Eradicator

The Atomic Blast


CD-Review

Reviewdatum: 30.03.2019
Jahr: 2019
Stil: Thrash Metal
Spiellänge: 59:36
Produzent: Jörn Michutta & Matthias Klinkmann

Links:

Eradicator Homepage

Eradicator @ facebook


Plattenfirma: Green Zone Music

Promotion: Gordeon Music


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Exodus

Testament

Death Angel

Megadeth

Titel
01. Possessed By The Devil
02. Capital Punishment
03. War In My Head
04. Thrashing Through The Pit
05. Never Surrender
06. Trigger To Apocalypse
07. Place Of No Return
 
08. When Bullets Drop Like Rain...
09. Nothing But Ashes Remain
10. War In my Head (Re-Atomic Blast 2019)
11. Trigger To Apocalypse (Re-Atomic Blast 2019)
12. Possessed By The Devil (Re-Atomic Blast 2019)
13. Capital Punishment (Re-Atomic Blast 2019)
Musiker Instrument
Sebastian Stöber Gesang & Gitarre
Jan Wiedemann Gitarre (Tracks 1 - 9)
Robert Wied Gitarre (Tracks 10 - 13)
Sebastian Zoppe Bass
Jan-Peter Stöber Schlagzeug

Im Jahr 2009 machte erstmals eine deutsche Thrash Metal-Band namens ERADICATOR auf sich aufmerksam. Fast aus dem Nichts kamen die vier damals noch blutjungen Musiker mit einem Debüt-Album um die Ecke, das sich amtlich gewaschen hatte und wohl aus dem Stand mehr Aufmerksamkeit bekommen hätte, wenn die Band aus der kalifornischen Bay Area und nicht aus Olpe in Nordrhein Westfalen stammen würde. Aber Qualität setzt sich auf die Dauer doch meist durch, so dass das Album nach einiger Zeit dann offiziell ausverkauft war und interessierte Thrasher schon etwas tiefer in die Tasche greifen mussten, wollten sie “The Atomic Blast“ ihr Eigen nennen. Dem begegnet die Band nun und legt das Werk neu auf – in einer erweiterten Form.

Auch nach zehn Jahren überzeugt “The Atomic Blast“ immer noch durch den intelligenten Thrash, den man einer so jungen Band nicht unbedingt zugetraut hätte – und über den man auch heute noch staunen kann. Denn Nummern wie Possessed By The Devil, Capital Punishment, War In My Head, Never Surrender, Trigger To Apocalypse, Place Of No Return bestechen nicht nur durch die Power der Riffs, sondern auch durch die Präzision, mit der sie vorgetragen werden. Das Gitarren-Duo Stöber/Wiedemann lieferte hier wirklich einige sehr ansehnliche Nachweise ihres Könnens (was für die Neu-Aufnahmen mit Robert Wied als Nachfolger von Wiedemann natürlich auch gilt) die Rhythmus-Sektion legt den perfekten Teppich drunter und Stöber zeigt, dass er auch als Shouter eine gute Figur macht.

In gewisser Weise erinnert mich das nicht nur an EXODUS, TESTAMENT oder DEATH ANGEL, die ja alle gerne als Einflüsse der Band angegeben werden, sondern vielmehr an die frühen Werke von MEGADETH. Und auch der Sound, den Jörn Michutta & Matthias Klinkmann der Band hier beschert haben, kann als Referenz dafür herhalten, was man bei einem Debüt schon erreichen kann. Denn auch nach den zehn Jahren klingt das Material sehr kraftvoll aber niemals überproduziert. Das war damals ein Einstand nach Maß, der zum Glück nun wieder für alle Metal-Fans erhältlich ist.

Als zusätzliches Schmankerl hat sich die Band dazu entschlossen (ein paar Zeilen weiter oben habe ich es ja bereits angedeutet), vier der Songs von damals noch einmal neu einzuspielen. Allerdings nicht – wie es sonst meist Usus ist im Studio – nacheinander, sondern live. Dadurch bekommt das Material natürlich noch ein wenig mehr Drive und Spontaneität als die Originale. Dadurch heben sie sich von einfachen Covern auch ab. Aus meiner Sicht also eine weise Entscheidung, die wirklich ein prima Bonus auch für all diejenigen ist, die bereits das Original im Schrank stehen haben.

Das Debüt ist – zumindest aus meiner Sicht – das bislang nach wie vor beste Album der Band. Hier stimmt einfach alles, von den Kompositionen über die Produktion bis hin zur Leistung der vier Musiker. Nicht, dass die nachfolgenden Alben schlecht wären. Aber in diesem Fall trifft auch wieder ein altes Musikersprichwort: für das Debüt-Album hat man sein ganzes Leben Zeit, für die Nachfolger dann eben nur zwei oder maximal drei Jahre (zumindest im Falle von ERADICATOR). Also, wer auf technisch sehr sauber gezockten und prima komponierten Thrash Metal steht, der sollte sich dieses Werk auf jeden Fall mal intensiver zu Gemüte führen.

 

(C) 2008 - 2019 by Hooked on Music