US Rails

Essen, Grend, 07.06.2013

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 09.06.2013
Stil: Americana, Westcoast-Pop

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Redakteur(e):

Frank Ipach


US Rails,
Essen, Grend, 07.06.2013

"Does anybody know how lucky we are, just bangin' on drums, strumming on guitars, just trying to have fun in some dark and dusty bar, and in the morning when I wake up to thank my lucky stars". Der Chorus des US RAILS Songs Lucky stars umreisst so ungefähr die Geisteshaltung, den Idealismus, die Hingabe mit der die fünf US Boys ihre Konzerte angehen.

Der Freitagabend im Essener Kulturzentrum 'Grend' folgte jener Maxime uneingeschränkt ein weiteres Mal und die versammelten Fans ergötzten sich sichtbar gut gelaunt an der impulsiven Spielfreude dieser fünf veritablen Einzelkönner, die es schaffen, ihre Kunstfertigkeit derart zu bündeln, dass selten jemand in den Vordergrund rückt. Alles ist paritätisch verteilt, seien es nun die ständig wechselnden Lead-Vocals, die ausgecheckten Harmony-Vocals, die Songwriting-Anteile oder auch die jeweiligen kurzen Ansprachen an die Gemeinde. Selten sah man mehr lächelnde und verzauberte Gesichter. US RAILS sind einfach der Inbegriff einer Wohlfühltruppe.

Wer den entspannten westcoast-geprägten Sonnenschein-Americana der RAILS mag, der freut sich einfach über Lucky stars; Gonna shine; Shine your light; Love reaction; Most of it; Heartbreak Superstar; For now oder das rührselige, pathetische Old song on the radio, das den gut gefüllten Saal animierte aus voller Kehle mitzusingen. Da wird nicht verschämt um sich geschaut, da wird einfach mitgeträllert, im Takt geklatscht, gefeiert. Freitagabend, kann es etwas Schöneres geben?

Tom Gillam, der offenbar etwas Geld in eine neue Frisur investiert hatte und sich die frühsommerliche Hitze per Ventilator vom Leibe hielt, spielte wie gewohnt den Knuddelbär und Gute-Laune-Bolzen und natürlich exquisite Gitarrenpassagen, samt verschärfter Slide-Guitar. Joseph Parsons, der charmant zurückhaltende, ewig jugendlich wirkende Lockenkopf, streichelte seine Akustikklampfe und sorgte mit unverkennbarer Stimme für reichlich melancholische Augenblicke. Matt Muir, der swingende und singende Drummer überzeugte mit hoher musikalischer Flexibilität. Scott Bricklin, der just von einem Schnupfenvirus genesene, freundliche Kumpeltyp aus der Nachbarschaft zupft seinen Bass mitunter so melodisch als wolle er Paul McCartney Konkurrenz machen, während der Tee trinkende und etwas angestrengt wirkende Tastenmann Ben Arnold das Gesangsmikro mit seiner grad aufkeimenden Halsentzündung infizierte.

Dass die Wurzeln der US RAILS irgendwo im Koordinatenkreuz zwischen Crosby Stills & Nash und EAGLES liegen, dürfte inzwischen bekannt sein, nicht zuletzt weil die Jungs auf ihren Debutalbum Suite: Judy Blue Eyes covern. Weil sie dem CSN-Song im Essener 'Grend' jedoch keinen Platz einräumten, verlegten sich die glorreichen Fünf darauf, ihrer Liebe zu den unverwüstlichen BEATLES Tribut zu zollen und boten im Finale eine schlichtweg hinreissende Coverversion des "Sgt. Pepper"-Songs A day in the life. So bewahrt man sich treue Fan-Freundschaften und schickt einen Haufen glücklicher Menschen ins Wochenende.

Frank Ipach, 07.06.2013

 

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