Europe

War Of Kings


CD-Review

Reviewdatum: 26.02.2015
Jahr: 2015
Stil: Classic Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Europe
War Of Kings, UDR Music, 2015
Joey TempestGesang
John NorumGitarre
John LevenBass
Mic MichaeliKeyboards & Orgel
Ian HauglandSchlagzeug
Produziert von: Dave Cobb Länge: 54 Min 14 Sek Medium: CD
01. War Of Kings07. Days Of Rock'n'Roll
02. Hole In My Pocket08. Children Of The Mind
03. The Second Day09. Rainbow Bridge
04. Praise You10. Angels (With Broken Hearts)
05. Nothin' To Ya11. Light Me Up
06. California 40512. Vasastan

Die Schweden EUROPE haben in ihrer nun schon mehr als 30-jährigen Karriere verschiedene musikalische Inkarnationen durchlaufen, als da wären die junge, ungestüme Hard Rock-Band der Anfangstage, dann die polierten Chart-Stürmer denen ein Wandel des musikalischen Massen-Geschmacks den Wind aus den Segeln nahm, als nächstes folgten Auflösung und dann die Wiedergeburt mit einem deutlich düstereren Sound und nun seit mittlerweile sieben Jahren eine wahrhaft klassische Hard Rock-Band, die in ihrem Klang all die Bands reflektiert, die sie einst beeinflussten. Und das waren eben die Großen der 70er und 80er Jahre: LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE, RAINBOW oder BLACK SABBATH.

Diese Einflüsse machen sich nun auch auf dem zehnten Studio-Werk von Joey Tempest, John Norum, Mic Michaeli & Co. erneut mehr als deutlich bemerkbar. Wo diese Klänge bei “Last Look At Eden“ noch eher vereinzelt zu vernehmen waren, da brachen sie sich auf dem direkten Vorgänger “Bag Of Bones“ schon sehr viel deutlicher Raum und nun steht “War Of Kings“ ganz ohne Zweifel direkt in ihrer Tradition. Das drückt sich auch in der Wahl des Produzenten aus. Joey Tempest erklärt, dass sie Dave Cobb unbedingt haben wollten, nachdem sie seine Arbeit für die RIVAL SONS gehört hatten. Und Cobb hat EUROPE auch einen wunderbar warmen analogen Retro-Sound beschert, der herrlich zu den neuen Kompositionen der Band passt.

Denn der Blues-Einfluss, der auf dem Vorgänger “Bag Of Bones“ noch deutlicher spürbar war (nicht nur dank des Gast-Solos von Joe Bonamassa und der Produktion von Kevin Shirley), der ist auf “War Of Kings“ nahezu komplett verschwunden. Und das nahezu wird auch nur durch den Bonus-Track Vasastan, ein gefühlvolles Instrumental, sowie einige Solo-Spots gerettet, bei denen Gitarrist John Norum zeigt, wo seine Einflüsse liegen. Das Eröffnungsriff von Praise You hingegen klingt fast nach AUDIOSLAVE und deren Cochise, so heftig erlebt man EUROPE auch nicht alle Tage. Ein Track wie Hole In My Pocket hätte hingegen auch der BLACK COUNTRY COMMUNION und insbesondere deren inzwischen auch schon wieder gescheiterten Nachfolgern CALIFORNIA BREED gut zu Gesicht gestanden. Dabei beweist Joey Tempest, dass Glenn Hughes nicht der einzige Anwärter auf den Titel „The Voice Of Rock“ ist. Zudem darf Keyboarder Mic Michaeli verstärkt statt auf Keyboards auf die gute alte Hammond zurückgreifen und den Tracks so eine weitere Portion Biss verpassen. Bei Days Of Rock’n’Roll ist auch ohne Twin-Guitar-Leads ein deutliches THIN LIZZY-Feeling feststellbar. Dieser Song hätte Phil Lynott sicherlich als Tribut sehr gut gefallen.

Es ist wirklich schwer, bei diesem Album richtige Fehler festzustellen. Natürlich fällt das ein oder andere Lied (California 405, Rainbow Bridge, Light Me Up) etwas ab, aber ansonsten liefern EUROPE hier die richtigen Stücke und den passenden Sound für jeden Classic Rock-Fan, der auf LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE, URIAH HEEP oder alte RAINBOW steht. “War Of Kings“ darf damit seinen rechtmäßigen Platz in der Hierarchie der besten EUROPE-Platten einnehmen. Da gerät ein Hit wie The Final Countdown doch nahezu in Vergessenheit.

Marc Langels, 24.02.2015

 

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