Far Too Jones

Picture Postcard Walls & Shame & Her Sister


CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 1998

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Far Too Jones Homepage



Redakteur(e):

Joachim Domrath


Far Too Jones
Picture Postcard Walls und Shame & Her Sister, Mammoth, Aszams, 1998 & 2000
Christopher Spruill Vocals, Guitars
Alan Callahan Bass, Vocals
Dave Dicke Guitars
Needham Park Guitars, Vocals
Scott MacConnell Drums
Produzent: Gavin McKillop (1), Howard Benson (2) Medium: CD

Mit den englischen Redewendungen ist das so eine Sache. Würde man den Gruppennamen in’s Deutsche übersetzen hießen die Jungs „ALLZU JONES“. Im Original klingt natürlich FAR TOO JONES wesentlich besser.

Die Band aus Carolina ist noch relativ neu im Geschäft. Seit 1996 haben sie bisher vier Alben veröffentlicht, wobei PLASTIC HERO nur aus sechs Tracks bestand, die in neuer Abmischung auf den nachfolgenden Alben erneut veröffentlicht wurden. Ihr Erstlingswerk CRAWLING OUT FROM UNDER war eine bandeigene Produktion und ist heute nicht mehr erhältlich. Die meisten Songs finden sich allerdings auf den hier vorliegenden Alben wieder.

Leute, die mit moderner Rockmusik nichts anfangen können und lieber die 34-Version irgendeines Rockklassikers zum x-ten Mal über sich ergehen lassen, sollten die Site verlassen. Leider entgehen ihnen da aber zwei prächtige melodische Rockalben.
PICTURE POSTCARD WALLS von 1998 und SHAME & HER SISTER aus dem Jahre 2000 sind vollgepackt mit hochmelodischen Rockern.
Die Stilrichtung von FAR TOO JONES zu beschreiben ist eigentlich gar nicht so schwierig. Modern Rock meets Roots Rock. Die Arrangements sind vollkommen frei von verquasten Keyboards.
Die Gitarristen Dave Dicke, Needham Park und Christopher Spruill haben jederzeit die Kontrolle über ihre Songs. Drummer Scott MacConnell hat den passenden Bumms dazu. Bassist Alan Callahan macht ebenfalls eine sehr gute Figur.

FAR TOO JONES gehören zur jungen Rockmusiker-Garde. Ähnlichkeiten mit den ausgezeichneten COLLECTIVE SOUL oder CRAVIN MELON fallen mir auf. Allerdings verzichtet die Band auf die teilweise ungewohnten Samples von COLLECTIVE SOUL. Ihre Richtung ist wesentlich mehr geradeaus, ohne allzuviele musikalische Schnörkel.

Der Gesang kommt sehr dynamisch. Das ist auch von Nöten, da die Gitarren sehr heavy und dominierend über den Songs schweben. Die Tracks auf den beiden Alben sind überwiegend rockig. Aber auch die wenigen Balladen wie Nameless, Stoned Reeling, Close to You (PICTURE POSTCARD WALLS), Trip to Trip to you, Blown Away und Ballad of Mary (SHAME & HER SISTER) sind zu keiner Phase langweilig. Die Band versteht es, das Tempo nie ganz aus den Songs zu nehmen. Außerdem lassen die feinen Melodien keinerlei Müdigkeit aufkommen.

Die schnellen Nummern begeistern natürlich umso mehr. Das ist ausgesprochen knackiger Rock mit einprägsamen Melodien. Nervous, Juliana, Alien Playground, I Won’t share you anymore, As good as you, Middle of me, Falling back down, Look at you know usw...gehen einem so schnell nicht mehr aus dem Schädel.
Fette Gitarren geben den Songs den richtigen Schub. Hat man die beiden CD’s erst einmal in seiner Sammlung, wird man sie mit Sicherheit des Öfteren hören. Das Schöne ist, daß die Songs mit jedem neuen Anhören noch an Reiz gewinnen.

PICTURE POSTCARD WALLS und SHAME & HER SISTER sind zwei ausgezeichnete, absolut gleichwertige Rockalben ohne Schwachpunkte.
Klang und Produktion sind sehr gut.

Joachim Domrath 31.05.01

 

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