Frankie Miller

Double Trouble, Falling In Love, Easy Money, Standing On The Edge,

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2004

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Frankie Miller Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Frankie Miller
Double Trouble, Eagle Records, 1978 (2004)
Frankie Miller Vocals
Paul Carrack Piano & Organ, Background Vocals
Chrissy Stewart Bass
Ray Russell Electric Guitars
BJ Wilson Drums & Percussion
Chris Mercer Tenor & Baritone Saxes
Martin Drover Trumpet & Flugelhorn
Gäste:
Stephen Tyler, Richard Supa, Karen Lawrence, Lonnie Groves, Eric Troyern Background Vocals
Produziert von: Jack Douglas Länge: 64 Min 33 Sek Medium: CD
Falling In Love, Eagle Records, 1979 (2004)
Frankie Miller Vocals, Acoustic & Electric Guitars, Harmonica
Fran Byrne, Chris Slade Drums
Tex Comer, Dave Wintour Bass
Tim Renwick, Ed Deane, Terry Britton Guitars
Steve Simpson Guitar, Mandolin, Accordian
Ron Asprey Horns
Chris Hall Keyboards
Paul Carrack Keyboards, Background Vocals
Barry Guard Percussion
Plain Sailing, Linda Taylor Background Vocals
Produziert von: David Mackay Länge: 61 Min 59 Sek Medium: CD
Easy Money, Eagle Records, 1980 (2004)
Frankie Miller Vocals
Larry Londin Drums & Percussion
Reggie Young Electric Guitar
Bobby Thompson Acoustic Guitar
Joe Osborne Bass
Produziert von: "Hitmen" & Frankie Miller Länge: 46 Min 17 Sek Medium: CD
Standing On The Edge, Eagle Records, 1982 (2004)
Frankie Miller Lead Vocals, Electric & Acoustic Guitar, Harmonica
Barry Beckett Keyboards
Roger Hawkins Drums
David Hood Bass
Peter Carr, Wayne Perkins Electric Guitars
Mickey Buckins Percussion
Chris Spedding Electric & Slide Guitar
Produziert von: Barry Beckett Länge: 51 Min 45 Sek Medium: CD

Ich behaupte schon eh und je, dass die besten Rock'n'Roll Stimmen aus Schottland kommen, oder zumindest schottischer Abstammung sind. Beispiele? Bitteschön: Rod Stewart, Dan McCafferty, Jimmy Barnes, die Sänger von AC/DC, ... und natürlich Frankie Miller!
Sträflich reduziert auf seinen Top 10 Hit Darlin', weiß man als Rock-Fan, dass der weit mehr auf der Pfanne hatte und etliche hochkarätige Alben veröffentlicht hat.
Anscheinend befindet sich der Herr Miller, nach seiner schweren Erkrankung (nach einer Gehirnblutung lag er 5 Monate im Koma) ja auf dem Wege der Besserung und mit viel Glück werden wir ihn vielleicht eines Tages wieder singen hören. Es wäre vermessen zu glauben, er könnte noch mal an seine früheren Werke herankommen, aber ihn noch mal zu hören wäre schon klasse.

Eagle Records sei Dank, kann man sich die Wartezeit mit den zur Zeit erscheinenden Re-Issues angenehm gestalten. Von denen liegen mir hier die, chronologisch gesehen, letzten Vier vor.
"Remastern" ist ja immer so eine Sache und viele Puristen sagen, man soll die Finger von den damals geschaffenen Sounds lassen. Ich finde, hier wurde ein prima Job gemacht und die CDs gewinnen allesamt durch den "neuen" Klang. Wie sich das gehört, wird einem die Entscheidung zum Kauf durch reichlich Bonus-Material erleichtert, was sich hauptsächlich in unveröffentlichtem Livematerial niederschlägt. Da es kein richtiges Livealbum von Frankie gibt (die aus drei Konzerten zusammengestückelte "BBC Radio One Live In Concert" erschien ja erst 1994), ist man für solche Momente immer dankbar.

Los geht's also mit der im New Yorker Record Plant Studio aufgenommenen "Double Trouble", einer Scheibe die mit dem mitreißenden Have You Seen Me Lately Joan gleich dermaßen in Fahrt kommt, dass schon nix mehr schief gehen kann. Frankie ist hier in absoluter Hochform, was man in solchen Highlights wie dem bluesig-souligen Good Time Love, in dem Joe Cocker-ähnlichen (I Can't) Break Away und der hart rockenden Version der 50's Schnulze Goodnight Sweetheart hören kann. Für den Background-Gesang hat sich u.a. AEROSMITH-Sänger Steven Tyler bei drei Songs im Studio eingefunden, der außerdem sein typisches Mundharmonikaspiel in dem Up-Beat Rocker Love Ways einbringt.
Bei gleich sieben Live-Songs kann man sich überzeugen, dass Frankie Miller live noch eine Klasse besser shouted als auf den Studio-Versionen und speziell in der Marvin Gaye-Nummer Stubborn Kind Of Fellow lässt sich der schwarze Background in Frankies Stimme hervorragend heraus hören.

Auf dem folgenden "Falling In Love" (in Amerika "A Perfect Fit") ging es nicht mehr so hart rockend zu und anhand der vielen verschiedenen Musiker kann man schon auf den Session-Charakter des Albums schließen.
Nichtsdestotrotz beginnt es mit dem countrybeinflussten When I'm Away From You und einer druckvollen Version der Bob Marley-Nummer Is This Love absolut grandios. Mit der soulvollen Balladen If I Can Love Somebody demonstriert Frankie einmal mehr, wie man solche Songs gefühlvoll und mitreißend interpretieren kann ohne, wie Rod Stewart in den 80ern, im eigenen Schmalz zu ertrinken.
Selbst das allseits bekannte Darlin' ist mit seinem bittersüßen Gesang eigentlich ein echt guter Song, der leider dann Großmütter inklusive ihrer Enkel in die Konzerte von Herrn Miller brachte.
Mit A Woman To Love Me gibt's aber auch schweren Blues-Rock wie man ihn von diesem Ausnahmesänger am liebsten hört und eine Sailing nicht unverwandte Ballade namens Good To See You.
Die Live-Tracks auf diesem Album können an Soundqualität nicht mit denen des vorherigen mithalten, sind aber ob ihrer Rauheit trotzdem eine Freude. Mit den beiden Soul-Klassikern Cry To Me und When Something Is Wrong With My Baby demonstriert Frankie Miller einmal mehr, warum die Witwe von Otis Redding mal über ihn sagte, er hätte die "schwärzeste Stimme", die sie jemals bei einem weißen Sänger gehört hat.
John Lennons Cold Turkey wurde wohl selten intensiver interpretiert. Hier muss ich öfter an Mitch Ryder denken, der hat solche Geschichten ähnlich gut drauf.

Die beginnenden 80er Jahre sind auf "Easy Money" schon zu spüren. Die anhaltende Discowelle dürfte für die funkigen Klängen bei Easy Money verantwortlich sein, das jedoch durch diese tolle Stimme durchaus noch ein passabler Opener ist.
Das flotte The Woman In You weist einen unwiderstehlichen Dance-Groove, noch von Bläsern unterstützt, auf. Da würden manche Blues Brothers ganz schön alt daneben aussehen.
Eine Ballade wie Why Don't You Spend The Night hätte wohl besser auf eine SMOKIE-LP gepasst und Forget About Me geht's da nicht anders. Allerdings hätten die einen Text wie "A girl like deserves the best, believe me, baby, it's in your interest - forget about me" wohl nicht auf Rille gebannt.
Die wippende Boogie-Nummer Heartbreak Radio kommt natürlich richtig gut und auch Cheap... Thrills mit Soul und R&B macht richtig Laune, trotzdem kann die Scheibe nicht mit ihren beiden Vorläufern mithalten. Die Bonus Tracks machen sie trotzdem unverzichtbar: Alleine schon der an Get Out Of Denver (von seinem amerikanischen Pendant Bob Seger) angelehnte Rock'n'Roll von Lock Up Your Secretaries verdeutlicht das. Äußerst interessant auch die ein ganzes Stück langsamer, dafür grooviger, gespielte Demo-Version von The Woman In You.
Leider nur zwei weitere Bonus-Tracks, von denen ich das rockige Beggin' For Trouble der später von den BELLAMY BROTHERS gecoverten Country-Ballade Lonely Eyes vorziehe. Auch diese "Demos" sind keineswegs in einem Proberaum-Sound, sondern in richtig guter Qualität zu hören.

Auch "Standing On The Edge" kann sich den 80er Sounds nicht ganz entziehen, hat aber mit Danger Danger, dem Titelsong und Zap Zap gleich zu Beginn drei recht aggressive Songs die für Stimmung sorgen. Die Aufnahmen im "Muscle Shoals Sound Studio" hatten offensichtlich einen guten Einfluss auf Mr. Miller, ebenso wie die Hilfe des Ex-FREE Bassisten Andy Fraser, der die Hälfte der Songs mitgeschrieben hat.
Auch das folgende To Dream The Dream, obschon eine Ballade, zieht einen in ihren Bann, und ähnelt Against The Wind von Bob Seger nicht zu knapp.
Klarer Favorit auf dieser Scheibe ist wohl Firin' Line, mit seiner treibenden Akustikgitarre, den dazwischen "ballernden" E-Gitarren und einem sofort ins Ohr gehenden Refrain. Eigentlich ein absoluter "Muss-Hit".
Mit dem ergreifenden Jealousy zeigt Frankie Miller mal wieder, dass er einerseits gesanglich auf der selben Stufe wie ein Joe Cocker steht, aber außerdem noch ein genialer Songschreiber ist. Das etwas popige On My Way ist vielleicht der einzige etwas schwächere Song auf diesem ansonsten wieder richtig guten Album.
Dazu tragen dann auch noch die Bonus-Live-Tracks bei. Eine sehr rohe Version von Bad Case Of Loving You offenbart, was man schon immer geahnt hat: Der Song passt Frankie perfekt! Nachdem er mit Jealous Kind wieder seiner Soul-Leidenschaft gefrönt hat, wird dann mit Cold & Rainy Night ein Rock'n'Roll nachgeschoben, der I Saw Her Standing There sehr nahe kommt. Don't Stop kommt erwartungsgemäß noch etwas heftiger als im Studio und beendet diese CD würdig.

Hätte Frankie Miller es geschafft, eine feste Band an sich zu binden, wäre ihm vielleicht der Erfolg beschieden worden, den er eigentlich verdient hätte. Den Beweis für seine Klasse erbringt er auf diesen vier Alben (mit leichten Abstrichen bei "Easy Money") nahezu durchgehend.
Als Frankie Miller-Fan hat man wohl die LPs zuhause stehen, aber anhand des besseren Sounds und der Bonus-Songs kommt man hieran praktisch nicht vorbei.

Epi Schmidt, 03.05.2004

 

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