Obituary

End Of Days
Persefone

Essen, Turock, 16.03.2010

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 18.03.2010
Stil: Death Metal, Metalcore, Melodic Death

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Redakteur(e):

Thomas Dietz


Obituary, Persefone, End Of Days,
Essen, Turock, 16.03.2010

Das Turock öffnet heute Abend seine Pforten für Florida's Finest in Sachen Death Metal. OBITUARY treten heute an um zu beweisen, dass sie immer noch, oder besser gesagt längst wieder, zur Speerspitze der amerikanischen Todesblei-Szene gehören. Seit der Veröffentlichung der Comeback-Scheibe "Frozen In Time" im Jahr 2005, hat das Death Metal Flaggschiff wieder volle Fahrt aufgenommen und so schafft es die Band heutzutage nahezu an ihre alten Glanztaten "Slowly We Rot" (1989) und "Cause Of Death" (1990) anzuknüpfen. OBITUARY haben also inzwischen einiges an Boden gutgemacht, was bei ihnen seit Mitte der 90er lange im Argen lag. Dies wird verständlicherweise von den Fans mit einem zahlreichen Erscheinen honoriert und so kommt es, dass das Turock auch an einem Wochentag weit mehr als zur Hälfte gefüllt ist.

Den Startschuss liefern am heutigen Abend END OF DAYS aus Bottrop. Allerdings ist im Umkreis von fünf Metern vor der Bühne kaum jemand zu sehen, während sich der Großteil der bereits Eingetroffenen dezent im hinteren Drittel der Halle aufhält. Auch die öfters wiederholte Aufforderung des Sängers an die Anwesenden, weiter noch vorne zu kommen um "die Hütte abzureißen", bleibt weitestgehend erfolglos. Und so wagen sich mit der Zeit nur ein paar einzelne Mutige wenige Schritte weiter Richtung Bühne. Der eher modern-gehaltene Stilmix aus Hardcore und Death Metal hat heute einfach keine Schnitte beim Old-School Publikum. Die Jungs sind sichtlich angestrengt die träge Masse doch noch zum mitbangen zu animieren, aber da ist jede Mühe vergebens und nach ner halben Stunde auch schon wieder Schluss.

Das alles sieht bei PERSEFONE schon anders aus. Die junge Band schafft es ihren Support-Slot gut zu nutzen und sich dem interessierten Publikum auffallend zu präsentieren. Auffallend ist auch das Herkunftsland der Band, nämlich Andorra. Ich bin sicher nicht der Einzige, der heute zum ersten Mal einer Gruppe aus diesem (zumindest in Metal-Maßstäben) unscheinbaren Staat sein Gehör schenken darf. Bei gerade Mal gut 80.000 Einwohnern insgesamt, dürfte die Dichte an Bands, zumal aus diesem Bereich, sehr übersichtlich sein. Persefone spielen im Grundsatz melodischen Death Metal der Göteborger-Schule, streuen aber häufig artfremde Elemente in ihren Sound ein. Da klingt das Keyboard mal nach DREAM THEATER oder der Gesang nach Black Metal und nebenbei wird in einem Instrumentalpart der Star Wars Soundtrack verwurstet. Kann sich hören lassen.Dem Publikum scheint es auch zu gefallen, was der wohlwollende Beifall bestätigt.

Jetzt wird's aber Zeit für die Death Metal Walze aus Tampa, Florida. Und OBITUARY zeigen mit List Of Dead vom aktuellen Album "Darkest Day" der erwartungsvollen Headbangerschaft gleich mal wo der Hammer hängt. Auf der Stelle entfachen sie einen ansehnlichen Moshpit, der im Verlauf des Sets noch an Größe und Intensität zunehmen soll. Alle der insgesamt acht Studioalben sind mit mindestens einem Song im Set vertreten, der Schwerpunkt liegt aber auf der letzten Veröffentlichung "Darkest Day" (2009) und dem Vorgänger "Xecutioner's Return" (2007). Wie anfangs bereits erwähnt sind die neuen Alben aber alles andere als schwach und zünden live genauso wie die Stücke aus der Frühphase. Natürlich wird aber dennoch der erste Höhepunkt mit dem Song-Package Chopped In Half/Turned Inside Out vom Klassiker-Album "Cause Of Death" erreicht. Und auch das geile CELTIC FROST-Cover Dethroned Emperor kommt heute wieder zum Zuge. Die Stimmung ist super, die Meute tobt und OBITUARY sind in bester Spiellaune.

Überhaupt gibt's ja bei der Band momentan keine Schwächen zu verzeichnen. John Tardy brüllt sich wie eh und je die Seele aus dem Leib, während sein Bruder Donald das Schlagzeug mit dem richtigen Wums beackert. An der Gitarre weiß Trevor Peres mit fehlerfreiem, soliden Spiel zu überzeugen, während sein Gegenpart Ralph Santolla eher den coolen Rocker mimt und sogar nen eigenen Aschenbecher auf der Bühne hat. Der hatte doch sicher nicht nur O-Saft in seinem Glas.Bassmann Terry Butler ist eher unauffällig, aber das bringt die Position am Bass ja meist so mit sich. Nach einer Knappen Stunde verschwinden dann die fünf Florida-Deather erst mal von der Bühne und gönnen sich eine kurze Verschnaufpause. Nun stehen noch zwei Lieder auf dem Programm. Als erstes wird der Song Evil Ways zum Besten gegeben, der sich in den letzten Jahren zum wahren Live-Kracher entwickelt hat. Der Track bringt den OBITUARY-Sound perfekt auf den Punkt. Man wird von dem Groove förmlich überrollt! Abschließend folgt natürlich noch die Bandhymne schlecht hin: Slowly We Rot. Jetzt werden noch mal alle Kräfte mobilisiert, bei der Band und beim Publikum. Dies ist das Lied, auf das alle gewartet haben. Bis heute hat das Stück nichts von seiner durchdringenden, angsteinflößenden Atmosphäre eingebüßt. So muss es sein! Heute Abend wird sicher kaum jemand enttäuscht nach Hause gehen. Das war ne Death Metal Vollbedienung!

Reichlich Fotos gibt es hier: END OF DAYS, PERSEFONE und OBITUARY

Thomas Dietz, 16.03.2010

 

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