Eric Woolfson

Edgar Allan Poe

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.12.2009
Jahr: 2009
Stil: Musical

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Eric Woolfson Homepage



Redakteur(e):

Michael Koenig


Eric Woolfson
Edgar Allan Poe, Limelight Records/Soulfood, 2009
Eric WoolfsonLead Vocals on Track 04, Keyboards
Simon ChamberlainKeyboards
Alf ClewlowKeyboards
Haydn BendallKeyboards
John ParricelliGuitar
Lawrence CottleBass
Ralph SalminsDrums
Ian ThomasDrums
Frank RicottiPercussion
Martin DitchamPercussion
Dermot CrehanIrish Fiddle
Steve BalsamoLead Vocals on Tracks 03, 04, 05, 06, 12, 14 & 17, Backing Vocals on Tracks 11 & 13
David BurtLead Vocals on Tracks 07, 08, 13 & 16, Backing Vocals on Tracks 11 & 14
Anna-Jane CaseyLead Vocals on Tracks 05 & 14, Backing Vocals on Tracks 11 & 13
Melinda HughesLead Vocals on Track 02, Backing Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Juliette CatonLead Vocals on Track 11, Backing Vocals on Tracks 13 & 14
Fred JohansonLead Vocals on Track 15, Backing Vocals on Tracks 11, 13 & 14
James GillanLead Vocals on Track 08, Backing Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Karen DavisBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Angela BradleyBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Andrew BoltonBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
William KenningBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Ceri-Anne GregoryBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Shona WhiteBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Mark O'MalleyBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Suzanne RichardsonBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Richard TateBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Ian MowatBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Gail MackinnonBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Rob ThompsonBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Stefan Rhys WilliamsBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
Christian PhillipsBacking Vocals on Tracks 11, 13 & 14
The Brighton Festival ChorusChoirs on Track 10
The Metro VoicesChoirs on Tracks 04, 09 & 10
Additional Live Concert Musicians:
Dermot CrehamViolin
Bozidar VukoticCello
Phil ToddWoodwind
Richard WatkinsHorn
Produziert von: Eric Woolfson Länge: 72 Min 13 Sek Medium: CD
01. Angel Of The Odd10. Goodbye To All That
02. Tiny Star11. The Devil I Know
03. Wings Of Eagles12. Somewhere In The Audience
04. The Murders In The Rue Morgue13. Trust Me
05. Blinded By The Light14. Annabel Lee/Let The Sun Shine On Me
06. The Pit And The Pendulum15. Train To Freedom
07. The Raven16. What Fools People Are
08. It Doesn't Take A Genius17. Immortal
09. The Bells

Eric Woolfson, ehemaliges federführendes Mitglied des leider nicht mehr existenten THE ALAN PARSONS PROJECT, stellte vor kurzem sein nach ’Freudiana’, ’Gaudi’, ’Gambler’ und ’Dancing Shadows’ nächstes Musical ’Edgar Allan Poe’ vor. Die Welturaufführung des Werkes ging am 28. August 2009 über die Bühne des Opernhauses der Stadt Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Sie wurde allerdings von Unstimmigkeiten zwischen dem Komponisten, der Stadt Halle (Saale) und der Oper bezüglich der Inszenierung überschattet.
Anlass für die Premiere in diesem Jahr ist der 200. Geburtstag am 19. Januar 1809 des völlig zu recht bis heute weltweit gefeierten amerikanischen Literaturgenies. Ebenfalls am 28. August 2009 erschien der zu dem Musical gehörige Originalsoundtrack unter identischem Titel.

Schon 1976 erwies Eric_Woolfson seinem Idol eine musikalische Referenz. Mit dem legendären und extrem erfolgreichen THE ALAN PARSONS PROJECT-Album ’Tales Of Mystery And Imagination - Edgar Allan Poe’ widmeten er und Alan Parsons sich Gedichten und Geschichten Poes. 2003 schlug er dann endlich (diesmal jedoch im Alleingang), wie es seit 1976 seine Absicht war (es kam vorher nie dazu, weil die restlichen 9 Longplayer des PROJECTS bei einer anderen Plattenfirma erschienen, die keinen Wert darauf legte, lediglich den zweiten Teil des Poe-Konzeptes zu veröffentlichen, ohne Teil 1 im Katalog zu haben) das nächste Kapitel seiner Heldenverehrung auf. In diesem Jahr kam nämlich das Album ’Poe - More Tales Of Mystery And Imagination’ heraus, auf welchem sich der Schotte neben dem alles andere als gewöhnlichen Werk des Amerikaners auch dessen Leben zuwandte, das wahrlich ebenso mehr als genügend seltsamen und unheimlichen Stoff für eine entsprechend eindringliche musikalische Umsetzung in sich birgt. Das Material stammt aus den 1990ern, in denen Woolfson bereits an dem jetzt verwirklichten Musical schrieb. Es wurde im November 2003 in voller Länge im Studio 1 der für alle Zeiten in den Annalen der populären Musik verankerten Londoner Abbey Road Studios vor kleiner Zuhörerschaft live präsentiert (dieses Konzert ist übrigens vor kurzem auf DVD erschienen).

’Edgar Allan Poe’ basiert auf der bereits erwähnten 2003er Produktion (es enthält mit Angel Of The Odd, Wings Of Eagles, Train To Freedom, Somewhere In The Audience, The Bells, The Pit And The Pendulum, The Murders In The Rue Morgue, Tiny Star, Goodbye To All That und Immortal alle 10 darauf zu hörenden Tracks, jedoch in veränderter Reihenfolge und zum Teil auch umarrangiert) und setzt sich deshalb wie diese, natürlich auch aus Interpretationen von Texten und der Betrachtung des Lebens des Jahrhundertliteraten zusammen. Eric Woolfson legte dabei, nach eigener Aussage, größten Wert auf Genauigkeit und Realitätsnähe des biografischen Teils.
Auf "Eric Woolfson Sings The Alan Parsons Project That Never Was", Eric Woolfsons letztem Soloalbum von 2009 sind die Tracks Somewhere In The Audience, Train To Freedom (hier in der Originalversion Train To Wuxi) und Immortal in anderen Arrangements zu finden.
Die auf der CD vertretenen 17 Titel stellen die komplette Setlist des Bühnenschauspiels dar. Dabei wurde ein Teil, nämlich 9 Nummern, in den Abbey Road Studios in London eingespielt, während die übrigen 8 Stücke Live-Mitschnitte aus London sind.

’Edgar Allan Poe’ bietet die für ein Pop/Rock-Musical allgemein gebräuchliche Melange aus populärer und klassischer Musik. Da gibt es als Intro das an THE ALAN PARSONS PROJECT erinnernde Instrumental Angel Of The Odd, Balladen (Tiny Star, Blinded By The Light und Immortal [läßt stellenweise an THE ALAN PARSONS PROJECT denken]), von David Burt beeindruckend rezitierte Strophen aus dem Gedicht The Raven, etwas rockigere, atmosphärisch dichte und in ihren besten Momenten an THE ALAN PARSONS PROJECT angelehnte Titel (Wings Of Eagles, The Murders In The Rue Morgue, The Pit And The Pendulum, The Bells, Somewhere In The Audience [mit ein wenig Countrytouch], Train To Freedom [mit leichtem Gospeleinschlag] und What Fools People Are), eine etwas lateinamerikanisch anmutende, mit Einflüssen aus Country und Folk angereicherte Nummer (Goodbye To All That), sowie typisch leichtfüßige und romantische Musicallieder (It Doesn’t Take A Genius und The Devil I Know und Annabel Lee/Let The Sun Shine On Me). Trust Me weist zwar auch alle Merkmale eines speziellen Musicaltracks auf, sticht jedoch mit seinem sehr direkten Text und der extrem starken Interpretation von David Burt heraus.
Das alles setzte der Meister (sowohl bezüglich der Kompositionen, als auch im Hinblick auf die Texte) mit der dem Verlauf des Lebens und dem Wirken seiner Hauptperson entsprechenden und angemessenen Dramaturgie, vielfältigsten Stimmungen wie Romantik und Düsterkeit, aber auch Pathos in Szene.

Das Songwriting überzeugt über weite Strecken, gelingt hier doch der Spagat zwischen ernsthafter und fundierter Auseinandersetzung mit der Biografie Poes und trotzdem nicht allzu schwer verdaulicher Unterhaltung. Die abwechslungsreich und eingängig komponierten Tunes mit ihren insgesamt aussagekräftigen Lyrics kommen beim Publikum ganz sicher gut an und sorgen bestimmt für die dementsprechende Stimmung. Das ist jedoch bloß ein Teil des Erfolgsrezepts. Denn da gibt es ja noch die Ausführenden. Sowohl die hochkarätigen Musiker, als auch die vorzüglichen Vokalisten (allen voran Steve Balsamo und David Burt) und Chöre sorgen mit ihren Performances, egal ob im Studio oder live, dafür, dass der Hörer schlussendlich einen weit überwiegend positiven Eindruck von dem Album gewinnt und im Gedächtnis behält.

Eric Woolfsons Produktion besticht vor allem bei den Studionummern. Der Sound der Konzertausschnitte fällt dagegen leicht ab, ist deswegen aber trotzdem noch lange nicht von schlechter Qualität.

Anhänger des Schaffens von Eric Woolfson und notorische Sammler all seiner Veröffentlichungen können bedenkenlos zugreifen. Leute, die ganz allgemein dem Musical poppiger und rockiger Art zugetan sind, machen mit dem Erwerb von ’Edgar Allan Poe’ ebenso alles richtig. Auch diejenigen, welche an Leben und Werk Edgar Allan Poes interessiert sind, dürften mit diesem Musical, das ihn quasi noch unsterblicher werden lässt, ihre Freude haben. Ich denke, dass darüber hinaus wahrscheinlich so mancher Fan von THE ALAN PARSONS PROJECT sich die Scheibe aus alter Verbundenheit ins CD-Regal stellen wird.

Noch während des Verfassens dieser Rezension erreichte mich die äußerst traurige Nachricht, dass Eric Woolfson am 02. Dezember von uns gegangen ist (s. unseren Newsteil). Dieser verdammte Krebs hat einmal mehr gewonnen. Ich werde diesen begnadeten und herausragenden Künstler, wie viele andere ganz gewiss auch, vor allem wegen seiner unvergesslichen und außergewöhnlichen Musikschöpfungen für THE ALAN PARSONS PROJECT in der ihm gebührenden, ehrenden Erinnerung behalten.

R.I.P. MR. WOOLFSON AND THANK YOU FOR THE MUSIC!

Michael Koenig, 27.11.2009

 

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