Erblast

Drittgeschlecht


CD-Review

Reviewdatum: 04.03.2003
Jahr: 2002

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Erblast
Drittgeschlecht, Erbgut, 2002
Juliana von SkeksisGesang, Bass
Oswald HenkeKeyboards, Sprache
Tim HofmannKeyboards, Programming, Gitarren
Gäste
Markus KöstnerPercussion
Jochen SchobertBass
Produziert von: Oswald Henke Länge: 62 Min 30 Sek Medium: CD
1. Pure Agression8. Dir wird bewusst
2. An einem Tag9. Leere
3. Drittgeschlecht10. Treibsand
4. Kelch der Wahrheit11. In einer Nacht
5. Frei von Narben12. Frei von Narben (Nachspiel)
6. XII13. Horizont
7. Lichtprinzessin (Wahrheit Teil V)14. Wiegenlied

Oswald Henke ist ein bemerkenswerter Künstler, der über einen vollkommen unverkennbaren Stil verfügt. So verwundert es wenig, dass zwischen ERBLAST und GOETHES ERBEN einige Parallelen auszumachen sind.

Trotzdem besteht seltenst Verwechslungsgefahr, da sich beide Projekte doch deutlich voneinander unterscheiden. Wo GOETHES ERBEN den Anspruch des Musiktheaters erheben, da erweckt ERBLAST eher den Eindruck einer Band im konventionellen Sinne.

Natürlich bringt Oswald Henke seine unnachahmliche lyrische Art ein und hat die Mehrzahl der Texte für ERBLAST verfasst. Diese sind offener, mit mehr Spielraum für individuelle Interpretationen als zuletzt über weite Strecken bei GOETHES ERBEN verfasst und würden auch vollkommen ohne Musik ihre Wirkung nicht verfehlen.

Wir sind allerdings beim Hooked On Music und nicht beim literarischen Quartett, so dass uns die musikalische Umsetzung nicht einerlei sein kann.
(Da gibt Dir die Redaktion Recht. Leichte genetische Veränderungen haben wir schon bei Deinen ersten Zeilen feststellen müssen...)

Musikalisch lassen sich ERBLAST ganz grob zwischen GOETHES ERBEN und MILA MAR ansiedeln. Neben Stücken wie Frei von Narben, das auch gut von einem Album der henkeschen Stammband stammen könnte, widmen sich ERBLAST oft ruhigen, ätherischen und psychedelischen Klanggebilden, die die Wirkung der Texte perfekt unterstützen.

Das dritte Standbein sind eingängige, hypnotische Darkwave-Nummern wie das Doppel An einem Tag/In einer Nacht, Pure Aggression oder Leere, mit denen ERBLAST über die Tanzflächen der Düsterclubs zusätzliches Hörerpotential rekrutieren können.

Juliana von Skeksis setzt mit ihrem Gesang, der streckenweise an Ina Deter erinnert, was gar nicht negativ gemeint ist, ein markantes Gegengewicht zu Oswald Henkes ERBEN-typischen Sprechgesang und trägt damit wesentlich zur Abgrenzung der beiden Acts bei.

"Drittgeschlecht´" fordert vom Hörer viel Aufmerksamkeit und Bereitschaft sich darauf einzulassen. Auch wenn mir persönlich das letzte Album von GOETHES ERBEN mehr zugesagt hat, so lohnt sich doch die intensive Beschäftigung mit "Drittgeschlecht".

Martin Schneider, 04.03.2003

 

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