Eric Clapton

Clapton

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.09.2010
Jahr: 2010
Stil: Blues, Jazz

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Eric Clapton
Clapton, Reprise Records, 2010
Eric ClaptonVocals, Guitars, Mandolin
Doyle Bramhall IIGuitars
Willie WeeksBass, Upright Bass
Walt RichmondPiano, Organ, Wurlitzer
Jim Keltner, Jeremy Stacey, Abe Laboriel jr.Drums, Percussion
JJ CaleVocals, Guitar
Kim WilsonHarmonica
Allen ToussaintPiano
Wynton MarsalisTrumpet
Derek TrucksSlide Guitar
Sheryl CrowVocals
Steve RileyAccordion
Paul CarrackHammond Organ
Nikki Costa, Debra Parsons, Lynn MabryBacking Vocals
Produziert von: Eric Clapton, Doyle Bramhall II & Justin Stanley Länge: 62 Min 05 Sek Medium: CD
01. Travelin' Alone08. That's No Way To Get Along
02. Rocking Chair09. Everything Will Be Alright
03. River Runs Deep10. Diamonds Made From Rain
04. Judgement Day11. When Somebody Thinks You're Wonderful
05. How Deep Is The Ocean12. Hard Times Blues
06. My Very Good Friend The Milkman13. Run Back To Your Side
07. Can't Hold Out Much Longer14. Autumn Leaves

Wer von Eric Clapton, dem inzwischen 65-jährigen Gitarrenhelden aus Großbritannien, Meilensteine innovativer Neubesinnung erwartet, der ist von vornherein schief gewickelt. Ein Blueser bleibt ein Blueser. Auch wenn Mr Slowhand zwischenzeitlich wenig inspirierte Popausflüge, wie das 2005 von Simon Climie mit verbrochene "Back Home" unters Volk streute, bleiben seine Platten mit mehr oder weniger handfestem Bluescharakter (man höre seine sehr passable Robert Johnson Hommage) jeweils diejenigen, auf die man sich verlassen kann.

Auch sein neues Werk, schlicht "Clapton" betitelt, fällt schließlich eher in die Kategorie Rückbesinnung auf die ehernen Werte seiner Kinder- und Jugendzeit. Clapton arbeitet neben gelegentlich eingestreuten Blues-Pretiosen die frühen Swing- und Jazzerfahrungen seiner musikalischen Sozialisationsphase auf. Mit 65 schaut man eben gerne mal zurück, besinnt sich stilsicher auf altbewährte Tugenden und überlässt den Blick in die Zukunft dem ambitionierten Jungvolk.

Da man Herrn Clapton die nötige Reife wohl kaum absprechen kann, gerät es kaum verwunderlich, dass diese 14 Songs, an denen Old Eric nur ein einziges Mal als Co-Autor beteiligt ist (beim überschäumenden Run back to your side), unter der gemeinsamen Leitung von Doyle Bramhall II und Eric zu sehr soliden, mitunter auch sehr erfreulichen und prickelnden Stilübungen werden. Dass Clapton von einer ausgesucht exquisiten Musikergilde unterstützt wird, muss im Grunde nicht großartig erwähnt werden. Doch wenn so hervorragende Künstler wie der ehemalige TRACTORS Pianist Walt Richmond bemerkenswert in die Tasten haut, oder Jazz-Ikone Wynton Marsalis ein geschmeidiges Trompetensolo bläst, darf man auch schon mal ein Sonderlob verteilen.
Claptons alter Freund JJ Cale ist als Musiker und Autor ebenso mit von der Partie, wie Erics Ex-Geliebte Sheryl Crow, die sich aber auf der von Doyle Bramhall II ganz im traditionellen Sinn komponierten Edelballade Diamonds made from rain nicht sonderlich hervortut.
Wenn es etwas zu bemäkeln gibt, dann möglicherweise den gefühlt tausendsten Aufguss von Autumn leaves, dem EC nun wahrlich gar nichts Neues abgewinnen kann.

Clapton selbst brilliert auf seinem neunzehnten Solowerk eher als gefühlvoller Sänger denn als großartiger Gitarrist und man fühlt sich schon ein wenig überrascht, wie bewundernswert souverän und überzeugend er klassischen Jazzstoff aus der Feder von Hoagy Carmichael, Johnny Burke, John Mercer und Irving Berlin zu interpretieren versteht. Das mag einige beinharte Clapton-Fans irritieren, weil sie solche Songs als Schmus und Schmalz abtun, schmälert aber dennoch nicht die emotionale Tiefe dieser erprobten Klassiker. Wenn Clapton dann auch noch so spitzbübischen New Orleans-Swing wie My very good friend the milkman intoniert und die Brass-Section mit Tuba, Klarinette und Posaune ein zünftiges Fest feiert, weiß man spätestens warum Eric diese alten Lieder liebt.

Mit "Clapton" beweist Old Slowhand einmal mehr, dass er noch immer in der Lage ist, dem unerschöpflichen Reservoir althergebrachter Musik genügend spannende Facetten abzugewinnen, um sie schließlich auf seine ganz persönliche Art und Weise derart frisch zu gestalten, dass sie sich dem Vorwurf etwaiger Langeweile oder Tranigkeit mühelos entzieht. Ein schönes Alterswerk.

Frank Ipach, 26.09.2010

 

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