Frogg Cafe

Fortunate Observer Of Time


CD-Review

Reviewdatum: 07.08.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Frogg Café
Fortunate Observer Of Time, ProgRock Records, 2005
Bill AyasseViolins, Vocals, Mandolin, Percussions
Steve UhGuitars, Keyboards, Violin
Nick LietoLead voclas, Keyboards, Piano, Trumpet, Flugelhorn
Andrew SussmanBass, Vocal, Cello
James GuarnieriDrums, percussions
Gäste:
John LeitoTrombone
Steve CampanellaMarimba
Ed MannMarimba, Vibes, Percussion
Izzy MergenCongas
Sharon AyasseFlute
Marjorie AyasseVocals
Tim Roache"shhh"
Produziert von: Bill Ayasse Länge: 61 Min 45 Sek Medium: CD
1. Eternal optimist5. Resign
2. Fortunate observer of time6. You're still sleeping
3. Reluctant observer7. Abyss of dissension
4. No regrets8. Release

Hereinspaziert ins FROGG CAFÉ. Und wieder einmal gibt es eine Band zu bestaunen, an der sich die Geister extrem scheiden werden. Für die einen ist die Musik der aus einem Frank Zappa-Tribute-Projekt hervorgegangenen Band schlicht und ergreifend nervensträngezerfetzendes Gefudel - für die anderen eine einzige Offenbarung.

Die New Yorker stehen für das, was ich gemeinhin als klassischen Seventies-Prog bezeichne. Meist überlange, komplexe Kompositionen, die viel Spielraum für solistische Improvisationen bieten - der auch weidlich ausgenutzt wird - und die ihre Affinität zu Progressiv-Dinosauriern wie YES, GENESIS oder GENTLE GIANT nicht eine einzige Sekunde verleugnen. Oder, um die weniger betagten Vertreter dieses Genres anzuführen, zielt man auf die gleichen Hörerschichten wie SPOCK'S BEARD, THE TANGENT oder THE FLOWER KINGS.

Das ist keine Musik, die man mal so eben neben der Hausarbeit als Hintergrundberieselung abspielt um sich die Zeit zu vertreiben. Für FROGG CAFE muss man sich Zeit nehmen, sehr viel Zeit und tief in die Kompositionen eintauchen und sich fallen lassen.
Möglichst bringt man auch zumindest noch ein latentes Faible für Jazz und Fusion mit, um wirklich Gefallen an den bisweilen reichlich schrägen Tönen der Band zu finden.
Kompositorisch sind durchaus Parallelen zu moderneren Klassikern wie Mussorgsky festzustellen. FROGG CAFÉ erzählen mit ihrer Musik keine Geschichten. Sie malen Bilder, die sie in das Bewusstsein des Hörers auf eindringliche Weise übetragen. Das inspiriert und beflügelt die eigene Fantasie und schafft langanhaltende Freude an diesem Album.

Was allerdings FROGG CAFE vor allem von einer Referenzband wie SPOCK'S BEARD unterscheidet, sind die, bis auf ganz wenige Ausnahmen, vollkommen fehlenden eingängigeren Passagen mit Wiedererkennungswert. Damit versperrt man gemäßigteren Hörerschichten, die sich ein Album nicht in stundenlanger Abgeschiedenheit unter Kopfhörern erschließen können oder wollen, von vorne herein den Zugang.

Martin Schneider, 07.08.2005

 

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