Eric Clapton

Mein Leben

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 11.11.2007
Jahr: 2007
Verlag: Kiepenheuer & Witsch

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Mein Leben, Kiepenheuer & Witsch, 2007
ISBN: 978-3-462-03934-4
Umfang: 346 Seiten, 18 Fotos
Preis: 19,90 € zzgl. Versandkosten

Nach der Lektüre dieser ersten, selbst verfassten Eric Clapton Biografie, "Mein Leben", stellt sich beim Leser womöglich erst einmal ein Gefühl der Erleichterung ein. Erleichterung darüber, ein normales und geregeltes Leben führen zu dürfen. Frei von exzessivem Drogengenuss, frei von wirtschaftlichen Zwängen und übergroßem Druck von außen, im Einklang mit der eigenen Familie und einigermaßen im Reinen mit sich selbst.
Natürlich liegt darin auch der prickelnde Reiz dieser biografischen Aufarbeitung eines Rockstarlebens, dass, so klischiert das Ganze auch sein mag, von Exzessen und außergewöhnlichen Umständen begleitet wurde und somit die voyeuristische Seite des Lesers kitzelt.

Betrachtet man Claptons Lebenslinie, die er hier recht offenherzig und völlig ohne Tabus nachzeichnet, bestand diese letztlich nur aus zwei großen Fixpunkten, der Musik und dem Alkohol. Gottlob kam in den Neunzigern bis zum heutigen Tage ein offenbar glückliches Familienleben hinzu. Recht spät will man meinen, doch Clapton zeigt sich überglücklich hinsichtlich dieses Umstands. Man bedenke, der Mann hat bald 63 Lebensjahre hinter sich gebracht.

Ein absolut interessant zu lesendes Buch, dessen Schwerpunkte allerdings zwangsläufig vorgegeben waren. Musik und Drogen, wie gesagt, und die Suche nach einer erfüllten Liebe, die Clapton ebenfalls eine Menge Energie kostete.
Clapton schildert neben erhellenden Einblicken in seine schwierige Kindheit und seinen ebenfalls nicht immer geradeaus verlaufenden Teenagerjahren, insbesondere auch das Lebensgefühl der mittleren und ausgehenden Sechziger Jahre, als nicht nur die musikalische Welt in einen sprichwörtlich rauschhaften Zustand verfiel, sondern das Leben vieler junger Erwachsener ganz generell durch vielfältige Impulse in ungeahnte Richtungen getrieben wurde. Beatniks und Hippies und deren künstlerisches, politisches und sexuelles Gedankengut.
Traurig und erschreckend zugleich, dass im Laufe der Jahre dieses Gefühl bei Clapton allmählich verloren ging, weil sämtliches Handeln und Tun von seiner unstillbaren Sucht bestimmt wurde. Hier wird auch dem letzten Fan klar, warum viele von Slowhands Platten aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern so, gelinde gesagt, durchwachsen waren.

Mancher Leser wird sicherlich dem frommen Wunsch erliegen, Clapton hätte ein wenig mehr über musikalische Details berichten können, hätte ruhig mal die eine oder andere Anekdote von legendären Plattenaufnahme-Sessions preisgeben können. Doch offenbar gab der triste Taumel zwischen Gitarren, Studios, Flughäfen, Hotelzimmern und Bühnen nicht viel mehr her, als diese fast schon Mitleid erregende Darstellung einer rasanten Schussfahrt in den Abgrund.

Schön zu lesen, wie Old Eric dann irgendwann doch die Kurve kriegte und sein Leben nun als zufriedener Familienvater und von jedweden musikalischen Zwängen befreiter Musikant gestaltet. Seine letzte große Welttournee hat er restlos müde, aber zufrieden, hinter sich gebracht, pflegt seinen britischen Upper-Class-Lebenstil und frönt gelassen seinen Hobbys: Angeln und Jagen.
Möge er die letzten Jahre seines Lebens glücklich bleiben. Fazit: All you need is love.

Frank Ipach, 11.11.2007

 

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