Gov't Mule

Frankfurt, Batschkapp, 06.06.2019

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 10.06.2019
Stil: Jam Rock

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Venue: Batschkapp


Redakteur(e):

Epi Schmidt


Trotz nur eines Konzertes in Deutschland füllt sich die Frankfurter Batschkapp nur langsam. Liegt‘s am Wochentag (Donnerstag ist ja eigentlich nicht so schlecht), oder am anrückenden Pfingstwochenende, mit entsprechendem Beginn der Ferien? Nun, jedenfalls reicht der Zustrom nicht aus, um auch die Empore zu bevölkern. Auf der Fläche vor der Bühne wird‘s aber letztlich doch gut voll. Bis hinters Mischpult steht man nicht gedrängt, aber nah beieinander.

Wir – Tim und ich – sind auf jeden Fall da, wenn Meister Haynes und Freunde zur Show laden. Kurz nach 20 Uhr steigt die Spannung, das Licht im Saal verlischt und unter lautem Beifall betreten die vier Musiker die Bühne. Da sich die Setlist bei GOV‘T MULE nie vorhersagen lässt, ist man natürlich gespannt.

So viel sei schon verraten: Es wird relativ viel vom aktuellen Album gespielt.

Warren Haynes wirft einen leicht erstaunten Blick auf die Gitarre, die vor seinem Verstärker steht und schon ist sein Roadie zur Stelle und reicht ihm das richtige “Werkzeug“. Haynes quitiert es mit kleinem Grinsen. Anscheinend wusste auch sein Techniker nicht, mit welcher Gitarre das Konzert eröffnet werden soll.


Und eröffnet wird es gleich aufs Herrlichste. Diesen unvergleichlichen Groove, diese Stimmung, die dieses Band, wie mit einem Fingerschnippen, entstehen lässt, ist schon fantastisch. Mr. Man ist die treibende Eröffnungsnummer, gefolgt von einem etwas gezügelteren Blind Man In The Dark, welches allerdings noch intensiver rüber kommt.

Wie immer ist es ein Genuss Schlagwerker Matt Abts “bei der Arbeit“ zu sehen. Nach all den Jahren fällt mir erstmals auf, dass es bei nicht aussieht, als würde er Schlagzeugspielen, sonder als würde er die Trommeln und Becken “dirigieren“. Vielleicht macht er das ja auch. Und die Band gleich mit.

Wobei das Verständnis der Musiker untereinander ebenso einzigartig ist, wie ihr Groove. Die Kommunikation mit dem Publikum läuft, wie gewohnt, über die Musik. Warrens übliches “How you‘re doin‘“, bzw. “Good to see you“ muss genügen.

Mit Game Face, steht ein weiterer Song vom Album-Klassiker “Dose“ an und auch gleich der ersten längere Jam. Schon geil, wie die sich hochschaukeln, unerwartete Wege nehmen und wieder in den Song zurückfinden. Zwischenzeitlich gibt‘s einen Ausflug in den Mountain Jam der ALLMAN BROTHERS BAND. Grandios, wie sich Haynes und Bassist Jorgen Carlsson da duellieren.


Zu Haynes schönsten Balladen gehört sicher auch Beutifully Broken welches uns wieder in etwas gemäßigtere Bahnen bringt. Auch das, mit gezupftem Intro versehene Forevermore (Album “By A Thread“) verbreitet eine ganz tolle Stimmung. Sehr dynamisch steigert sich der Song, woran auch Danny Louis an der Orgel keinen geringen Anteil hat. Der ist überhaupt zu einer sehr wichtigen Stütze im Bandgefüge geworden. An der zweiten Gitarre ist er heute nur kurz zu hören, aber was er an der Orgel beisteuert, das hat Klasse.

Nach Stone Cold Rage gibts eine kleine Pause, von vielleicht 20 Minuten. Zeit für Getränkenachschub und Merchandise.


Danach geht es mit Thorns Of Life  weiter und der Kenner kann sich schon vorstellen, dass der Song wieder Zeit und Raum für länger Jam- und Improvisationspassagen bietet. Wobei es beim anschließenden Trane naturgemäß noch abgefahrener wird. Das ist der Mule-Stuff, denn die Fans der Band lieben. Allen Woody bringt uns das nicht zurück, aber uns ein Stück näher an den Jam Rock-Heaven.

Auch LED ZEPPELINs Since I‘ve Been Loving You ist angetan, uns etwas glückseliger zu machen. Über Haynes überragendes Gitarrenspiel muss man keine Worte mehr verlieren und auch sein rauer Gesang kommt selbst in so einem Song, bei dem man die Stimme von Robert Plant im Kopf hat, hervorragend. Da stimmen Feeling und Können einfach absolut.

Mit Temporary Saint, Larger Than Life und dem meisterlichen Thorazine Shuffle kriegen wir zum Ende hin noch ein wahres Jam Rock-Traum-Finale geboten. Schlichtweg der Wahnsinn, in welche Höhen sich diese Band schrauben kann. Da fallen selbst die kleinen Probleme, die Carlsson offenbar mit seinem Bass-Sound hat nicht ins Gewicht.

Warren Haynes ist von der entstandenen Stimmung jedenfalls so angetan, dass er die Leute sogar zum Mitklatschen auffordert. Etwas was man äußerst selten bei ihm sieht.


Eigentlich könnte jetzt Schluss sein und alle wären begeistert und zufrieden. Die Dramaturgie will es, natürlich, dass eine Zugabe folgt. Mit dem 32-20 Blues liefern Haynes und Gefährten noch feine Blues Rock-Nummer, bei der Warren erstmals an diesem Abend zum Slide greift. Auch das nochmal richtig gut, aber – ganz ehrlich – für mich war der Höhepunkt zuvor erreicht und das nehm ich als Abschiedsgruß noch mit. Inklusive Pause gut drei Stunden sind vergangen und ein kühler Frankfurter Nachthimmel erwartet die Schar der Fans, die, scheint mir, noch leicht in Trance vom eben erlebten sind. Es hat sich wieder einmal gezeigt: GOV‘T MULE ist immer einen Besuch wert.

(Fotos: Epi Schmidt)

 

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