Of Silence
02. This Aching Isolation09. For Your Glory, Great Deceiver
03. Hz10. Nisi Credideritis, Non Intelligetis
04. Non Sum Qualis Eram11. The Motives Of The Machine
05. Distances12. Singularities
06. Inversions13. Loves
07. Creatio Ex Nihilio14. The Fire Around The Lotus (Bonus Track - Remastered)

Die Band ENOCHIAN THEORY wurde im Jahr 2004 in Portsmouth gegründet. Die Briten widmen sich dem Progressive Rock und wurden dabei hörbar von PINK FLOYD aber auch modernen Bands wie PORCUPINE TREE, RIVERSIDE oder CRIPPLED BLACK PHOENIX beeinflusst. Bislang stehen drei Alben in ihrer Diskographie, das eigentlich im vergangenen Jahr erschienene "Life... And All It Entails" liegt mir auf Grund der gemeinsamen Tournee mit den Landsmännern von THRESHOLD nun zur Rezension vor.

Dabei tasten sich ENOCHIAN THEORY bei Zero Is Also A Number erst einmal zurückhaltend-vorsichtig in das Album, ehe sie im Verlauf des Songs auch leicht metallische Gitarrenwände in ihren Sound integrieren und dabei schon einmal andeuten, dass unter den wohlgefälligen sphärischen Sounds und Klangteppichen auch noch ein ganz anderes Biest lauert, das aber noch nicht zum Vorschein kommt. Denn zunächst wiegen uns Ben Harris-Hayes, Shaun Rayment und Sam Street mit This Aching Isolation in einer fast schon vorhersehbaren Prog-Rock-Sicherheit. Das bedeutet: kurze harte Ausbrüche ja, aber immer wieder die Rückkehr in den harmonischen Ausgangs-Zustand.

Diese Vorgehensweise halten die Briten bis zur Hälfte des Albums durch. Dann zeigen sie, dass auch Bands wie OPETH Einfluss auf ihren Sound genommen haben und dass sich Feingeistigkeit, Melodieverliebtheit und Death Metal-Gegrowle nicht ausschließen müssen. Bei In Times Of Silence erhebt dieses Metal-Biest zum ersten Mal seine Fratze und bläst die wohlfeilen Erwartungen und Stimmungen mit einer ungeahnten Boshaftigkeit weg, die an CRADLE OF FILTH erinnert, ehe auch hier die ruhigen Passagen kontrastieren. Aber es ist eben dieser sparsame Einsatz der Aggressionen, die sie umso ungestümer und heftiger wirken lässt. Ähnlich verhält es sich bei For Your Glory, Great Deceiver.

"Life... And All It Entails" ist ein ungewöhnliches Album, das immer wieder ganz bewusst mit den Erwartungen der Hörer spielt und diese auch mal ganz brachial konterkariert. Das mag nicht immer auf Anhieb gefallen, aber es führt dazu, dass man sich mit diesem Werk auseinandersetzen muss, um es zu verstehen. Dabei kann man die Lieder sowohl am Stück wie auch für sich alleinstehend genießen. Nicht nur sind die Songs packend, sie erzeugen in ihrem Zusammenspiel eine eigentümliche Atmosphäre und Spannung im Hörer, deren Wirkung man sich nicht so einfach entziehen kann. Einfach macht es die Band einem dabei nicht, aber dann wäre es wohl auch kaum progressive Rock-Musik. ENOCHIAN THEORY ist hier ein wirklich spannendes Werk geglückt, das wirklich größere Beachtung verdient hat.

Marc Langels, 19.02.2013

 

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