Heathen

Dew-Scented
Contradiction

Essen, Turock, 01.05.2010

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 07.05.2010
Stil: Thrash Metal

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Redakteur(e):

Thomas Dietz


Heathen, Dew-Scented, Contradiction,
Essen, Turock, 01.05.2010

Mit HEATHEN steht heute eine weitere legendäre Bay Area-Band auf der Bühne des Turock. Trotzdem wir heute den 1. Mai haben und dazu auch noch Samstag, ist der Laden doch unerwartet gut gefüllt. Man könnte sogar meinen, dass das Konzert kurz vor dem „sold out“ steht. Für eine Band, die vor 20 Jahren gerade Mal zwei Alben veröffentlicht hat und erst jetzt wieder mit einer Comeback-Platte an den Start geht, ist die Besucherzahl, zumindest heute Abend, sehr ordentlich. Aber der Thrash Metal feiert ja sowieso schon seit längerer Zeit sein Revival, da ist es natürlich naheliegend, dass auch die alten Helden wieder mehr Zulauf bekommen. Zudem konnte die neue Scheibe “The Evolution Of Chaos“ in der Fachpresse ziemlich hohe Punktzahlen einfahren. Somit sollte einem gepflegten Thrash-Abend also nix mehr im Wege stehen.

Zu der Hauptband aus San Francisco gesellen sich heute zwei Vorgruppen aus deutschen Landen. Zum einen CONTRADICTION aus dem nahegelegenen Wuppertal, sowie DEW-SCENTED aus dem norddeutschen Raum. Erstere eröffnen den Abend durchaus passend mit weitestgehend reinrassigem Thrash Metal. CONTRADICTION haben sich in den letzten Jahren eine ganze Menge Fans im regionalen Umkreis erspielt und können somit auch als Opening-Act, zumindest hier in Essen, schon ziemlich gut abräumen. Gradliniger Thrash, weitestgehend schnörkellos gespielt, gegen den man nichts einwenden kann. Nur die hardcore-lastige Stimme nervt mit der Zeit. Ich hab’s gerne etwas bissiger und aggressiver, anstatt immer das gleiche Bellen zu vernehmen. Aber Schwamm drüber, die Jungs machen ihren Job doch alles in allem ganz ordentlich. Die darauf folgenden DEW-SCENTED haben offensichtlich ebenfalls ihre eigenen Fans mit dabei. So lässt sich die aufgedrehte Gruppe von Jungspunden, allesamt in T-Shirts der Band, am linken Bühnenrand schlecht übersehen. Kaum wird der erste Ton gespielt, schon beginnen die quirligen Kerlchen ihren verspäteten Tanz in den Mai, hüpfen munter einer nach dem anderen vom Bühnenrand und rennen wie aufgescheucht im Kreis herum…ach ja das nennt man ja heute Circle Pit. Die Band selber spielt sich routiniert durch ihr Set und erntet nach jedem Lied stürmischen Applaus. DEW-SCENTED sind in Essen ebenfalls keine Unbekannten mehr und haben schon ne gute handvoll Auftritte im Turock hinter sich. Dem Publikum macht’s wohl Spaß, mir ist das Ganze zu monoton und vor allem viel zu modern...Egal, gleich kommen Heathen!

Und kurze Zeit später stehen sie auch schon auf der Bühne. Ich muss zugeben am meisten freue ich mich heute wieder die Gitarrenkünste von Lee Altus bewundern zu können, auch wenn man ihm dabei leider äußerst selten ganz zu sehen bekommt, denn der Mann schafft es sein komplettes Gesicht für 90 Prozent des Auftritts in seiner noch ansehnliches Haarmasse zu vergraben. HEATHEN bieten anderthalb Stunden feinsten Bay Area Thrash, gespickt mit technischen Raffinessen, und bergeweise geiler Riffs. Frontmann David White zeigt sich heute von seiner kommunikativen Seite und wirkt ohne Sonnenbrille auch wesentlich sympathischer. Da werden erst mal sämtliche Hände geschüttelt und später wird sich artig beim, wie sollte es auch anders sein, weltbestem Publikum bedankt. Der Gig ist heute aber auch wirklich ein Selbstläufer für die Band, das dürften die Amis auch schon sicher anders erlebt haben. Es wird aus allen Schaffensperioden was geboten, ob von “Breaking The Silence“, “Victims Of Deception“ oder dem aktuellen Werk “The Evolution Of Chaos“, das Publikum geht mit und mindestens die ersten zehn Reihen haben ihren Headbangmodus auf Dauerrotation geschaltet.

Die neuen Bandmitglieder an der zweiten Gitarre und am Bass werden zwar von der Bühnenpräsenz des Bandkopfes Lee Altus ziemlich in den Hintergrund gedrängt, aber wen stört das schon? Dieser Mann ist schließlich der einzige Grund dafür, warum die Band heute überhaupt wieder existiert. Und hier hat Altus die Chance sich auch musikalisch vollkommen ausleben zu können, schließlich spielt er bei seiner derzeitigen Hauptband EXODUS ja „nur“ die zweite Geige…ähm Gitarre. Dafür hat man bei EXODUS doch das gute Gefühl eine vollwertige, eingestimmte Band zu sehen, was bei HEATHEN in meinen Augen nicht so ganz der Fall ist. Das soll aber als kleiner Kritikpunkt schon reichen. Denn der Auftritt war ohne Frage sehr gut und das Material der Band ist sowieso erstklassig. Eines ist also sicher: HEATHEN sind zurück! Das ist kaum zu überhören.

Und wenn man gefühlte 1000 Bilder von Lee Altus macht, dann bekommt man auch 8 oder 9 wo wenigstens mal ein Auge lugt... anzusehen HIER, Natürlich haben auch CONTRADICION und DEW-SCENTED ihre Fotostrecken!

Thomas Dietz, 01.05.2010

 

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