Fortnight Circus

Artificial Memories


CD-Review

Reviewdatum: 17.07.2019
Jahr: 2019
Stil: Progressive Crossover
Spiellänge: 68:38
Produzent: Fortnight Circus

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Promotion: Netinfect


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Dream Theater

Faith No More

Titel
01. Pandemonium (Overture)
02. Taking Over The Game
03. Mirage
04. A New Love
05. The Tempted Long-Shot
06. Song Of Broken Words
07. Obey The Voice Within
 
08. Daylight Shadow
09. Lucid Nightmare
10. Devil Inside
11. Midnight Scar
12. Absolute Zero
13. Of Angels & Agony (Bonus Track)
Musiker Instrument
Salim Khan Gesang
Jakob Hafner Synthesizer, Keytar & Gesang
Nikki Orlovius Schlagzeug
Geoffrey Jackowski Gitarre & Bass

2009 fand in München eine Band zusammen, um ihre Vorstellung von moderner Rockmusik zu realisieren. Denn die vier Musiker sind ebenso beeinflusst von einer Band wie LIMP BIZKIT wie von DREAM THEATER. Sie mischen also munter Rap, heavy Gitarren-Riffs, komplexere Rhythmen mit verschiedensten Synthesizer-Sounds und klingen damit absolut originell. Insofern kann man das Gebotene durchaus auch als Progressive Crossover bezeichnen. Wobei man ganz klar feststellen muss: die Musik ist der von LIMP BIZKIT sicherlich deutlich näher als der von DREAM THEATER. 2016 gab es von FORTNIGHT CIRCUS die erste EP der Band, der nun mit “Artificial Memories“ das erste vollwertige Album folgt.

Bei der Scheibe handelt es sich zudem gleich einmal um ein Konzeptalbum. „Wir erzählen die dramatische Geschichte eines fiktionalen Charakters mit unserem eigenen, musikalischen Stil. Die Entwicklung des Charakters zieht sich wie ein roter Faden durch das Konzeptalbum und wird musikalisch ausdrucksvoll untermalt“, so Vocalist und Keyboard/Keytar-Spieler Jakob Hafner, der sich die Geschichte hat einfallen lassen. Dabei bewegen sich die Münchner natürlich nicht auf dem Niveau von “Operation: Mindcrime“ aber die Geschichte ist schon ordentlich erzählt und fügt sich gut in die Musik ein. Positiv ist dabei die Kombination der Vocals von Sänger Salim Khan und den Raps von Hafner.

Bei der Musik legt die Band dabei besonderen Wert darauf, den Hörer nicht zu überfordern. Schlagzeuger Nikolai Orlovius beschreibt die Herausforderung wie folgt: „Songs zu schreiben, bei denen der Zuhörer die Komplexität gar nicht zwingend mitbekommt, obwohl sie allgegenwärtig ist, stellt eine echte Herausforderung dar und ist zugleich die größte Freude, die wir als Musiker haben“. Das gelingt ihnen hier auch wirklich ziemlich gut, denn im Vordergrund der Lieder steht immer die Melodie und erst bei genauerem Hinhören bemerkt man, was musikalisch alles passiert. Dabei klingen in erster Linie – wie bereits weiter oben angedeutet – eher die Crossover-Elemente an, aber in Nummern wie etwa A New Love sind dann doch auch sehr deutliche Progressive Metal-Verweise zu hören.

Der Gesamt-Sound bewegt sich natürlich für tradierte Hörgewohnheiten zwischen „allen Stühlen“. Damit erinnern mich FORTNIGHT CIRCUS ein wenig an FAITH NO MORE, als diese damals Anfang der 1990er Jahre die Szene gehörig aufmischten und durcheinanderwirbelten. Und zwar auch, ohne dass es damals eine andere vergleichbare Band gegeben hätte. Sicherlich haben FORTNIGHT CIRCUS keinen Ohrwurm wie damals Epic im Gepäck aber ein Gesamtpaket, das mit seinem Abwechslungsreichtum sowie seinen Sounds und Songs durchaus zu gefallen weiß.

 

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