Fleetwood Mac

Before The Beginning – 1968-1970 Live & Demo Sessions

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 26.11.2019
Jahr: 2019
Stil: Blues, Blues Rock
Spiellänge: 214:07
Produzent: n.b.

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Plattenfirma: Sony Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Peter Green

John Mayall

Elmore James

Eric Clapton

Titel
CD 1:
01. Madison Blues
02. Something Inside Of Me
03. The Woman That I Love
04. Worried Dream
05. Dust My Blues
06. Got To Move
07. Trying So Hard To Forget
08. Instrumental
09. Have You Ever Loved A Woman
10. Lazy Poker Blues
11. Stop Messing Around
12. I Loved Another Woman
13. I Believe My Time Ain‘t Long (Version 1)
14. Sun Is Shining
CD 2:
01. Long Tall Sally
02. Wilie And The Hand Jive
03. I Need Your Love So Bad
04. I Believe My Time Ain‘t Long (Version 2)
05. Shake Your Money Maker
06. Before The Beginning
 
07. Only You
08. Madison Blues (Vesion 2)
09. Can‘t Stop Lovin‘
10. The Green Manalishi (With The Two Prong Crown)
11. Albatross
12. World In Harmony (Version 1)
13. Sandy Mary
14. Only You
15. World In Harmony (Version 2)
CD 3:
01. I Can‘t Hold Out
02. Oh Well
03. Rattlesnake Shake
04. Underway
05. Coming Your Way
06. Homework
07. My Baby‘s Sweet
08. My Baby‘s Gone
09. You Need Love (Demo)
10. Talk With You (Demo)
11. If It Ain‘t Me (GK Edit) (Demo)
12. Mean Old World (Demo)
Musiker Instrument
Peter Green Guitar, Vocals
Mick Fleetwood Drums
John McVie Bass
Jeremy Spencer Guitar, Vocals
Danny Kirwan Guitar, Vocals

Wenn man vom “Blues Boom“ und/oder den britischen Bands, die maßgeblich dafür verantwortlich waren, spricht, wird FLEETWOOD MAC oft genug vergessen.Das liegt sicher auch daran, dass die Band später eine “Amerikanisierung“ durchmachte und mit einer endlosen Reihe von Pop/Rock-Hits Dauergast im Mainstream-Radio wurde. Nichts dagegen zu sagen, aber die Ursprünge der Band liegen nun einmal im Blues und sind natürlich untrennbar mit dem Namen Peter Green verknüpft.

Im Prinzip ist die Geschichte von Peter Green ähnlich tragisch, wie die von Syd Barrett bei PINK FLOYD. Beides überragende Künstler, ohne die die jeweilige Band nie so aus den Startlöchern gekommen wäre, aber für das Leben als Star zu labil. Green gehörte zu den besten Gitarristen jener Tage, auf einer Stufe mit Eric Clapton, den er bei JOHN MAYALL‘S BLUESBREAKERS ersetzte, bevor mit der Rhythmusgruppe seine eigene Band gründete. Schon hier zeigt sich, wie sehr er das Rampenlicht scheute, da er die Band nach Drummer Mick Fleetwood und Basist John McVie benannte.

Nichtsdestotrotz war Green natürlich ein junger aufstrebender Musiker und entsprechend auch auf den Bühnen unterwegs. Wie sich das am Anfang, oder, wie uns der Titel dieser schmucken Box glauben machen will, “Before The Beginning“ zugetragen hat und sich anhörte, das bekommen wir durch diese unlängst entdeckten, nicht bekannten Live-Aufnahmen serviert. Man kann sich nicht einmal einer bestimmten Location zuordnen, aber immerhin weiß man, dass es auf der ersten CD um das 1968 geht. Wohl noch vor der ersten Albumveröffentlichung und noch bevor Danny Kirwan Mitglied der Band wurde. 

Peter Green und Jeremy Spencer waren keine Gitarristen, die sich die Bälle zuwarfen, sondern so verschieden in ihrem Spiel, dass immer einer den dominanten Part hatte und der andere sachte im Hintergrund unterstützte. Greens Favoriten waren die langsamen, gefühlvollen Blues-Stücke und etwa in Worried Dream kann man das ganz wunderbar hören. Auch welch unterschätzter Bassist John McVie ist und Mick Fleetwood am Schlagzeug ist ebenfalls ein Meister der Dynamik. Darüber thront Green, der seine Emotionen wie wenige Kollegen in Gesang und Gitarre fließen lassen konnte.

Sein Gegenüber, Jeremy Spencer, war ein gnadenloser Elmore James-Anhänger und so waren die Slide-Boogies a la Dust My Blues – und diverse Varianten davon – sein Metier. So bekam der Fan “best of both worlds“ und konnte zwischen Party und Melancholie pendeln. Was auch die Songs dieser CD in beeindruckend guter Qualität tun. Empfehlungswert und besonders wertvoll übrigens das fast zehnminütige Instrumental.

Die Aufnahmen der beiden folgenden CDs sind auf das Jahr 1970 datiert. Auch hier gibt es keine Ortsangaben, aber das interessiert auch nur am Rande. Die Band agiert bei Long Tall Sally ungewohnt rau und wild, doch trotzdem sehr dynamisch. Trotzdem kann man sich gut vorstellen, dass das nicht Peter Greens Lieblings-Stil war. Der ist eher bei  Need Your Love So Bad zu hören, wie auch sein hervorragende Stimme. Erinnert stellenweise an Eric Clapton. Wer da jetzt wen beeinflusste, lassen wir mal dahingestellt.

Natürlich finden sich auf dieser CD die großen Hits der Band, wie The Green Manalishi (With The Two Prong Crown) und der Evergreen Albatross. Auch hier, in der rauen Atmosphäre des Live-Auftrittes, entfaltet dieses Instrumental sein Flair. Auf Ewig zeuge von Greens gefühlvollem Spiel. Ohne seine Mitmusiker zu vergessen!

Auf der dritten CD geht‘s im gleichen Fahrwasser weiter und die Reaktionen aus dem Publikum zeigen, dass man die Band und Songs wie Oh Well (Part 1) schon weit besser kannte. Mir gefällt der rohe Stil dieser Konzerte und der entsprechende Klang. Welten entfernt vom glatten California-Sound der Zukunft, dafür voller fast greifbarer Leidenschaft. Peter Greens Rattlesnake Shake oder Danny Kirwans springen einem regelrecht entgegen.

Dazu Standards, wie Homework, Willie Dixons You Need Love (soll ja eine andere britische Band leicht abgewandelt einen Hit mit gelandet haben…) und echte Drei-Gitarren-Nummern, wie Coming Your Way (wieder aus der Feder des 2018 verstorbenen Danny Kirwans).

Dazu ist in diese Box ein 46-seitiges Buch mit eingearbeitet, welches mit reichlich und fundierten Informationen aus jenen Tage aufwartet. Wer also auf die frühen ‘MAC‘ steht, der sollte sich dieses Schmuckstück angeln. Macht in vielerlei Hinsicht richtig Spaß.

 

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