Fabian Anderhub

Make The Change


CD-Review

Reviewdatum: 18.02.2013
Jahr: 2013
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Fabian Anderhub
Make The Change, Rock The Earth, 2013
Produziert von: Fabian Anderhub Länge: 35 Min 51 Sek Medium: CD
01. Make The Change06. Waiting For Me
02. Love Is A Healing07. That Train
03. End Of Me08. Up In Smoke
04. Kokanee09. Twister Girl
05. Annabelle10. Palace Of The King

Dafür dass Fabian Anderhub neulich noch den Schweizer Blues Award gewann und er die Schweiz demnächst bei der European Blues Challenge vertreten wird vollzieht der Luzerner jetzt aber eine ganz schöne Kehrtwende. Wahrscheinlich heißt sein neues und drittes Album deshalb auch rigoros "Make The Change".

Ein Stückchen weg vom altbackenen, wenn auch guten, Blues der Vorgängeralben, hin zum kernigen Riff-Rock (Make the change), zu flockigem Pop-Rock mit Radio-Appeal (Love is a healing), ROLLING STONES meet Dan Baird-verdächtigem Party-Rock (End of me), Banjo und Fiddle gesäumtem Country-Rock für charts-orientierte Anzugträger, tiefer gelegtem, harten Rock'n'Roll mit Hookline (Annabelle) und, siehe da, auch mal wieder zum Slow-Blues mit Lounge-Charakter (Waiting for me). Es folgen noch eine Pedal Steel verzierte Country-Edelballade (That train), eine hyperventilierter Blues-Rock-Hybride im Geiste von Philip Sayce (Up in smoke), der in Wirklichkeit ein BLACKBERRY SMOKE-Coversong ist, ein weiterer wuchtiger Blues-Rock-Pop-Hybride im Fahrwasser von The CULT und zum Abschluss ein feister Texas-Blues (Palace of the King) im SRV Gewand, den manche möglicherweise noch von Freddie King kennen. So abwechslungsreich wie verwirrend.

Auf "Make The Change" klingt rein gar nichts altbacken oder gar altmodisch. Hier regieren Rock und Pop vor Blues. Die Produktion brilliert mit vollmundigem, sattem und modern angelegtem Sound, der dazu angetan ist, auch einem jüngeren Publikum zu gefallen bzw. dem einen oder anderen Radio-Macher Honig um den Bart zu streichen. Letztlich offenbart Anderhub eine Attitüde, die fast vermuten lässt, er wolle einfach zu vielen Leuten gefallen. Trotz einiger hochkarätiger, hitverdächtiger Songs (die harten Rock-Songs gefallen dabei am besten) muss Fabian aufpassen, sich mit seiner neuen Ausrichtung nicht zwischen die Stühle zu setzen. Ein fokussiertes Album klingt anders. Doch das ist alles kein Problem, denn Musiker waren ja stets auch Suchende.

Frank Ipach, 16.02.2013

 

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