Evile

Infected Nations


CD-Review

Reviewdatum: 07.05.2010
Jahr: 2009
Stil: Thrash Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Evile
Infected Nations, Earache, 2009
Matt DrakeGesang & Gitarre
Ol DrakeGitarre
Ben CarterSchlagzeug
Mike AlexanderBass
Produziert von: Russ Russell Länge: 63 Min 17 Sek Medium: CD
01. Infected Nation06. Devoid Of Thought
02. Now Demolition07. Time No More
03. Nosophoros08. Metamorphosis
04. Genocide09. Hundred Wrathful Deities
05. Plague To End All Plagues10. My Parasite (Bonus Track)

Diese CD ist ein Vermächtnis. Ein Nachruf auf ein viel zu kurzes Leben. Denn Bassist Mike Alexander, der noch auf “Infected Nations“ zu hören ist, starb kurz nach Fertigstellung des Albums auf einer Tournee in Schweden an einer Lungenembolie. Insofern ein kurzes Rest In Peace, Mike!

Und “Infected Nations“ ist denn auch ein Vermächtnis, auf das man sehr stolz sein kann, denn das Album der vier Briten ist Thrash-Metal ist bester METALLICA- (zu “And Justice For All“-Zeiten) und OVERKILL-Manier. Einschränkend sei direkt hinzugefügt, dass die Songs noch nicht ganz das Niveau von Meisterwerken wie “And Justice For All“ oder “The Years Of Decay“ erreichen, aber jedem Thrash-Fan trotzdem die Tränen der Freude in die Augen treiben dürften.

Denn EVILE rocken so mächtig los, wie es auch ihre Vorbilder in den letzten Jahren kaum (OVERKILL) bis so gut wie gar nicht mehr (METALLICA) getan haben. Das Riffing: komplex-thrashig, der Gesang: ein Geshoute in bester früher Hetfield-Manier. Das beste Beispiel dafür, wie nahe EVILE an den alten METALLICA dran sind ist der Opener Infected Nation, der genauso gut auf “And Justice For All“ hätte stehen können mit seinen ständig wechselnden Riffs. Das anschließende Now Demolition hat hingegen einen unüberhörbaren OVERKILL-Vibe. Und auch die Bay-Area-Legende EXODUS taucht immer mal wieder im Riff-Gewitter auf. Das sind allesamt exzellente Referenzpunkte und EVILE erweisen ihnen sehr würdig die Ehre.

Sehr positiv fällt an dem gesamten Album auf, dass hier nicht sinnlos geknüppelt wird, sondern immer mit Maß und Sinn für die Melodie des Songs. Die einzelnen Instrumentalisten verstehen dabei ihr Handwerk sehr gut und so wird selbst das rund elfminütige Instrumental Hundred Wrathful Deities nie langweilig. Klar ist dabei aber auch immer, dass das hier ein Thrash-Metal-Album ist und zudem eines, dass viel Spaß beim Hören macht. Generell kann ich auch keinen Fehler darin entdecken, dass EVILE sich hier musikalisch an den Großtaten ihrer Vorbilder orientieren, denn diese haben ja quasi die Fläche freigemacht, indem sie sich andersweitig orientiert haben. Und EVILE erweisen ihnen auf einem bereits überraschend hohen Niveau ihre Referenz und zudem ihrem toten Freund eine große Ehre.

Marc Langels, 07.05.2010

 

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