Fyfe The Space Between, Warner Music, 2017 |
Paul Dixon aka Fyfe | Vocals, Guitar, Piano, Synthesizers, Programming, Sampling | |||
Featuring: | ||||
Kimbra | Vocals on Track 03 | |||
KLYNE: | ||||
Nick Klein | Vocals on Track 04 | |||
Ferdous Dehzad | ||||
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01. Cold Air | 07. Borders | |||
02. Love You More | 08. Rosa | |||
03. Belong (Featuring Kimbra) | 09. Fault Lines | |||
04. Closer (Featuring KLYNE) | 10. All We Need | |||
05. Stronger | 11. Closing Time | |||
06. Relax | ||||
Paul Dixon oder FYFE, wie er sich anlässlich eines seiner Projekte auch noch zu nennen beliebt, brachte unter eben diesem Alias (nach der EP “Solace“ und dem Longplayer “Control“) soeben das neue Album “The Space Between“ heraus. Der Londoner tat sich dafür mit der neuseeländischen Singer-Songwriterin Kimbra und den niederländischen Elektronikern KLYNE zusammen. Wir testeten die Scheibe für unsere Leser.
Innerhalb der letzten beiden Jahre hat Dixon viel mitmachen müssen. Zwei Freunde, ein Freund seiner Familie und dann, zu allem Überfluss, auch noch seine Großmutter. Sie alle starben in diesem Zeitraum. Doch hatte er nicht nur Anlass zur Trauer, sondern konnte sich zudem über die Geburten dreier Nichten und/oder Neffen freuen. Musikalische Kreativität als Therapie beziehungsweise zur Bewältigung diverser Schicksalsschläge und gleichzeitig Ausdruck der Freude. Geht das? Zumindest scheint der Brite das als Chance zu begreifen und an eine gewisse Wirkung zu glauben.
Dem ernsten Hintergrund ist es natürlich geschuldet, dass die hier vorgelegte, alles in allem unkomplizierte, höchst melodische Mischung aus Elektro Pop, Synth Pop, Tanzrhythmen, Folk, Singer-Songwriter und Klassikanleihen in weiten Teilen getragen und melancholisch, stellenweise traurig beim Hörer ankommt. Dagegen setzt FYFE dann aber doch schwungvolle, positive, sphärische, fließende, flotte und angenehm hörbare Passagen, die wohl eher das Leben als solches feiern.
“The Space Between“ weist zwar so manche Nuance auf, die erst mit der Zeit offenbar wird. Die elf Tracks unterhalten einerseits so richtig schön ohne irgendwelche Ansprüche oder Hoffnungen (solange man nicht auf die Texte hört), regen andererseits (sofern man sich zudem um die Lyrics kümmert) jedoch zum Nachdenken über Gott, die Welt und das Leben an, bringen vielleicht sogar Trost. So weit, so gut. Dagegen kann man den Stücken leider nicht nachsagen, dass sie allzu nachhaltig wären. Oder anders ausgedrückt: Kaum hat man sie gehört, sind sie auch schon wieder weg.