Freezeebee

Rocksystem


CD-Review

Reviewdatum: 11.10.2003
Jahr: 2003

Links:

Freezeebee Homepage



Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Freezeebee
Rocksystem, Eigenvertrieb, 2003
Jan Biermann Guitar, Vocals
Florian Aeppli Bass, Backing Vocals
Nicolas Flores Guitar, Vocals
Johannes Aeppli Drums, Backing Vocals
Produziert von: Jan Nandzik Länge: 41 Min 24 Sek Medium: CD
1. That's why7. To the ground
2. Everything8. Oh yeah
3. Romatic sperm9. Like I do
4. Big one10. Bitter sweet
5. Next generation11. Lies and confusion
6. Waterfalls12. Pickpocket

Die Frankfurter Band FREEZEEBEE hat eine Promo-CD herausgebracht, die einen Überblick über ihr Schaffen in den Jahren 2001 - 2003 bietet. Die Tracklist ist dabei umgekehrt chronologisch: Die Stücke 1-4 sind aktuell, die Nummern 5-7 aus dem Jahre 2002 und die 8-12 von 2001. Somit erhält man einen guten Überblick über das Spektrum der Vier aus der Hessenmetropole und kann auch nachvollziehen, inwieweit eine Entwicklung stattgefunden hat.
Um das gleich vorwegzunehmen: Diese ist deutlich spürbar. Waren FREEZEEBEE früher etwas mehr in Richtung Crossover, verschmelzen die Elemente Alternative Rock, Stonerrock und Black Musik Einflüsse zwischen Soul und Funk immer mehr zu einem ureigenen (und fantastisch klingenden) FREEZEEBEE-Sound im Sinne eines modernen, großstädtischen Rockkosmos.

Das erste Stück That's why ist schon ein hervorragendes Beispiel dafür: Mehr als nur Stonerrock mit extrem tiefergelegten Gitarren aber auch einem ungeheuren souligen Drive, gelingt es, diesen unverwechselbaren Sound zu kreiieren und zu verfestigen. Das nachfolgende Everything bietet modernen, treibenden Gitarrenrock - mächtig, druckvoll und doch harmonisch.
Der Song mit dem etwas kruden Titel Romantic sperm kommt aus der leicht punkigen Indie-Ecke und geht zunächst mächtig ab, wird aber im Refrain wieder von diesem typischen, vollfetten FREEZEEBEE-Sound eingefangen.

Das großartige Big one wurde von mir ja schon im Rahmen des Reviews für den Maingold-Sampler abgefeiert - so muß zeitgemäße urbane Rockmusik klingen: Melodiös, leicht funky und mit ungeheurer Power - die Gitarren dabei tief unter dem Boden.
Das 2002er Stück Next generation ist eine sehr eingängige, doomige Alternative-Rocknummer, während Waterfalls in der Strophe auf einem Stoner-Metalriff aufgebaut ist, um dann im Refrain Richtung Emocore aufgelöst zu werden.

Zu den älteren Stücken: To the ground ist deutlich weniger stonersoundig, dennoch schön treibend.
Oh yeah erinnert ein klein wenig an INCUBUS, allerdings kompakter und dichter im Sound und mit duetlich schwereren Gitarren. Das nachfolgende Like I do wechselt zwischen verspielt funkig und heftig metallisch und ist dem Crossover zuzuordnen - wenn auch mit deutlich tiefergelegten Gitarren.
Bitter Sweet ist dicht, intensiv und eingängig - die perfekte Stoner-Hymne.
Lies and confusion erinnert noch etwas stärker an die kalifornischen INCUBUS - luftige funky Passagen und mächtige Druckphasen gehen Hand in Hand. Das abschließende Pickpocket beginnt als soulige Ballade und endet als recht brachialer Crossover.

Eine großartige, für die Zukunft noch viel versprechende Band, die es geschafft hat, einen eigenen, fantastischen Sound zu entwickeln. Auch live mehr als empfehlenswert, derzeit (noch) nur als Support - im Augenblick mit HARMFUL auf einigen Konzerten.
Die vorliegende Promo-CD gehört in die Hände von jedem, der auf Stonerrock und modernenen Gitarrensound steht und ist direkt zu beziehen über die Band unter Jan@Freezeebee.de oder postalisch bei Jan Biermann, Kaiser-Siegmund-Str.32, 60320 Frankfurt/Main und kostet inkl. Versand schlappe 5 Euro.

Ralf Stierlen, 11.10.2003

 

(C) 2008 - 2019 by Hooked on Music