Exilia

My Own Army


CD-Review

Reviewdatum: 23.04.2009
Jahr: 2009
Stil: Modern Metal

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Exilia
My own army, AFM Records, 2009
Masha MysmaneVocals
Elio AlienGuitars
Marco ValerioBass
Ale LeraDrums
Gäste:
Cristian MachadoVocals
Produziert von: Dave Chavarri and Masha Mysmane Länge: 46 Min 07 Sek Medium: CD
01. Phoenix07. Far from the dark
02. Are you breathing?08. Deleted
03. The hunter09. No destination
04. I'm perfect10. In the air tonight
05. Across the sky11. My own army
06. Emptiness of you12. Magnolia

Von der insolventen Plattenfirma GUN - und dem leichten Druck als potenzielle GUANO APES-/DIE HAPPY -Nachfolger herhalten zu müssen - befreit setzen EXILIA zum Befreiungsschlag an und veröffentlichen mit Album Numero vier ihr bislang metallischstes und unkommerziellstes Werk.

Nach dreijähriger Pause steigt die Band geradezu wie das im Opener Phoenix besungene Flattervieh aus der Asche und meldet sich doch sehr eindrucksvoll zurück. Um dies zu erkennen muss man aber dem Album allerdings schon ein paar Hördurchläufe gönnen und, um ehrlich zu sein, präsentiert sich "My own army" im ersten Drittel nicht gerade berauschend.

Are you breathing? birgt zwar durchaus Hitpotenzial in sich, aber meist verlieren sich EXILIA im stumpfen Rezitieren ausgelutschter Nu-/Modern-Metal-Klischees. Die Band brettert brachial nach vorne und Sängerin Masha Mysmane brüllt, kreischt und röchelt sich dazu die Seele aus dem Leib. Der Schwerpunkt scheint eher auf dem Erzeugen eines bestimmten Sounds, denn auf dem Erschaffen fesselnder Songs zu liegen.

Mit der Powerballade Across the sky gelingt die Wende zum Guten. Masha besinnt sich darauf, dass sie auch über eine normale Stimmlage verfügt in der sie ganz prächtig singen kann und verzichtet zunehmend auf das Stilmittel der technischen Verfremdung.

EXILIA präsentieren sich nun auch kompositorisch wesentlich variabler und facettenreicher. Emptiness of you ist ein klasse Rocksong und Far from the sky beginnt als fragile Pianoballade, die in einem kraftvollen, energischen Finale mündet. Das leicht gotisch angehauchte Titelstück weckt leichte Erinnerungen an EVANESCENCE, schlägt aber lässig das Gros der Balladen der 'Female fronted Metal'-Szene.

Dazu kommt eine packende, extravagante Version von Phil Collins In the air tonight und wer jetzt ein wenig die Befürchtung hegt, dass EXILIA nur mit gemäßigteren Stücken wirklich punkten können wird spätestens mit dem abschließenden Magnolia eines Besseren belehrt.

Vielleicht würde "My own army" insgesamt etwas stimmiger wirken, wenn es mit einer anderen Songreihenfolge am Start wäre, aber die Vielzahl starker Kompositionen lassen sich nicht wegdiskutieren und machen das Album alles in allem durchaus zu einer empfehlenswerten Angelegenheit.

Martin Schneider, 23.04.2009

 

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