Europe

Last Look At Eden


CD-Review

Reviewdatum: 18.09.2009
Jahr: 2009
Stil: Hard Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Europe
Last Look At Eden, Ear Music, 2009
Joey TempestGesang
John NorumGitarre
John LevenBass
Mic MichaeliKeyboards
Ian HauglandSchlagzeug
Produziert von: Europe Länge: 47 Min 06 Sek Medium: CD
01. Prelude07. Mojito Girl
02. Last Look At Eden08. No Stone Unturned
03. Gonna Get Ready09. Only Young Twice
04. Catch That Plane10. U Devil U
05. New Love In Town11. Run With The Angels
06. The Beast12. In My Time

Die vorab veröffentlichte EP mit dem Titeltrack und U Devil U hatte es ja bereits angedeutet - EUROPE setzen wieder verstärkt auf das, was sie in ihren Anfangstagen groß gemacht hat: eingängiger Hard-Rock mit hymnischen Chören, Breitwand-Orchester-Sounds vom Keyboard, starke Riffs, tolle Soli und das alles mit einem Sound, der sich wohltuend von dem absetzt, was die Mannen um Joey Tempest auf den beiden Comeback-Alben "Start From The Dark" und "Secret Society" geboten hatten. Stattdessen orientieren sich John Norum und Mic Michaeli eher an "Prisoners In Paradise" als an den jüngsten Outputs. Zumindest mir persönlich gefällt diese Ausrichtung besser. Aber ganz sind die Töne der letzten Alben auch nicht verschwunden, aber die – übrigens exzellenten - Stücke wie etwa The Beast und Mojito Girl bilden doch deutlich die Minderheit.

Auffällig ist zudem der Umstand, dass hier die Gitarren von John Norum deutlicher als in der Vergangenheit (vor der Reunion) den Band-Sound dominieren. Hier hat sich der Gitarrero eindeutig gegen Keyboarder Michaeli durchgesetzt, der auf den Hit-Alben der Band “The Final Countdown“ und “Out Of This World“ deutlich den Ton angab. Zudem hat John Norum in einigen Stücken wie etwa in den Soli der beiden Balladen New Love In Town und In My Time oder beim Riff von Only Young Twice (um nur einige von unzähligen Beispielen zu nennen) den Blues als Kern und Seele seines Gitarrenspiels wieder entdeckt. Er liefert hier die vielleicht beste Leistung seiner Karriere ab – und das will schließlich was heißen. Und auch wenn sich Michaeli hier weitestgehend im Hintergrund hält, so setzt er mit seinen Keyboard-, Orgel- und Streicher-Einsätzen doch genau die Akzente, die “Last Look At Eden“ zu einem solchen Klasse-Album machen.

Aber auch Joey Tempest zeigt einmal mehr eine wahre Spitzen-Leistung. Er rockt (Beispiel: Last Look At Eden), er röhrt (unter anderem U Devil U), er schmeichelt (New Love In Town) und er singt teilweise wirklich herzzerreißend (beim abschließenden In My Time). So gut hat man Schwedens bessere Antwort auf Jon Bon Jovi schon lange nicht mehr gehört.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch die wunderbar tighte Rhythmussektion bestehend aus John Leven am Bass und Schlagzeuger Ian Haugland, die zwar meist im Hintergrund bleibt, aber ohne die eine solche Platte eben auch nicht möglich wäre. Gerade bei langsamen Stücken beweist Haugland, dass er nicht nur ein Power-Drummer ist. Und Leven ist weit mehr als ein Bassist, der im Hintergrund nur die Grundnote zupft, vielmehr spielt er sehr melodiös und verleiht den Songs dadurch eine zusätzliche musikalische Ebene, die vielen vielleicht nicht auffällt, die aber die Stücke ungemein aufwertet.

“Last Look At Eden“ ist das beste Album, das EUROPE zumindest seit dem sträflich unterbewerteten “Prisoners In Paradise“ aufgenommen haben, vielleicht ist es sogar das beste Album ihrer Karriere. Alle elf Tracks sind echte Knaller, die sicherlich auch live für Begeisterungsstürme sorgen werden. Anspieltipps sind auf “Last Look At Eden“ der Titeltrack, die wunderbaren Balladen New Love In Town und In My Time, die lässigen Catch That Plane (mit DEEP PURPLE-Orgel im Hintergrund) und Mojito Girl, die leicht sphärischen No Stone Unturned und Run With The Angels, die Groover Gonna Get Ready und Only Young Twice sowie die beiden Rocker U Devil U und The Beast. Habe ich noch was vergessen? Ach ja, die Prelude leitet wunderbar in das Album ein. Spätestes jetzt muss klar sein, dass EUROPE mit “Last Look At Eden“ der ganz große Wurf gelungen ist. Würde Qualität belohnt, müsste sich dieses Album besser verkaufen als “The Final Countdown“.

Marc Langels, 18.09.2009

 

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