Status Quo

The Trews

Frankfurt, Jahrhunderthalle, 20.10.2007

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 20.10.2007

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Frankfurt, Jahrhunderthalle, 20.10.2007

Samstagabend ist ein ebenso seltener wie erfreulicher Termin für einen Konzertbesuch, Frankfurt liegt recht zentral und nicht allzu weit von mir entfernt. Wenn man sich nicht so deppert verfährt.... Mal abgesehen davon, wohnen ein paar Milliönchen in und um die Stadt und da verwundert es doch, dass nicht mal anderthalb tausend Karten im Vorverkauf weggehen. Na ja, STATUS QUO sind halt auch nicht mehr das Zugpferd, welches sie vor Jahren noch waren und - ohne irgendwem zu nahe treten zu wollen - ohne die Zufuhr frischen Konzertgängerblutes aus dem Osten vor Jahren, würde es bei solchen Bands noch bedeutend schlechter aussehen.

Die Vorgruppe, THE TREWS, kennen hierzulande natürlich nur die wenigsten. Aufmerksame 'Hooked on Music' Leser ausgenommen. Das ändert sich hoffentlich bald, denn die sind richtig gut. Ihre aktuelle Platte, "Den Of Thieves", gefällt mir immer besser und gehört für mich zu den Scheiben des Jahres. Also mal sehen, was die Kanadier auf der Bühne zu bieten haben. Das Häufchen Zuschauer vor der Bühne ist noch überschaubar, als es kurz vor Acht losgeht. Aber erstens sieht die Band das nicht, sobald das Licht aus ist, und zweitens schert sie sich nicht darum. Mit reichlich Power legen die vier Kerls los und überzeugen sehr bald einen großen Teil des Publikums. Traditionell haben es Quo-Vorgruppen sehr schwer, aber THE TREWS bringen doch Bewegung in manche Beine und Köpfe.

The Trews The Trews

Viele Ansagen werden nicht gemacht - was sollten sie den Leuten auch viel erzählen und als Support-Act hat man wenig Zeit. So She's Leaving rockt live noch etliches heftiger als auf der CD. Bemerkenswert, dass der mehrstimmige Satzgesang auch im Konzert funktioniert, obwohl gerade Leadgitarrist John-Angus Mac Donald fast jede Gelegenheit nutzt, über die Bühne zu toben. Dazu feuert er kurze, aber geile Soli aus seiner Les Paul. Wenn er so- in Chuck Berry Manier - über die Bühne hopst, oder hinter dem Kopf Gitarre spielt und rockt, braucht's schon ab und an einen Roadie, der die entsprechenden Kabel wieder einstöpselt.

The Trews

Den Gegenpart liefert sein Bruder Colin, der eher auf seinem Platz verharrt, dafür aber mit tollen Shouter-Fähigkeiten glänzt. In Tired Of Waiting schwenkt er am Schluss in You Can't Always Get What You Want über und die Rhythmusabteilung aus Jack Syperek und Sean Dalton - beide mit lustigen Hüten - beschleunigt den Song auf das dreifache Tempo. Das verfehlt seine Wirkung beim Publikum nicht und beim folgenden Ohrwurm Poor Ol' Broken Hearted Me klatscht man bereitwillig mit. Und das im Vorprogramm von STATUS QUO! Auch das das sehr nach BLACK CROWES klingende Sweetness kommt gut an und nach dem finalen Burning Wheel finden sich schnell etliche neue Fans am Merchandising-Stand ein, um sich das aktuelle Album zu holen.

Eine gute ¾ Stunde hat der Auftritt gedauert und ich verschwinde in die Katakomben der Hoechster Jahrhunderthalle um die Trews noch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Dadurch entgeht mir die erste halbe Stunde Quo, aber das verschmerze ich.
Weniger leicht verschmerze ich das folgende. Rechtzeitig zum Abend-Thema: "Is this the Beginning Of The End?" scheint nicht nur Francis Rossi zu singen und denken. Seine Stimme ist bereits zu diesem Zeitpunkt ziemlich fertig und passt zu seinem ausgemergelten Körper, der ihn älter aussehen lässt als er eigentlich ist. Das Wort 'Opa' will mir noch nicht ganz über die Lippen, aber...

Da hilft auch kein Gravy Train heraus. Beide Titel stammen vom aktuellen Album und überzeugen nicht wirklich. Gleich drei Songs von "Heavy Traffic" folgen. Das beste ist noch der Parfitt-Song Creepin' Up On You, auch wenn der anscheinend auch nicht mehr aufrecht stehen kann. Schön, wir werden alle nicht jünger, aber wo der Blondschopf früher spreizbeinig vor den Boxen stand, buckelt er sich jetzt mehr dahin. Größter Aktivposten ist Bassist Rhino Edwards, der oft in vorderster Front agiert und die Zuschauer zum mitmachen animiert. Von weiten sieht er immer noch aus wie..., Gott, über 20 Jahre ist das schon her...
Man atmet direkt auf, als What You're Proposin' wieder etwas Schwung in den Laden bringt. Gleich folgt eines jener berühmt-berüchtigten Medleys, welches, zum Glück, in Little Lady mündet. Immerhin kann sich Ricks Stimme noch ordentlich durchmogeln.

Spaß gehört zu einem Quo-Konzert, aber bei Gerdundula driften sie langsam Richtung Kabarett-Act. Mit all dem "ich zupf mal hier-du spielst mal da"-Herumblödeln, kriegen sie einen zwar zum grinsen, aber für mich verliert die Show dadurch. Übrigens auch durch die nervigen Obertöne, die Rossi anscheinend für sich auf der Gitarre entdeckt hat - alternativ zum nicht gefunden vierten Akkord - und die er meint, bei jeder Gelegenheit produzieren zu müssen. Zur Krönung schauen sich mein Kumpel Marco und ich zeitgleich zu einem unisono "Schlagzeugsolo??" an. Ja, auch das hat anscheinend in den letzten Jahren bei STATUS QUO Einzug gehalten. Zeit den Bierstand anzusteuern.

Für mich ist die Luft raus, auch wenn ich bei Roll Over Lay Down noch gerne mitsinge und mitwippe. Der Beginn von Mystery Song will mein Ohr erfreuen, mündet aber flugs in Down Down. Na ja, auch nicht ganz schlecht.
Es brodelt heftig von der Bühne und... es wird doch nicht..., ne, Whatever You Want kommt. Allerdings etwas hüftlahm.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber angesichts Rossis abkackender Stimme geht der Kelch von In The Army Now in der Zugabe natürlich nicht an uns vorbei. Klar, wer beim Refrain gefragt ist.
Alten Fans und mir schmeißt man mit Junior`s Wailing ein letztes Zuckerl hin, bevor 'Johnny' bye-bye winkt. Es dürfte so gegen 22.45 Uhr gewesen sein. Die kurze Lagebesprechung anschließend mit ein paar Die-Hard-Fans offenbart: Es spricht eigentlich keiner über das eben erlebte Konzert.
Warum auch?
Auf schnuckeligen kleinen Open-Air-Veranstaltungen, wie dem 'Out In The Green' früher, wäre die Band wohl noch ganz gut aufgehoben. Aber selber einen ganzen Abend gestalten? Dazu noch bei Eintrittspreisen zwischen 50 und 68 Euro? Ist für mich nicht mehr zumutbar. Gewinner des Abends: The Trews!

Epi Schmidt, 26.10.2007

 

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