Exodus

Evile

Essen, Turock, 18.04.2008


Konzertbericht

Reviewdatum: 18.04.2008

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Redakteur(e):

Jörg Litges (* 1965, ✝ 2015)


Essen, Turock, 18.04.2008

Man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Hätten EXODUS es Anfang der 80er geschafft "Bonded by Blood" vor METALLICAS "Kill'em All" auf den Markt zu werfen, dann wären EXODUS jetzt die Band die DAS genre-prägende Album schlechthin auf den Markt gebracht hätten, würden jetzt Stadien füllen anstatt Clubs. Ein typischer Fall von "hat nicht sollen sein".

Dass EXODUS immer noch die Massen anziehen, sieht man schon als ich um 19:10 am Turock in Essen auflaufe: eine lange Menschentraube giert nach Einlass. Kurz drauf macht es auch schon die Runde, die Show ist ausverkauft, die wenigen Restkarten sind weg und hektisches Telefonieren und resigniertes Heimgehen macht sich bei einigen Fans breit.

Ein Lob muss man den verantwortlichen im Turock aussprechen, sie haben den Laden nicht proppevoll gedrückt, (50 Leute hätte man sicher noch reinpressen können.) aber bei den zu erwartenden Circle Pits wäre das eher unklug gewesen. So war es trotz voller Hütte zumindest anfänglich noch möglich, sich auch ein Bier zu holen und wieder zu seinem Platz zurück zu kommen. Anfänglich.

Opener sind EVILE, vor kurzem noch in unseren Landen mit MEGADETH unterwegs. Die Engländer aus Huddersfield, fahren die gleiche Schiene wie die Bay Area Thrasher, also Schweinepolka pur. Gespielt haben die Jungs quasi ihr ganzes Album, Songs wie Enter The Grave oder Thrasher (Name ist Programm) wärmen das Publikum gut auf, die ersten Mosher starten ihren Pit und üben schon mal für den Hauptact.

Evile Evile

Umbaupause, Bierholen, Smalltalk und es ist soweit, EXODUS entern die Bühne. Ich sehe die Jungs zum ersten Mal mit Fronter Rob Dukes. Rein äußerlich ist er so ein Typ dem man, sollte er einen am Hauptbahnhof nach der Uhrzeit fragen, schnell seine Geldbörse freiwillig in die Hand drückt und das Weite sucht. Never judge a book by its cover though!

Stimmlich ist der Mann ein Gewinn für die Band, er intoniert sämtliche EXODUS Songs (ob Klassiker oder neu) mit der nötigen Härte und Brutalität. Apropos Brutalität, EXODUS steigen dermaßen hart in den Set ein, dass sie die Kollegen von OVERKILL alt aussehen lassen. Und da flogen schon reichlich die Brocken.

Evile

Vom Moshpit zum Circlepit geht's ratzfatz, die Stagediver fliegen tief und Rob teilt das Publikum, das auf seinen Zuruf einen Wall of Death startet. EXODUS haben keine Berührungsängste mit den Fans, immer auf Körperkontakt aus, hautnah an der ersten Reihe. Rob stagedived, Gary lässt sich auch samt Gitarre einige Male ins Publikum fallen, wird aber immer schnell zurückgeholt, während Rob eine Ehrenrunde durchs Publikum dreht.

Evile Evile

Schaut euch die Setlist an. "The Atrocity Exhibition" ist ja ein Hammer Album, aber gegen Klassiker wie Piranha, And Then There Were None oder den Toxic Walz ist kein Kraut gewachsen. Einmal quer durch die EXODUS-History und zurück. Genial. Toxic Waltz wurde einige Male unterbrochen, unter anderem für METALLICAs Motorbreath, mit der Androhung das METALLICAS neues Album besser gut werde. Bis es Rob dann mit den Fans zu bunt wird und er fragt, wann wir denn endlich "now play that fucking Song" sagen! Ehrlich? Selbst wenn EXODUS Alle meine Entchen gespielt hätten, hätte die Brutalität einen weg gehauen und die Fans wären begeistert gewesen.

Evile Evile

Eine sichtlich zufriedene Band verlässt dann die Bühne, die Jungs hatten genauso viel Spaß wie die Fans. Besser hätte es in der Bay Area sicher auch nicht sein können.

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