Fozzy

Happenstance


CD-Review

Reviewdatum: 01.08.2002
Jahr: 2002

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Fozzy
Happenstance, Steamhammer/SPV, 2002
Moongoose McQueen aka Chris Jericho Vocals
Duke Larue aka Rich Ward Guitar
KK Laflame Drums
Kid Guitar
Claude 'Watty' Watson Bass
Lord Bayden Powell aka Andy Sneap Guitar
Produziert von: Shawn Grove Länge: 48 Min 03 Sek Medium: CD
1. Whitechapel 18887. Crucify yourself
2. To kill a stranger8. L.O.V.E. machine
3. Happenstance9. Balls to the wall
4. Freewheel burning10. With the fire
5. Mob rules11. Where eagles dare
6. Big city nights

Es ist wirklich nicht ganz einfach, das Europadebüt von FOZZY zu besprechen.
Natürlich könnte ich mich lang und breit über die frei erfundene Bandhistory auslassen, die ohne Zweifel das Originellste ist, was die Band bisher abgeliefert hat. Da verweise ich alle, denen die Story noch nicht geläufig ist, jetzt aber einfach mal auf die offizielle FOZZY-Hompage, denn ein Gag auf SPINAL TAP-Niveau wird durch die ewige Wiederholungen auch nicht unbedingt besser.

Machen wir es also kurz und schmerzlos. Auch wenn "Happenstance" eine knappe Handvoll Eigenkompositionen enthält, so sind FOZZY doch in erster Linie eine Coverband. Solide, auf technisch gutem Niveau, aber reichlich unspektakulär haben sich Wrestler Chris Jericho, Topproduzent Andy Sneap, Rich Ward und die Rest-FOZZYs einige der beliebtesten Heavy-Metal-Klassiker der Achtziger vorgeknöpft. Kennt man natürlich alles in- und auswendig, aber die Nummern von ACCEPT, IRON MAIDEN, W.A.S.P., BLACK SABBATH, JUDAS PRIEST und SCORPIONS fallen durchaus in die Gruppe von Songs, die man alle Jubeljahre gerne mal wieder hört.

Unsereins greift dann normalerweise zu den Originalen und hat wirklich keine Verwendung für eine Band wie FOZZY. Ganz anders aber in deren Heimat, den USA, wo sich der gemeine Heavy Metal Fan schon seit Jahren wie in der Diaspora vorkommen muss. Da macht eine Band wie FOZZY durchaus Sinn, denn viele der jüngeren Rockfans dort kennen zwar ALICE IN CHAINS, PEARL JAM, NIRVANA und andere Trägersubstanzen der großen Pestilenz, die damals von Seattle aus den wahren Heavy Metal dahin raffte, aber eben nicht die wahren, alten Helden der harten Musik.

FOZZY wollen einfach den Teufel nicht durch Beelzebub austreiben lassen und SLIPKNOT, KORN, P.O.D. und anderen Nu-Metal-Attentätern das Feld kampflos überlassen.
Sehen wir es doch einfach so... FOZZY sind auf einer heiligen Mission und im Windschatten eines medienwirksamen Zugpferdes wie Chris Jericho verkauft vielleicht die eine oder andere echte Metal-Band auch wieder ein paar Scheiben mehr in USA.

Widmen wir uns lieber dem eigenen Songmaterial von FOZZY. Es wäre vermessen zu erwarten, dass die FOZZY-Songs mühelos den Standard der gecoverten Klassiker halten können. Trotzdem, schlecht sind die Stücke nicht. Dabei geht die Band wirklich sehr traditionell zu Werke und das Highlight des Albums, To kill a stranger, könnte durchaus auf dem aktuellen Axel Rudi Pell- oder dem letzten RAINBOW-Album stehen. So einen leichten MALMSTEEN-Touch zu "Trilogy"- oder "Odysee"-Zeiten meine ich auch bei der einen oder anderen Eigenkomposition herauszuhören.

Und was rate ich euch jetzt wegen "Happenstance"? Am Besten ihr kauft die Scheibe mal wegen der Eigenkompositionen und hört sie euch in Ruhe an. Sollte sie euch dann nicht zusagen, dann habt ihr bestimmt irgendeinen Bekannten, vielleicht sogar in USA, der eine Nachhilfestunde in Heavy Metal ganz dringend nötig hat... und Weihnachten kommt auch dieses Jahr wieder ganz überraschend. Wollen wir wetten?

Martin Schneider, 01.08.2002

 

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